„Zeitenwende braucht aktive Menschen“

(Foto: privat)

Ehrungen anlässlich des Kolpinggedenktags

Mudau. (sis) Am dritten Adventssonntag, dem Sonntag Gaudete („freut euch“), feierte die Mudauer Kolpingsfamilie ihren Kolpinggedenktag, der traditionell immer um den Todestag Adolf Kolpings am 04. Dezember liegt. Pfarrer Andreas Rapp, von 1992 bis 2008 Pfarrer in Mudau und Präses der Kolpingsfamilie, war eigens in seinen früheren Wirkungsort gekommen, um den Gottesdienst zu feiern.

„Gaudete“ stand dann auch im Mittelpunkt seiner Predigt. Rapp spannte einen Bogen zur Zeit Adolf Kolpings im 19. Jahrhundert: „Auch damals, als die Industrialisierung voranschritt und immer mehr Menschen nicht mehr in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, sondern in den Fabriken der Städte unter oft unmenschlichen Bedingungen arbeiteten, erlebten die Menschen eine „Zeitenwende“. Genau wie heute.“

Damals wie heute seien die entwurzelten Menschen verunsichert und einsam gewesen. Kolping habe auf Gemeinschaft gesetzt, auf Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Und auf die Freude, die aus gemeinsamen Unternehmungen gewachsen ist.

Daran, so Rapp, sollten die Menschen auch heute – Corona und der digitalen Welt zum Trotz – festhalten: „Seid aktiv, nicht nur passiv. Tragt ein Licht in euch und gebt es weiter. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die schwachen Knie wieder fest.“ Denn, so der ehemalige Präses: „Eine „Zeitenwende“ braucht solche Menschen.“

Im Anschluss konnte seit 2019 zum ersten Mal wieder das traditionelle Frühstück stattfinden, in dessen Rahmen die Ehrungen stattfanden.

Auf jeweils 25 Jahre Mitgliedschaft können Florian Niemesch, Matthias Petzl, Clemens Herkert und Michaela Kistner zurückblicken. Thomas Streun und Manfred Dambach von der Vorstandschaft lobten insbesondere Petzl und Herkert als „immer hilfsbereit, wenn es was zu arbeiten oder organisieren gibt“.

Michaela Kistner ist schon seit über 40 Jahren eine feste Größe beim Mudauer Kolpingstheater, das an Dreikönig 2023 noch einmal aussetzt, aber dann „ganz sicher“ wieder spielen wird. „Beim Kolping bin ich also schon viel länger“, erklärte sie augenzwinkernd.

Aber offiziell gemeldet wurde sie eben erst vor 25 Jahren, was der Freude über die Ehrung, genau wie bei den anderen auch, aber keinen Abbruch tat.

Mit einem Ausblick auf weitere Termine – die Jahreshauptversammlung am 22. April und ein „Mudauer Abend“ am 21. Oktober 2023 – endete die harmonische Veranstaltung.

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