Wie findet man unterbewertete Aktien?

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Die nationalen und internationalen Aktienmärkte stehen am Allzeithoch oder nahe an den Höchstständen. Da wird es natürlich immer schwieriger Aktien zu finden, die nicht überbewertet sind. Deshalb haben wir im Folgenden ein paar Möglichkeiten zusammengestellt, die dabei helfen werden, unterbewertete Aktien zu finden, denn die gibt es auch im aktuellen Markt noch und auf diese sollte man sich im Moment konzentrieren. Was man im Folgenden nicht findet, sind Aktientipps! Wir stellen lediglich die Mittel zur Verfügung, die es ihnen erlauben, gute und unterbewertete Aktien zu finden.

Nutzen Sie einen Aktien Screener

Wenn Sie sich auf die Top 10 Listen der einschlägigen Finanzhäuser verlassen wollen, dann finden Sie sicherlich auch dort gute Aktien. Wir empfehlen ihnen aber, dass Sie ihre Auswahl besser selbst vornehmen sollten. Dafür brauchen Sie aber einen Screener. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Software, die man zum Teil auch kostenlos nutzen kann. Damit kann man Aktien nach bestimmten fundamentalen Werten miteinander vergleichen und die überbewerteten von den unterbewerteten trennen. Zu den beliebtesten Anwendungen gehören Finbox, Morningstar, Tradingview und Finviz. Diese sind zum Teil kostenlos und helfen dabei, eine Vorauswahl zu treffen. Um billige Aktien zu finden, sollten Sie vor allem ganz genau auf die folgenden Fundamentaldaten schauen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist auf der Suche nach unterbewerteten Aktien ein wirklich guter Startpunkt. Die Kenngröße hilft dabei eine Aktie zu analysieren. Mit dem KGV wird das Verhältnis zwischen dem Aktienkurs und dem Gewinn pro Aktie angegeben. Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Windpark-Unternehmen ein KGV von 10 hat und der direkte Konkurrent ein KGV von 21. Theoretisch könnte man jetzt davon ausgehen, dass das erste Unternehmen unterbewertet ist, denn umso geringer das KGV, desto besser ist es. Soweit zumindest die Theorie, obwohl es natürlich etwas komplizierter ist als das. Ein niedriges KGV spricht nicht immer gleich nur für ein gutes Unternehmen und eine Firma mit einem hohen KGV muss auch nicht zwangsläufig überbewertet sein. Es kann also durchaus sein, dass in unserem Beispiel das Unternehmen mit dem höheren KGV das Unterbewertete der beiden ist. Hier kommt auch noch zum Tragen, dass man sich nicht nur auf eine einzelne Kennzahl verlassen sollte. Man muss immer unterschiedliche Daten und Entscheidungen in die Auswahl einer Aktie miteinfließen lassen. Das KGV ist ein guter Startpunkt, aber alleine betrachtet nützt dieses nur bedingt.

Die Dividende

Bei der Auswahl einer Aktie sollte man sich auch die Dividende sehr genau anschauen. Hierbei handelt es sich um eine zumeist jährliche Sonderzahlung von Unternehmen an seine Aktionäre. Bei der Bewertung einer Aktie spielt die Dividende eine wichtige Rolle. Denn es macht einen riesigen Unterschied, ob man eine Dividende von 1% oder von 10% ausbezahltbekommt. In der Bewertung darf man diesen Teil nicht vergessen, nur ein einfacher Blick auf den Kursverlauf reicht da nicht aus. Man muss schon etwas genauer hinsehen. Aber auch eine hohe Dividende alleine muss nicht für eine unterbewertete Aktie sprechen. Auch sollte man sich von Dividenden nicht zu sehr verleiten lassen da es auch hier keine Garantie dafür gibt, dass diese auch in Zukunft in dieser Höhe ausgezahlt wird. In den letzten 12 Monaten konnte man zum Beispiel sehr schön beobachten, wie viele Unternehmen ihre Dividenden gekürzt oder sogar ausgesetzt haben. Aber auch die Dividende ist nur ein Teil der Gesamtbewertung.

Free Cash Flow

Neben den zwei bereits erwähnten Fundamentalkennziffern sollte man sich bei der Suche nach unterbewerteten Aktien auch den Free Cash Flow ansehen. Hierbei handelt es sich um die Summe, die der Aktiengesellschaft nach allen Ausgaben innerhalb eines Quartals oder eines Jahres zur Verfügung stehen. Je höher der CashFlow, desto besser. Diese Kennzahl eignet sich vor allem für Unternehmen, die noch keine Gewinne abwerfen. Zum Beispiel kann ein Unternehmen ein KGV von 70 haben und auf den ersten Blick scheint diese Aktie überbewertet. Schaut man sich dann aber den CashFlow an, kann es durchaus sein, dass ein hohes KGV mehr als gerechtfertigt ist. Hieran sieht man wieder, dass es extrem wichtig ist, dass man mehrere Kennzahlen in die Entscheidung mit einfließen lässt. Denn es gibt keine einzelne alles entscheidende Kennziffer bei der Auswahl einer Aktie, vor allem wenn man unterbewertete Aktien finden will, muss man daher ganz genau hinschauen.

Die zu Beginn erwähnten Aktien Screener machen einem diesen Vorgang allerdings sehr einfach. Suchen Sie zum Beispiel nach Aktien mit einem KGV unter 20, die eine Dividende von über 3% auszahlen, einen hohen CashFlow aufweisen und gleichzeitig noch mit über 20% jährlich wachsen, dann wird Ihnen die Software wahrscheinlich einen Gewinner anzeigen.

Beachten Sie aber bitte, dass Sie nach dem Screening die gefundenen Aktien nochmal selbst genauestens unter die Lupe nehmen sollten, denn auch das Screening ist nur ein kleiner Teil einer guten Aktienbewertung.

 

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