Odenwälder Hiphopper an der Weltspitze

„Zzyzx“ (U 18 / Advanced) belegte bei den Weltmeisterschaften in Blackpool/England am vergangenen Sonntag Platz 7. Stehend v.l.: Leon Meixner, Danny Winterholler, Luis Jakob (mit Pokal für Platz 3 in Kategorie Solo), Kevin Sauer (Choreograf), Anastasia Lindegrün, Moses Schäfer (mit Medaille für Platz 7 in Kategorie Solo), hockend v.l.: Max Wisner, Isabell Pinneker, Katrin Pinneker, Ilayda Altinkaya, David Schäfer mit dem Pokal für Platz 4. (Foto: privat)

Streetdance-Weltmeisterschaften in Blackpool – 6000 Tänzer/innen aus 35 Ländern – Dank an Sponsoren und Spender

Buchen. (vs) Nun sind auch die Streetdance-Weltmeisterschaften am vergangenen Sonntag in den „Wintergardens“, einem sehr großen Veranstaltungszentrum in Blackpool/England, im Rahmen der „United Dance Organisation“ (UDO) zu Ende gegangen und eins steht fest: alle teilnehmenden Tänzer/innen des Buchener „Integrations- und Präventionsprojektes Hiphop-Breakdance“ (IPHB) im TSV 1863 Buchen e.V. gehören weiterhin zur Weltelite.

Nicht nur, weil sie sich bei den Deutschen Meisterschaften im Frühjahr in Pforzheim für die Weltmeisterschaften (WM) qualifizierten, sondern vor allem auch, weil sie die „Preliminaries“ ( = Vorentscheidungen) bei der WM überstanden und fast alle ins Finale tanzten – bis auf die Nachwuchs-Gruppe „X-Ception“ (U 14 / Novice), die das Finale knapp verfehlten. Da nur die besten acht Besten des Halbfinales die Hürde ins Finale schafften, musste „X-Ception“ auf dem neunten Platz die Segel streichen.

Zum ersten Mal stellte sich der Buchener Nachwuchs der gewaltigen internationalen Herausforderung und präsentierte seine Choreografie einwandfrei. Bevor die Buchener Finalisten genannt werden, hier noch eine kurze Beschreibung der fairen, weil differenzierten Altersklassen- und Leistungsstufeneinteilung der UDO: es gibt U 8, U10, U12, U 14, U 16, U 18 und seit diesem Jahr anstatt Ü 18 die „Ultimate Division“. Zudem wird jede Altersklasse in vier Leistungsstufen unterteilt: die „Beginners“, „Novice“, „Intermediate“ und die höchste Stufe „Advanced“.

In diesem etwas komplizierten, aber gerechten System müssen 13-jährige
Anfänger nicht mehr gegen 18-jährige Fortgeschrittene antreten. Allerdings erhebt sich Kritik gegen die neu geschaffene „Ultimate Division“, in der gewollt Gruppen jeden Alters antreten können. Die Kritik richtet sich gegen die unterschiedlichen Trainingsvoraussetzungen von Kindern und Erwachsenen (Ü 18).

So wurde eine 20-köpfige, japanische Kindergruppe (12-
15 Jahre) in der „Ultimate Division“ tatsächlich Weltmeister und ließ alle Ü 18-Gruppen hinter sich. Der Kritikpunkt: Kinder haben eine Menge Zeit zum Trainieren.

Volker Schwender fragte den Coach der Gruppe wie oft sie trainieren. Antwort: jeden Tag nach der Schule. Das ist bei vielen Erwachsenen, die entweder in einer Ausbildung, im Studium oder in der Arbeit sind meistens nicht möglich.

Für die 6000 Tänzer aus 35 Ländern hingen auch in diesem Jahr die Platzierungen nicht nur vom Können, sondern auch von den oft überraschenden Bewertungen der achtköpfigen Jury ab. Können und Glück bzw. Pech spielten natürlich auch bei den Buchenern eine Rolle. Zu einem Titel hat es dieses Mal zwar nicht gereicht, aber die meisten Finalisten bekamen einen Pokal. Lediglich „Next Level“ – der letztjährige Weltmeister – kam „nur“ auf Platz 13.

Volker Schwender und Kevin Sauer versuchten zu trösten: man müsse nicht unbedingt einen Pokal bekommen, um zur Weltspitze zu gehören – jeder (Halb)Finalist gehöre zur Weltspitze. Die Gruppe „Zzyzx“ (U 18 / Advanced) erhielt für Platz 7 einen Pokal, Luis Jakob (U 18 / Beginner) für Platz 3 und David Schäfer (U 10 / Novice) für Platz 4 in der Kategorie Solo ebenfalls, Moses Schäfer erhielt für Platz 7 in der Kategorie Solo eine Medaille.

Wenn man wie die Buchener Hiphopper bisher mit Siegertiteln verwöhnt wurde, ist die Freude über die heutigen Platzierungen verhalten, macht man sich jedoch bewusst, dass man auf weltweit höchstem Level tanzt und ins Finale kommt, dann entwickelt sich sowohl Freude als auch Motivation, alles durch noch mehr Training noch besser zu machen.

Das IPHB dankte am Ende allen Spendern und Sponsoren für die finanzielle Unterstützung, ohne die eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften nicht möglich gewesen wäre. Fördergelder seien Leistungsanerkennung und ein wichtiger Beitrag zur Integration.

Das IPHB lädt die Bevölkerung ein, am 12. Oktober ab 18 Uhr (Einlass: 17 Uhr) sein 20-jähriges Bestehen mit einem großartigen Showprogramm in der Stadthalle Buchen zu feiern. Es gibt keinen Vorverkauf, nur Abendkasse.

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