Gemeinsam durch die Krise

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(Symbolbild – Pixabay)

Stadtverwaltung und innerstädtische Gewerbetreibende tauschen sich aus

Mosbach.   (pm) Erst Lockdown, dann Einschränkungen: Mosbacher Sommer ausgefallen und Erlebnismärkte abgesagt. Die innerstädtische Wirtschaft steht unter Druck. Dies nahm Oberbürgermeister Michael Jann zum Anlass und lud Einzelhändler, Gastronomen, Handwerker und Dienstleister zu einem abendlichen Austausch in die Alte Mälzerei ein. „Mir ist sehr wichtig, dass wir gemeinsam Lösungen für die kalte Jahreszeit entwickeln“, so Jann in seiner kurzen Begrüßung. „Wir möchten Sie unterstützen, indem wir Ihnen bei der Suche nach Alternativen aktiv zur Seite stehen“.
 
Mitgebracht hatte er den Geschäftsführer des Nordbadischen Handelsverbandes Swen Rubel, der den Wirtschaftsraum Innenstadt und seine Herausforderungen beleuchtete. Citymanagerin Andrea Zorn und Kämmerin Simone Bansbach-Edelmann stellten die finanziellen Möglichkeiten und die geplanten Aktionen in der Innenstadt vor. Zusammen mit Swen Rubel spannten sie damit den Rahmen für die gemeinsame Diskussion auf. Moderiert wurde die Diskussion durch Geschäftsführer Dr. Andreas Hildenbrand von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar.
 
„Innenstadtprägende Sortimente wie Kleidung, Schmuck und Schuhe sind besonders hart getroffen. Das liegt auch an verändertem Verbraucherverhalten. Fast überall werden nun auch die Weihnachtsmärkte abgesagt“, so Rubel. Jetzt sei Kreativität gefragt, um Alternativen zu entwickeln. Innenstädte müssten sich durch Alternativen weiter zu multifunktionalen Shopping-Centern entwickeln. In Mosbach, so der anschließende Bericht von Andrea Zorn über derzeitige Planungen, setzt man auf Stadterlebnis-Aktionen ohne Enge und Gedränge, bei der die gesamte Einkaufsmeile als Erlebniszone, jedoch ohne Veranstaltungscharakter bespielt wird. Die Aktionen wurden im engen Schulterschluss mit der Einzelhändlergemeinschaft Mosbach Aktiv und weiteren Akteuren entwickelt. Bis Ende der Sommerferien lief das Sommerstadterlebnis mit Schaufensterausstellung und Bistrobestuhlung mit Straßenmusikaktionen. Herbst- und Adventserlebnisse folgen fast nahtlos. „Das Stadterlebnis im Herbst „Altstadtflimmern“ läuft seit Anfang Oktober. Eine Stadterlebnisaktion in der Adventszeit ist in Planung – Mitstreiter werden gerne gesehen und können sich noch melden.
 
Auch die Hilfsmaßnahmen für die örtliche Gastronomie fasste Andrea Zorn in ihrem Bericht zusammen. Zur Unterstützung der Gastronomie wurden die Sperrzeiten verkürzt, sodass täglich jeweils eine Stunde länger im Freien bewirtet werden kann. Die Flächen der Außenbestuhlung wurden temporär wo immer möglich flexibel erweitert. Außerdem verzichtet die Stadt auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren, was sich auf einen Betrag von mindestens 10.000 € beziffern lässt. Darüber hinaus werden Windschutzvorrichtungen, Zelte und gegebenenfalls Heizgeräte unbürokratisch auf Antrag genehmigt, vorausgesetzt, sicherheitsrelevante Vorgaben werden eingehalten. „Bitte sprechen Sie uns frühzeitig an. Wir beraten Sie gern, wenn Sie davon Gebrauch machen wollen. Der Brandschutz insbesondere in den engen Altstadtgassen ist nicht ganz einfach. Deshalb müssen wir uns eng abstimmen“, so Jann.
 
Den Präsentationen von laufenden Hilfsmaßnahmen und Aktionen folgte eine lebhafte Diskussion, die das Bedürfnis deutlich machte, in diesen ungewöhnlichen Zeiten zusammen zu stehen und gemeinsam zu handeln. Aus dem Teilnehmerkreis vorgeschlagene und diskutierte Maßnahmen waren beispielsweise längere Öffnungszeiten der Geschäfte und die erweiterte Präsentation von Waren mit Hilfe von Waren- oder Kleiderständer im Außenbereich. In der kalten Jahreszeit könnten auch Schaufenstermodenschauen an die Stelle der Außenpräsentation treten. Persönlicher Kontakt sei entscheidend, um auch Emotionen anzusprechen. Einladungen sollten gemeinsam analog und digital über eine Plattform („digitaler Kanal“: App und Social Media) erfolgen. Nicht nur an Aktionstagen sollten die Schaufenster länger beleuchtet werden, sondern generell mindestens bis 22 Uhr. Mosbach macht’s anders“, so der gemeinsame Tenor, der gut auch als Slogan nutzbar sein könnte
 
Auch perspektivisch könne man gemeinsam punkten: Der Trend zum Homeoffice mache den ländlichen Raum wieder attraktiver. Überhaupt sei die Lage im ländlichen Raum mit seiner Naturnähe und den Freizeitmöglichkeiten im Freien in dieser Zeit eher positiv zu sehen. Dieser Wandel solle in den Entwicklungsprozess für ein Leitbild zur künftigen Entwicklung der Mosbacher Innenstadt einfließen. Eine Begleitung dieses Prozesses durch die regionalen Medien ist wünschenswert, damit die Menschen aus dem urbanen Raum davon erfahren und einen Umzug in die Region erwägen.
 

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