„Handwerk hat eine goldene Zukunft“

(Foto: pm)
Osterburken.  (pm) Auch tropische Frühsommertemperaturen hielten zahlreiche interessierte Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern nicht davon ab, eine Informationsveranstaltung am Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) zur Berufsorientierung zu besuchen.

Organisatorin der Veranstaltung war Vera-Katharina Heeg. Michael Schubert (Würth Industry Service GmbH & CO.KG) und Holger M. Rößler (Ziehl – Abegg) gestalteten den Abend. Sie stellten den Berufsfindungsprozess und den Ablauf eines klassischen Bewerbungsverfahrens vor.

Zugleich erläuterten sie die Erwartungen von Unternehmen an ihre künftigen Mitarbeiter. Am Ende standen sie den anwesenden Schülern und Eltern für Fragen zur Verfügung.

Berufsorientierung ist nicht nur ein zentrales Thema für Gespräche am Küchentisch. Auch Arbeitgeber machen sich zunehmend Gedanken. Aspekte wie die Möglichkeiten zur Weiterbildung, Gesundheitsmanagement, Angebote zur Teilnahme an Betriebssportgruppen, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuungszuschüsse u.v.a. dienen dem bewussten Anwerben von Talenten.

Im Berufsfindungsprozess ist es von entscheidender Bedeutung, sich über verschiedene Dinge klar zu werden: Was kann ich? Was will ich? Empfehlenswert ist es aufzuschreiben, was man will und was man nicht will, um eigene Talente zu entdecken.

Eine halbe Stunde Zeit kann bereits dafür reichen. Die Anlage eines Stärkeprofils ist sinnvoll. Zugleich sollte man zu seinen Schwächen stehen und diese akzeptieren. Vera-Katharina Heeg verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit des rund zweistündigen „CheckU“-Tests, den die Bundesagentur für Arbeit zur Berufsorientierung anbietet.

Auch die Firmen rufen zur Nutzung schulischer und privatwirtschaftlicher Angebote auf. So sind Praktika wahre Schätze. Man hinterlässt bei den Unternehmen einen ersten Eindruck, bekommt ein gewisses Gespür hinsichtlich der Unternehmenskultur und dem Umgang miteinander, knüpft Kontakte und kann auch Dinge ausschließen.

Es gibt so gesehen kein Scheitern. Selbst ein scheinbares Negativerlebnis ist positiv, da beide Seiten feststellen können, dass man nicht zueinander passt. Zudem werden Praktika mittlerweile teilweise sogar bezahlt.

Man sollte auch Ferienarbeit nicht unterschätzen. Die Eindrücke, die beide Seiten gewinnen können, sind genauso wertvoll wie die bei einem Praktikum. Unternehmer bemühen sich daher, für Ferienarbeiter etwas Passendes zu finden, da man in Schülerinnen und Schülern bereits die Arbeitnehmerinnen und -nehmer von morgen sieht.

Ferienarbeit ist eine perfekte Möglichkeit, erste Netzwerke zu knüpfen. Nicht umsonst werden 25% aller Mitarbeiter letztlich aus dieser Gruppe rekrutiert. Ferienjobs und Praktika sind die erste Eintrittskarte.

Anhand eines exemplarischen Bewerbungsverfahrens informierten die beiden Dozenten über die Bewerbungsmodalitäten und gaben Tipps für die Erstellung guter und aussagekräftiger Bewerbungsunterlagen. Bewerbungen sind die zentrale Visitenkarte und ein wichtiger Nachweis für Interesse und Engagement.

Meist ist der Personalsacharbeiter die erste Hürde. Man sollte kreativ herausstechen, sich dabei aber nicht anbiedern oder übertreiben. Ein mögliches Bewerbungsgespräch sollte man stets gut vorbereiten. In diesem Zusammenhang sollte man sich über das Unternehmen informieren, aber zugleich die eigenen Unterlagen kennen. Man sollte auf das Gesamtbild achten. Wichtig ist die persönliche Zugewandtheit. Gern gesehen sind Rückfragen oder der Wunsch nach einem Feedback.

Eltern sollten ihre Kinder begleiten, über die Bewerbung drüber sehen und müssen gegebenenfalls den Ausbildungsvertrag unterschreiben, sollte die Bewerberin oder der Bewerber zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig sein.

Die Eltern sollten, das wurde deutlich, aber nicht selbst in den Vordergrund treten, die Bewerbung gar verfassen oder bei Messeständen das Wort führen. Das Kind soll schließlich kennengelernt werden.

Bewerbungen sind heute unkompliziert und schnell möglich, dies sollte aber auf keinen Fall auf Kosten der Sorgfalt gehen. Unternehmen verzichten zunehmend auf Hürden, kommen im Gegenteil sogar auf engagierte und kreative ehemalige Ferienarbeiter oder Praktikanten selbst zu.

Einstellungstests werden heute zunehmend als wenig aussagekräftige Hürde angesehen und daher in vielen Fällen nicht mehr durchgeführt.
Die letztendliche Auswahl basiert auf der Passung bei einem Arbeitskräfteüberangebot. Unternehmen freuen sich über die Bereitschaft z.B. ins Ausland zu gehen.

Doch schon vorher sorgen die Ausbildung oder das duale Studium in Unternehmen sowie mögliche Auslandsaufenthalte in der Regel für einen großen Persönlichkeitsschub.

Der Abend schloss mit regen Diskussionen. Vielleicht wurde auch schon das nächste Ferienpraktikum angebahnt…

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