„Perverse“ gegen Intoleranz und Willkür

Aus der Turmschenke wird die Villa Katzenbuckel. (Foto: privat)

LEADER versagt bereits bewilligten Zuschuss – Für viele Ausdruck von Behörden-Willkür

Waldkatzenbach.  Seit Anfang des Jahres arbeiten Sandra und Norbert Haas mit viel Herzblut daran, sich ihren Traum zu erfüllen und aus der Turmschenke die Villa Katzenbuckel zu machen (KP berichtete). Nachdem der LEADER-Ausschuss im Dezember 200.000 Euro für das gastronomisch-kulturelle Projekt in Waldkatzenbach zusagte, stand auch die Finanzierung und dem Kauf der Turmschenke von Ulrike und Bernd Geier stand nichts mehr entgegen.

Doch schon lange vor dem Verkauf der Immobilie machte eine kleine, aber lautstarke Gruppe, die vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Bienek moralisch unterstützt wird Stimmung gegen die Villa Katzenbuckel und gegen Sandra und Norbert Haas. Grund für die Kampagne sind bis zu acht Veranstaltungen im Jahr, die sich ausschließlich an angemeldete Erwachsene richten. Für Bienek sind das alles Perverse, so sein Leserbrief, die man mit allen Mitteln stoppen müsse, so die Forderung einer Bürgerinitiative Naherholungsgebiet Katzenbuckel. Gesprächsangebote der neuen Eigentümer wurden ignoriert

Die Vertreter oder Sympathisanten dieser Initiative, zu der sich weniger als 20 Personen bekennen, schreckt offenbar auch vor illegalen Methoden nicht zurück, berichten Beobachter. So wurde die Baustelle mehrfach widerrechtlich betreten, Fotos angefertigt und anonyme Anzeigen an diverse Behörden geschickt. Trotz unserer Anfragen, haben wir die Verantwortlichen der BI bisher nicht zu einer Stellungnahme bewegen können.

Dessen ungeachtet machten die neuen Eigentümer weiter, um den Eröffnungstermin Ende April zu halten. In einer Facebook-Gruppe, der inzwischen über 300 Menschen angehören, erhält Familie Haas viel Zuspruch, sind doch viele froh darüber, dass am Katzenbuckel ein gastronomisches Angebot erhalten wird. So wurden inzwischen sogar Fanartikel wie T-Shirts beschafft. Auch die ersten Veranstaltungen wie ein Comedy-Menü sowie Brunchtermine wurden bereits angekündigt und die Künstler wurden gebucht.

Doch nun erreichte Sandra und Norbert Haas ein Schreiben, dass den beiden Villa-Eigentümern zunächst den Boden unter den Füßen wegzog. Die LEADER-Stelle kündigte nämlich an, die zugesagte Förderung in Höhe von 200.000 Euro nicht zu gewähren. Somit bricht ein wesentlicher Baustein der Finanzierung des Projekts weg, in das Familie Haas insgesamt 1 Mio. Euro investieren will.

Der Geschäftsführer von LEADER Neckartal-Odenwald, Martin Säuerle, teilt hierzu mit, dass man den Vorgang aufgrund der öffentlichen Diskussionen um die Villa Katzenbuckel an die zuständigen Landesbehörden weitergeleitet habe.

Dabei hätten das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe festgestellt, dass die Beschlussfassung des LEADER-Auswahlausschusses zum Projekt „Villa Katzenbuckel“ ungültig sei. Begründet wird diese Feststellung damit, dass bei der Antragstellung wesentliche Aspekte für die Beschlussfassung nicht ausreichend dargestellt worden seien.

Sandra und Norbert Haas sind von dieser Behauptung sehr betroffen. Man habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt und auch die Lifestyle-Events im Antrag genannt. Sogar der Begriff Erotik-Events sei bei den Gesprächen mit LEADER gefallen, ist sich Sandra Haas sicher. Auf Joy habe man am 20. November ein Profil erstellt, das schon zu diesem frühen Zeitpunkt für Wellen gesorgt habe, weil es von einem angemeldeten Villa-Gegner entdeckt worden sei. Man habe also zu keiner Zeit gelogen, empört sich Familie Haas.

Für die Mitglieder der Fangruppe ist dieses Schreiben eine „ruinöse Unverschämtheit“, die man so nicht akzeptieren könne. Gemeinsam mit Sandra und Norbert Haas wollen die über 300 Fans dagegen vorgehen, indem Sie Briefe an die Verantwortlichen schreiben und eine Crowdfunding-Aktion unterstützen wolle . Es könne nicht sein, dass eine „kleine, verklemmte, intolerante Minderheit“ ein solches Projekt stoppen kann, empört man sich in der Gruppe. Sandra Haas hofft auf weltoffene Unterstützer. Wenn 2.000 Menschen jeweils 100 Euro beitragen, sei die LEADER-Lücke geschlossen, hofft Sandra Haas. Aber auch kleinere Beiträge seien herzlich willkommen.

Außerdem will Familie Haas kämpfen und hat daher einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

Infos im Internet:

www.villa-katzenbuckel.de
www.startnext.com/villa-katzenbuckel

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1 Kommentar

  1. Die Art und Weise wie mit dem Projekt „Villa Katzenbuckel“ umgegangen wird ist äußerst perfide. Es grenzt an reiner Willkür!

    Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb man den bereits erteilten Bescheid entziehen sollte:

    Die Investoren erfüllen alle Projektauswahlkriterien nach der VwV LEADER, der ELER-VO 1305/2013, MEPL III und die Vorgaben des Regionalen Entwicklungskonzepts (REK).

    Weshalb hat sich das RP-Karlsruhe also herabgelassen und folgt dem lautstarken Getöse einer kleinen Minderheit? Weshalb hat sich das LEADER-Gremium unter dem Geschäftsführer Martin Säuerle nun offen gegen das Projekt gestellt? Die Projektauswahl war im Vorfeld doch eine wohlüberlegte und gut geprüfte Entscheidung!?

    In Bezug zu den Projektauswahlkriterien decken die Investoren die Handlungsfelder 2 bis 4 ab und sie haben bereits im Vorfeld gezeigt, dass sie viele der 25 Kriterien der regionalen Entwicklungsstrategie erfüllen und damit mehr als die erforderlichen 16 Punkte im Bewertungssystem erreicht haben.

    Nochmal: Der Entzug des Bescheids erscheint willkürlich und ist sicherlich nicht rechtssicher begründbar.

    Das LEADER-Gremium unter dem Geschäftsführer Martin Säuerle sollte dazu verpflichtet werden, eine öffentlich einsehbare Liste zur Punktevergabe in Bezug auf die Projektauswahlkriterien zusammenzustellen. Aus Gründen der Transparenz sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein und nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt werden!

    Meiner Meinung nach ist die Entscheidungsfindung des LEADER-Gremiums nicht objektiv, nicht nachvollziehbar und schon gar nicht transparent.

    Gegen den Entzug der Förderzusage sollte definitiv Widerspruch eingelegt und der Rechtsweg gewählt werden!

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