In Großeicholzheim sprudeln die Ideen

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(Foto: Liane Merkle)

Dorfgemeinschaft will Schlosspark aufwerten

Großeicholzheim. (lm) Das Milchhäusle in Großeicholzheim war schon immer ein ganz besonderer Treff- und Kommunikationspunkt. Bei seiner Erbauung 1952 im ursprünglichen Verwendungszweck zur Milchannahme und gleichzeitig als öffentliche Waschküche.

Dem Strukturwandel in der Landwirtschaft geschuldet erfuhr das ansprechende Gebäude etwa 30 Jahre später eine Nutzungsänderung als Bushaltestelle, Treffpunkt für die Jugend und Info-Tafel für Vereine. Doch der Ortschaftsrat von Großeicholzheim machte das inzwischen stark renovierungsbedürftige und mit Graffiti verschmierte Gebäude 2019 zu seinem Leuchtturmprojekt und auf einmal sprudelten die Ideen nur so (NZ berichtete).

Natürlich war eine grundlegende Verschönerung und Renovierung immer noch Top-Thema, aber darüber hinaus wurde die Idee geboren, hier einen „Infopoint für Großeicholzheim“ einzurichten, inklusive Nachrichtentafel, Regio-Verkaufsautomat, offene Bücherregale und Mitfahrerbank.

Die fehlenden finanziellen Mittel wollte man durch viel Eigenleistung und den Versuch, einen Leader-Zuschuss zu erhalten, ausgleichen. Und mit Unterstützung von Bürgermeister Thomas Ludwig und der Gemeindeverwaltung gelang dieser Plan bis zur Genehmigung von ca. 15.600 Euro Zuschuss bei Investitionskosten von rd. 20.000 Euro.

Der außergewöhnliche Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft war mitverantwortlich, für die Bewältigung der umfangreichen Renovierungsarbeiten. Trotz der einschränkenden Corona-Bedingungen wurden die Arbeiten in der Rekordzeit von knapp zwei Monaten bewältigt.

Ortsvorsteher Reinhold Rapp ist stolz und begeistert über den Einsatz „seiner“ Großeicholzheimer. Neben den sechs Ortschaftsräten waren 20 weitere Bürger aktiv und arbeiteten 250 Stunden zum Wohle des Seckacher Ortsteils.

Der Regio-Verkaufsautomat erfährt nach den Sanierungsarbeiten einen deutlichen Zuwachs an Kunden. Das Angebot des Automaten umfasst ausschließlich regionale und saisonal angepasste Produkte. Darunter leckere Knabbereien aus der örtlichen Demeter-Bäckerei Fritze-Beck, Getränke vom Förderverein Wasserschloss Großeicholzheim, Honig von Imker Köbler, Wurst- und Fleischwaren der Metzgerei Eberle, Dosenwurst vom Gasthaus Löwen und die heiß begehrten Eier vom Geflügelhof Pfeiffer aus Bödigheim.

Doch die Großeicholzheimer ebenso wie die Anbieter im Automaten können auch stolz und dankbar auf ihren Ortsvorsteher sein, der etliche ehrenamtlichen Stunden mit dem Befüllen des Automaten, dem Ordnen der drei Bücherregale – von denen eigentlich nur zwei geplant waren, und dann aufgrund der Bücherschwemme ein drittes gesponsert wurde – sowie dem Säubern des Verkaufsraums investiert.

Die Bestückung des Automaten und die Terminabsprachen mit den Lieferanten sei das kleinere Problem, so Reinhold Rapp. Der Verkaufsautomat informiert Rapp per App über das Smartphone, wenn ein Produkt zur Neige geht. Getränke und Eier kann er aus seinem Lager selbst auffüllen, ansonsten werden Termine mit den Produzenten vereinbart.

Dass diverse Nutzer Zigarettenkippen und Müll im Verkaufsraum hinterlassen, kann Ortsvorsteher Rapp nicht akzeptieren. „Da fehlt es einigen wohl doch an Anstand und Gemeinsinn, denn das ganze Projekt dient ja der Gemeinschaft und sollte eben auch von allen pfleglich behandelt werden“, kritisiert Rapp dieses Verhalten. Die Reinigung bleibe an ihm uns seiner Frau Anke hängen.

Erfreulich ist auch die Einrichtung der Mitfahrerbank (NZ berichtete). Denn es sei auf jeden Fall schöner, auf dieser Bank auf einem Autofahrer zu warten, mit dem man dann zum Wunschziel fahren kann. Dies sei besser, als irgendwo am Straßenrand zu trampen, wo kein Fahrzeug gefahrlos anhalten könne, so der Ortsvorsteher

Reinhold Rapp bringt sich wie die meisten seiner Mitbürger gerne für den Heimatort ein,. Dank einer sehr aktiven und zahlenmäßig gut aufgestellten Truppe plant der Ortschaftsrat in naher Zukunft die Aufwertung des Schlossparks und eine sinnvolle Nutzung des angrenzenden alten Lagerhauses.

„Es wäre schön, wenn diese beiden Vorhaben als Aufwertung unserer dörflichen Lebensqualität dann ebenfalls mit LEADER-Zuschüssen realisiert werden könnten, denn auf die Power meiner Großeicholzheimer kann ich mich verlassen“, blickt Reinhold Rapp in die Zukunft.

(Foto: Liane Merkle)

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