Arbeit ist der Schlüssel zur Integration

15 Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft Osterburken in der Region einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden


Eine große Gruppe junger Flüchtlinge der Gemeinschaftsunterkunft Osterburken ist erfolgreich in den Arbeitsmarkt gestartet. Hilfe bekamen sie unter anderem von Heimleiterin Meike Horn, Jutta Unden und Irmgard Hesselbach vom AK Asyl sowie Hausmeister Wolfgang Dolk. (Foto: lra)

Osterburken. (lra) Wo andernorts noch Pläne zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen geschmiedet werden, wurde in der Gemeinschaftsunterkunft Osterburken schon gehandelt. Mit Hilfe der Leiterin der Unterkunft Meike Horn und des örtlichen Arbeitskreises Asyl haben es 15 Flüchtlinge geschafft, ein Praktikum, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in verschiedenen Handwerksberufen in der Region zu ergattern. Ein großer Erfolg, nicht nur für die Flüchtlinge.

„Arbeit ist der Schlüssel zur Integration“, betont Horn, „deshalb ist es wichtig, dass die Flüchtlinge hier vollen Einsatz zeigen.“ Besonders die Zielstrebigkeit und der Eifer, aber auch das Zusammenspiel von Flüchtlingen und Helfern habe bei der Vermittlung der 15 eine entscheidende Rolle gespielt.

„Ich bin auf jeden Einzelnen unglaublich stolz. Die Jungs haben so viele Hürden nehmen müssen und haben es jetzt geschafft, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen“, so die Mitarbeiterin des Landratsamtes.

Auch Jutta Unden vom AK Asyl, die sich maßgeblich für die Flüchtlinge eingesetzt hat, ist stolz auf die Leistung. Ehrenamtlich habe sie sich mit Firmen in Verbindung gesetzt und die Flüchtlinge zu Vorstellungsgesprächen begleitet. „Jeder kann es schaffen, sofern man einen Plan hat und diesen konsequent verfolgt“, ist sie sich sicher.
Viel Zeit habe die Vermittlung durchaus gekostet. „Aber ich kann einfach nicht wegsehen und muss helfen, wenn Not am Mann ist.“

Doch auch für die Betriebe, in denen die Flüchtlinge arbeiten, ist der Nutzen nicht zu unterschätzen. Denn die überwiegend aus Afghanistan stammenden Asylbewerber arbeiten zumeist in Handwerksberufen, wo es Nachwuchssorgen gibt. „Das Handwerk ist für unsere Flüchtlinge eine große Chance und umgekehrt haben wir bei den Betrieben eine große Offenheit und mitunter Zusagen innerhalb kürzester Zeit erlebt“, betonen Horn und Unden.

Die Arbeitgeber der Flüchtlinge sind unter anderem der Lackier- und Karosseriefachbetrieb Herrmann in Dallau, das Fliesenfachgeschäft Seibold in Osterburken, das McDonald‘s Restaurant in Buchen, die Metzgerei Maurer in Merchingen, die Zahnmanufaktur Kraus in Osterburken und das Autohaus Biber in Adelsheim.

Ein Beispiel der gelungenen Integration ist Merwais Zareef. Er ist seit einem Jahr in Deutschland und nach einem erfolgreich abgeschlossenen Sprachkurs hat er eine Ausbildung als Elektriker bei der Firma Hübner in Seckach begonnen. Er ist sich sicher: „Ohne die große Hilfe von allen Seiten würde es niemand alleine in einem fremden Land schaffen.“ Dem stimmt Maiwand Abbasi zu. Er besucht momentan die einjährige gewerbliche Berufsfachschule für Fahrzeugtechnik an der Zentralgewerbeschule Buchen und macht ein Praktikum beim Autohaus Gramling in Mosbach. „Auch wenn es nicht immer leicht ist, ich sehe das alles hier als große Chance, die ich unbedingt nutzen will“, sagt Abbasi. Besonders die Offenheit und Herzlichkeit der Kollegen helfe sehr, sich als Teil des Betriebs zu fühlen.

Neben der Gemeinschaftsunterkunft Osterburken sind auch in anderen Unterkünften des Neckar-Odenwald-Kreises erste Erfolge zu verzeichnen. „Ich sehe an allen Unterkünften ähnlich positive Entwicklungen“, sagt Isabel Schnetz, die Flüchtlingsbeauftragte des Landratsamtes. Sprachkurse seien immer gefragter und das Erlernen der deutschen Sprache sei nun mal der erste Schritt in Richtung Integration und Berufstätigkeit. Einen Schritt, den in Osterburken eine Gruppe junger Männer schon gemacht hat.

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