Gemeinderat hat „Klimastress im Odenwald“

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Klimawandel und Trockenheit setzten dem Mudauer Wald enorm zu, weshalb lediglich ein Drittel planmäßig geerntet werde konnte. Um für das zukünftige Wetter künftig besser gewappnet zu sein, sollen die Pflanzungen mit Douglasie, Zedern, Bergahorn und Esskastanien erfolgen. (Foto: Liane Merkle)

600 Festmeter Sturmholz und 500 Festmeter Käferholz im Mudauer Forst – Glasfaseranschluss für alle –

Mudau. (lm) Neben Corona beherrscht nach wie vor der Glasfaserausbau zum schnellen Internet die Tagesordnungen so mancher Sitzung. So auch in der jüngsten Zusammenkunft des Mudauer Gemeinderates in deren Verlauf sowohl Herbert Knapp von der örtlichen Verwaltung als auch Gregor Strobel als Projektleiter von der Firma IK-T aus Regensburg den aktuellen Masterplan für den Glasfaserausbau in Mudau mit allen Teilgemeinden vorstellten.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger einleitend: „Seit über 12 Jahren wird in der Gemeinde Mudau die Breitbandversorgung als kommunales Aufgabenfeld gesehen und in dieser Zeit konnte durch Investitionen der Gemeinde und durch das Programm des Neckar-Odenwald-Kreises die Versorgung nahezu aller Ortsteile deutlich verbessert werden“. Gleichwohl wurde dabei auch deutlich, dass man im ländlichen Raum den städtischen Möglichkeiten immer noch hinterherhinke und eine zeitliche Raffung des Ausbaus wünschenswert sei. Wie weiter erläutert wurde sei die derzeitige Verbesserung dadurch erreicht worden, dass Glasfaseranschlüsse an ausgewählte Verteilerkästen herangeführt und diese Versorgungspunkte dann technisch aufgerüstet wurden.

„Von dort aus führt allerdings das Signal auch weiterhin über die bestehenden Kupferleitungen bis in die Häuser“. Es sei jedoch langfristiges Ziel der Bundesregierung, in Deutschland einen direkten Glasfaseranschluss in jedes Gebäude zu bringen, weil damit die bisherigen Restriktionen durch die so genannte „Dämpfung“ der Kupferverbindungen entfallen und damit erheblich höhere Datenraten bereit gestellt werden können.

Der Gemeinderat hatte bereits im Juli vergangenen Jahres die Firma IK-T aus Regensburg mit der Erstellung eines Masterplanes für die Glasfaserversorgung aller Gebäude in Mudau bei einer kompletten Förderung zum Preis von 36.656 Euro beauftragt. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilte, konnte man anlässlich der Erschließung des Baugebietes „Rumpfener Buckel“ aus diesem Masterplan einen praktischen Nutzen ziehen, nachdem weder die Telekom noch ein sonstiger Anbieter die notwendigen Leerrohre im Gebiet verlegen konnte oder wollte.

So wurde von der Gemeinde mit Unterstützung von IK-T die Leerrohrinfrastruktur am „Rumpfener Buckel“ geplant und gebaut. Die Mitglieder des Gemeinderates nahmen auch dies zustimmend zur Kenntnis. Mit geplanten Gesamtkosten in Höhe von einer knappen Million Euro sollen die erforderlichen Arbeiten zur Abwasser- und Fremdwasserbeseitigung sowie für die Wasserversorgung im Bereich „Alter Weg“ in Schloßau durchgeführt werden. Die Verwaltung wurde auch damit beauftragt, die möglichen Förderanträge zu stellen.

Wie Dipl. Ing. Oswald Gehringer vom Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim erläuterte, sei bei der Überarbeitung des Allgemeinen Kanalisationsplanes und der Fremdwasserstudie ermittelt worden, dass im Bereich des „Alten Weges“ der gesamte Abfluss aus dem Ortsteil in zwei Schächten zusammentrifft, wodurch ein erhöhter Ein- und Rückstau entsteht. Durch undichte Kanäle würden auch die in diesem Bereich liegenden zahlreichen Brunnen und Quellen in den Mischwasserkanal einleiten und so für ein hohes Fremdwasseraufkommen sorgen. Dies sorge für höhere Betriebskosten am Pumpwerk Schloßau und der Kläranlage in Mudau.

Zur Kenntnis nahmen die Mitglieder des Gemeinderates auch den aktuellen Bericht der Forstbetriebsleitung und der Forstlichen Vereinigung Odenwald Bauland, vertreten durch Forstbetriebsleiterin Anna Haas, Geschäftsführer Helmut Schnatterbeck und Revierleiter Michael Schwarz. Hierbei wurde kurz auf die Schnittstellen in der Aufgabenbewältigung der beiden Institutionen eingegangen und ein Lagebericht über den allgemeinen Zustand des Gemeindewaldes abgegeben.

Der Schwerpunkt lag vor allem bei den Auswirkungen der Dürre, des Schädlingsbefalls und des Klimawandels -kurz „Klimastress im Odenwald“ und wie sich dies in Zukunft auf Entwicklung und Ertrag der Wälder auswirken werde. Dabei wird vermutet, dass auch die Buche auf Dauer nicht mehr im Odenwald überleben wird. Von den 7.000 Hektar Wald auf Mudauer Gemarkung wurden 600 Festmeter Sturmholz, 500 Festmeter Käferholz und lediglich ein Drittel des Einschlags planmäßig durchgeführt. 2020 sind Pflanzungen mit Douglasie, Zedern, Bergahorn und Esskastanien erfolgt, die man beobachtet.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt setzte der Gemeinderat den Bauplatzpreis für das neue Baugebiet „Rumpfener Buckel“ in Mudau mit 120 Euro pro Quadratmeter fest, wobei die Erschließungs-, Wasserversorgungs- und Abwasserbeiträge bereits enthalten sind. Weiter wurde der Bauplatzpreis für die vorhandenen kommunalen Bauplätze in den Ortsteilen Donebach, Langenelz, Mörschenhardt, Reisenbach, Scheidental, Schloßau und Steinbach mit 55 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Für die Bauplätze in Mudau/Brückengut soll ein Preis von 70 Euro/qm verlangt werden. Auch hier sind im Verkaufspreis die Erschließungs-, Wasserversorgungs- und Abwasserbeiträge bereits enthalten.

Die Stadt Buchen plant mit der „Marienhöhe“ ein neues Baugebiet zu erschließen, wogegen keine Bedenken oder Anregungen geäußert wurden. Abschließend der Sitzung genehmigte das Gemeindegremium die Anträge auf Anlage von Weihnachtsbaumkulturen auf der Gemarkung von Donebach von 45,46 Ar und auf der Gemarkung Schloßau/Waldauerbach von 2,21 Hektar.

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