Fazit zum 9-Euro-Ticket im VRN

(Symbolbild – Pixabay)

Neues Tarifangebot brachte kurzzeitig mehr Fahrgäste

Mannheim. (pm) Heute präsentierte der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) sein Fazit zum 9-Euro-Ticket im Verbundgebiet, das in den Monaten Juni, Juli und August 2022 bundesweit gültig war. Insgesamt wurden im Verbundraum von Mai bis August rund 1,6 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft.

50 Mio. Einnahmeverluste vom Bund ausgeglichen

Zudem haben rund 250.000 VRN-Abonnenten automatisch von der Preisabsenkung ihres Abonnements und der bundesweiten Gültigkeit profitiert. Es entstanden rund 50 Mio. Euro Einnahmeverluste, die vom Bund auszugleichen sind.

Im VRN wurden die Erwartungen in finanzieller und verkehrlicher Sicht nur zum Teil erfüllt, ein nachhaltiger positiver Effekt für den ÖPNV ist schwer zu erkennen.

Keine Neukunden gewonnen

Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim und Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (ZRN) dazu: “Wir haben uns durch die 9-Euro-Ticket-Aktion mehr Neukunden erhofft, um eine gewisse Nachhaltigkeit im ÖPNV zu erreichen. Dies ist jedoch nicht eingetreten. Grundsätzlich ist eine Vereinfachung der Tarife mit günstigeren Tickets sinnvoll.

Zugang zum ÖPNV einfach

Der Zugang zu den Bussen und Bahnen im Verbundgebiet war einfach. Das allein reicht aber offensichtlich nicht, den ÖPNV nachhaltig zu stärken.“ Volkhard Malik VRN-Geschäftsführer ergänzt: „Es fuhren kurzzeitig mehr Fahrgäste, insbesondere die S-Bahn war teilweise sogar über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet.

Es waren jedoch vor allem Gelegenheitskunden im Freizeitverkehr, die das Ticket genutzt haben. Neukunden, die auch nach dem 9-Euro-Ticket Kunden bleiben, haben wir wohl nur in sehr geringem Umfang gewinnen können. So hat sich leider die Vermutung bewahrheitet, dass das 9-Euro-Ticket ein befristetes Strohfeuer entfacht hat.“

Spezielle Befragung

Diese Wertung wird durch eine spezielle Befragung der Fahrgäste untermauert, die von der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) in Auftrag gegeben wurde und im Aktionszeitraum im Kern der Metropolregion, wo die meisten Fahrgäste im VRN unterwegs sind, stattgefunden hat. Die Auswertung ergab, dass rund 15 Prozent ehemalige Kunden das 9-Euro-Ticket gekauft haben, die den ÖPNV aus individuellen Gründen, wie z.B. die Pandemie, nicht mehr genutzt hatten. Der Anteil der Neukunden lag aber unter einem Prozent.

Fünf Prozent fahren künftig häufiger

Ernüchternd ist die Antwort auf die Frage, ob sie auch nach Auslaufen des Aktionszeitraums Bussen und Bahnen im Nahverkehr weiter nutzen wollen. Fünf Prozent der Neukunden bestätigten,  zukünftig häufiger auf den Nahverkehr umzusteigen. Dagegen wollen 73 Prozent das Angebot gar nicht oder seltener nutzen. 23 Prozent gaben an, genauso häufig wie im Aktionszeitraum den ÖPNV zu nutzen.

Verkehrlich wirkte sich das 9-Euro-Ticket spürbar aus. In der S-Bahn Rhein- Neckar waren im Aktionszeitraum rund 10 Prozent mehr Fahrgäste unterwegs. Besonders die Verbindungen in die touristischen Regionen waren mit dem 9-Euro-Ticket sehr beliebt, insbesondere an den Feiertagswochenenden.

Zusätzliche Züge eingesetzt

Die Bahn hat für noch mehr Kapazitäten zusätzliche Züge eingesetzt und verstärkte darüber hinaus entlang touristischer Strecken das Personal in Zügen und Bahnhöfen. Daran zeigt sich aber auch, wie wichtig ein weiterer Ausbau der Infrastruktur für eine nachhaltige Gestaltung des Personennahverkehrs in Zukunft ist.

Die Nutzungshäufigkeit bei den Abo-Kunden mit VRN-Jahreskarten wie das Rhein-Neckar-Ticket, Job-Ticket, Karte ab 60 usw., ist während des Aktionszeitraumes nahezu gleichgeblieben. Die VRN-Jahreskarten, die automatisch bundesweit galten, wurden in geringem Umfang nun auch für Fahrten außerhalb des VRN genutzt.

Klima-Ticket als Nachfolgeregelung

Ob ein „Klima-Ticket“ kommen wird, wann und zu welchen Konditionen ist Gegenstand intensiver Bund-Länder-Verhandlungen im Rahmen des von der Bundesregierung geplanten Entlastungspaketes. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat hierzu Modelle gerechnet mit 49 Euro pro Monat im Jahres-Abo und 69 Euro für eine Monatskarte. Dies wäre aus Sicht der Verbundgesellschaft ein vernünftiges Angebot.

Naturschutzfonds finanziert Feuchtbiotop » NOKZEIT
Top

Naturschutzfonds finanziert Feuchtbiotop

Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurde in Rosenberg-Hirschlanden seit Mitte Oktober 2022 auf neu erworbenen landeseigenen Flächen ein Quellzufluss der Rinna aus seiner naturfernen Verbauung befreit.

In der neu gestalteten flachen Rinne kann sich nun wieder ein kleiner naturnaher Bachlauf mit seinen typischen Pflanzen und Tieren entwickeln. Gleichzeitig wurde eine neue Struktur in der Landschaft geschaffen, die einem vielfältigen Landschaftsbild zu Gute kommt. […]

„Bewusst Wild“ unterwegs sein » NOKZEIT
Umwelt

„Bewusst Wild“ unterwegs sein

Mit dem Herbstbeginn bereiten sich die Wildtiere auf den Winter vor. Vor allem dann ist Ruhe im Lebensraum der Wildtiere besonders wichtig. Der Naturpark Neckartal-Odenwald unterstützt die Initiative bewusstWild als Partnerregion und informiert über den bewussten Umgang mit Wildtieren und ihrem Lebensraum. […]

Von Interesse

FFW-Limbach-Lehrgang Gruppenführer.
Gesellschaft

Grundlagen für Feuerwehr-Karriere

Vielfältige Aus- und Fortbildungen wurden auch in diesem Jahr von Kameraden aus den sieben Abteilungen der FFW Limbach absolviert.

Bürgermeister Thorsten Weber und Kommandant Karl Wendel ließen es sich nicht nehmen, allen Feuerwehrkameraden im Limbacher Feuerwehrhaus persönlich für ihre Bereitschaft herzlich zu danken und für zum jeweiligen Bestehen herzlich zu gratulieren. […]