Asylfragen standen im Mittelpunkt

Külsheim. Nina Warken, Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages, befasst sich als Berichterstatterin intensiv mit Fragen des Asylrechts und traf sich auf Einladung von Bürgermeister Thomas Schreglmann im Rathaus mit Mitgliedern des „Helferkreises für Flüchtlinge“. Die Bürgervereinigung aus Külsheim kümmert sich schon seit langem ehrenamtlich um die Belange von Flüchtlingen, die überwiegend aus Kriegsgebieten stammen. Beim anschließenden Besuch der Gemeinschaftsunterkunft in Külsheim am 23. Juli machte sich die Abgeordnete aus Tauberbischofsheim ein Bild vom Alltag der 60 Asylbewerber, die dort derzeit untergebracht sind.

Die Sozialdezernentin des Main-Tauber-Kreises Elisabeth Krug und Peter Bernhardt vom Eingliederungs-und Versorgungsamt des Landratsamtes führten die Gäste durch die Einrichtung. Neben den sozialen und menschlichen Problemen, die sich zwangsläufig ergeben, wenn 6o junge Männer aus 10 verschiedenen Nationen monatelang zusammen untergebracht sind, zeigte sich die Abgeordnete positiv überrascht von den guten Deutschkenntnissen und der Offenheit eines großen Teils der Bewohner.
Die meisten Asylbewerber seien kooperativ und lernbereit, so die Mitglieder des Helferkreises. Viele von ihnen engagierten sich mittlerweile beim Sportverein oder besuchten einen Deutschkurs. Auch ein gemeinsames Projekt mit der Pater-Alois-Grimm Schule sei ein voller Erfolg gewesen. Leider entstehe durch das nicht akzeptierbare Verhalten einiger weniger Bewohner der Unterkunft oft ein falscher Eindruck in der Öffentlichkeit.

Carola Väth, Rosa Kirchner und die anderen Mitglieder vom Helferkreis für Flüchtlinge forderten bei dieser Gelegenheit, dass Asylverfahren von den Behörden schneller abgewickelt werden. Wartezeiten und ein Leben in Ungewissheit von bis zu über einem Jahr ohne eine endgültige Entscheidung sei für die Betroffenen eine enorme Belastung. Wünschenswert sei zudem eine Vereinfachung der Familienzusammenführung bei anerkannten Flüchtlingen, vor allem im Hinblick auf die vielen Menschen aus Syrien.
Nina Warken dankte den Mitglieder des Helferkreises für ihr großes Engagement und informierte zugleich über geplante Verbesserungen in der Asylpolitik:

„Die Arbeit, die hier ehrenamtlich geleistet wird, ist vorbildlich und beispielhaft für bürgerliches Engagement. In Bezug auf die vorgebrachten Anregungen beraten wir im Innenausschuss derzeit verschiedene Gesetzesinitiativen. Dabei geht es unter anderem um die Beschleunigung der Bearbeitung von Asylanträgen, die frühestmögliche Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen sowie die Übernahme der daraus entstehenden Kosten. Mit diesem Besuch nehme ich nun viele Eindrücke mit nach Berlin, die sicher bei den weiteren Beratungen im Innenausschuss hilfreich sein werden“, so Nina Warken.

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