BLB – Spielzeit 2022/23

Die neue Spielzeit der Badischen Landesbühne beginnt am 11. Oktober, in der Alten Mälzerei, mit einem Stück von Bertolt Brecht. Unser Bild zeigt eine Aufführung aus der vergangenen Spielzeit. (Archivbild: Hofherr)
Mosbach. (pm) Mit Bertolt Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ eröffnet die Badische Landesbühne die neue Spielzeit im Oktober in der Alten Mälzerei, in Mosbach. Das Volksstück handelt vom Gutsbesitzer Puntila: nüchtern ein skrupelloser Kapitalist – betrunken ein menschenfreundlicher Lebemann.

Neben seinen Angestellten sind auch seine Tochter Eva und vor allem sein gewitzter Chauffeur Matti vor den unberechenbaren Launen des Willkürherrschers nicht sicher. Carsten Ramm inszeniert Brechts Gesellschaftskritik als berauschende Komödie mit Live-Musik.

Gemeinsam mit anderen Künstlern haben Brecht und Helene Weigel vor 90 Jahren mit der „Roten Revue“ in Berlin gegen den Aufstieg der Nationalsozialisten protestiert. Das Programm hieß „Wir sind ja sooo zufrieden“ und war ein rauschender Erfolg, doch es ist nur bruchstückhaft überliefert.

In einem politischen Liederabend rekonstruiert die BLB in der Inszenierung von Carsten Ramm das historische Kabarettprogramm so gut es geht und lässt eine bewegte Zeit wieder lebendig werden.

In der berühmten Komödie „Fisch zu viert“ von Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer wird nicht nur ein ganz besonderes Mahl aufgetischt, sondern auch jede Menge kriminelle Energie. Hohes Tempo, Sprachwitz und schwarzer Humor versprechen einen schaurig-schönen Theaterabend. Regie führt Arne Retzlaff.

In Teresa Doplers preisgekröntem Stück „Das weiße Dorf“ begegnet sich ein Paar, das sich aus Karrieregründen getrennt hatte, per Zufall wieder. Nach und nach bekommt die glatte Oberfläche der beiden dauerzufriedenen Selbstoptimierer Risse. Petra Jenni inszeniert das komisch-traurige Porträt zweier Menschen, die ihre Gefühle auf dem Altar der Vernunft opfern.

In seinem Film „Masken“ vereint der „französische Hitchcock“ Claude Chabrol Thriller und Lustspiel zu einem medienkritischen Pamphlet gegen die leeren Glücksversprechen des Fernsehens. Carsten Ramm bringt das Drehbuch als sinnliches Theatererlebnis auf die Bühne.

Heiner Müllers meist gespieltes Stück „Quartett“ ist ein erotisch aufgeladener Schlagabtausch zwischen Mann und Frau. Liebe zeigt sich hier als ein Spiel um Gewalt und Macht und ist darin Abbild einer auf Herrschaft, Ausbeutung und Materialismus gegründeten Gesellschaft. Regie führt Alexander Schilling.

Als opulentes Sommertheater inszeniert Arne Retzlaff „Reineke Fuchs“. Die Machtkämpfe des durchtriebenen Fuchses sind erstaunlich modern. In Goethes Tierwelt unsere Gegenwart zu entdecken, verspricht einen großen Spaß.

Ein Abonnement sichert günstig den Besuch aller sieben Aufführungen in der kommenden Spielzeit. Wer sich den Preisvorteil für alle sieben Stücke sichern möchte sowie einen festen Sitzplatz reservieren, der meldet sich beim Kulturamt, Elena Riehl, Zimmer 302 im 3. OG oder telefonisch unter der Nr. 06261/82-256.

Weitere Informationen zu den neuen Stücken der Badischen Landesbühne erhalten Interessenten unter www.dieblb.de sowie im Programmheft der Spielzeit 2022/23, das auch in der Tourist Information am Marktplatz ausliegt. Karten gibt es auch unter www.reservix.de

Spieltermine in Mosbach:** – Herr Puntila und sein Knecht Matti: 11. Oktober 2022, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei

  • Wir sind ja sooo zufrieden: 22. November 2022, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei
  • Fisch zu viert: 20. Dezember 2022, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei
  • Das weiße Dorf: 17. Januar 2023, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei
  • Masken: 7. März 2023, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei
  • Quartett: 25. April 2023, 19.30 Uhr, Alte Mälzerei
  • Reineke Fuchs: 25. Juli 2023, 20.30 Uhr, Marktplatz (Freilichtveranstaltung)

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