Schlaganfallversorgung auf hohem Niveau

Ein Zertifikat, das für weitere drei Jahre für die Qualität bei der Versorgung von Schlaganfällen steht. Darüber freuen sich (v. li.) Chefarzt Dr. Rüdiger Mahler, Sektionsleiter Dr. Peter A. Oberst, die speziell ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin Julia Speicher, Assistenzärztin Julia Müller, Oberarzt Matthias Schellmann und Elisabeth Neumann, Leiterin des Qualitätsmanagements der Kliniken, stellvertretend für das an der Rezertifizierung beteiligte Team. Oben ist die hochauflösende Kamera zu sehen. (Foto: pm)

Erfolgreiche Rezertifizierung – Zweite Kamera ermöglicht noch schnellere Untersuchung

Mosbach.  (pm) Auf hohe medizinische Kompetenz bei Schlaganfällen können Patienten der Neckar-Odenwald-Kliniken weiterhin vertrauen. Dies zeigt die erfolgreiche Rezertifizierung der Lokalen Schlaganfallstation am Standort Mosbach der Kliniken. Dabei wurden durch unabhängige Prüfer zahlreiche Bereiche von der Zentralen Notaufnahme bis hin zu den vorhandenen medizinischen Geräten genau unter die Lupe genommen. Weitere drei Jahre darf die Station nun die Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen tragen.

Dass hinter der Rezertifizierung die Arbeit eines interdisziplinären Teams steckt, machte der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin Dr. Rüdiger Mahler bei der Präsentation des offiziellen Zertifikats deutlich. „Ein Schlaganfall ist eine komplexe Erkrankung, die schnelles Handeln von kompetenten Ärzten und Pflegern erfordert.

Dass wir ein solches Team hier haben, darauf bin ich stolz“, unterstrich Mahler zusammen mit Dr. Peter A. Oberst, Sektionsleiter für Kardiologie an den Kliniken. Beide betonten, wie viel Training notwendig war, um die hohen Qualitätsstandards der Arbeitsgemeinschaft wieder zu erfüllen: „Der Standort Mosbach ist nun nach wie vor ein Kompetenzzentrum für Schlaganfallpatienten.“ Im vergangenen Jahr habe man so 331 Patienten helfen können.

Ausgerüstet ist die Station („Stroke Unit“) unter anderem mit einer hochauflösenden Kamera, über die kooperierende Neurologen des Schlaganfallzentrums der Universitätsklinik Heidelberg zugeschaltet werden können. Gemeinsam wird so für jeden Patienten individuell das Vorgehen festgelegt. Hat das Computertomogramm einen Verschluss einer Hirnschlagader ergeben und sind weitere Voraussetzungen erfüllt, kann mit einer so genannten Lysetherapie, einer Blutverdünnung zur Auflösung des Gerinnsels, begonnen werden.

„Bei besonders kritischen Patienten verlegen wir per Helikopter in ein überregionales Schlaganfallzentrum. Der Helikopterlandeplatz ist direkt auf dem Dach des Krankenhauses“, erklärte Mahler die Abläufe. Damit jeweils immer die beste Klink gewählt wird, sind die Kliniken Mitglied im Schlaganfall-Konsortium Rhein-Neckar (FAST).

Eine große Verbesserung sei die Installation einer zweiten Videokamera in derZentralen Notaufnahme, so dass jetzt Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall dort direkt vor die Kamera gefahren werden können. „Das ist eine deutliche Zeitersparnis, die weitere Minuten bringt“, ergänzte Oberst.

Beide Ärzteappelliertenzudem an die Bevölkerung, sich über die Symptome (u. a. halbseitige Lähmung, Sprachstörungen, Schwindel) gut zu informieren und im Zweifelsfall den Notruf 112 zu wählen: „Wenn der Verdacht auf Schlaganfall besteht, bitte nicht erst noch einmal hinlegen und hoffen, dass es wieder vergeht. Der Schlaganfall ist ein zeitkritischer Notfall“, so der im Zweifelsfall lebensrettende Hinweis der Ärzte.

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