Wichtiger Nachwuchs für den Artenschutz

Ein junges Affenbaby blickt neugierig direkt in die Kamera.
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Dieses weibliche Jungtier wird ausschließlich von der Mutter aufgezogen. (Foto: Andreas Traxler)

Im Zoo Heidelberg wurde eine Weischeitelmangabe geboren

Bei den Weißscheitelmangaben im Zoo Heidelberggibt es erfreulichen Nachwuchs: Mitte September wurde ein weibliches Jungtier geboren. Die erfahrene Mutter zieht bereits zum dritten Mal Nachwuchs groß und kümmert sich aufmerksam um ihr Jungtier. Für den Zoo Heidelberg ist die Geburt auch ein Erfolg für den Artenschutz, denn Weißscheitelmangaben zählen zu den seltensten und am stärksten bedrohten Affenarten Westafrikas.

„Da es bereits ihr drittes Junges ist, meistert die Mutter die Aufzucht sehr souverän. Der Nachwuchs entwickelt sich bislang altersgerecht und macht einen rundum gesunden Eindruck“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler. Noch verbringt das junge Weibchen die meiste Zeit dicht bei seiner Mutter. Besucher können die beiden bereits auf der Anlage beobachten. In den kommenden Monaten wird das Jungtier zunehmend selbstständiger werden und beginnen, seine Umgebung eigenständig zu erkunden.

Die Geburt hat über Heidelberg hinaus Bedeutung. Weißscheitelmangaben gehören zu den am stärksten bedrohten Primaten Afrikas. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Regenwälder Ghanas und der Elfenbeinküste, vereinzelt bis nach Burkina Faso. Dort setzen ihnen vor allem die Zerstörung ihres Lebensraums sowie die Jagd erheblich zu. In vielen Regionen sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der Zoo Heidelberg für den Schutz der seltenen Affen. Auf Initiative des Zoos wurde Anfang 2001 die Artenschutzorganisation WAPCA (West African Primate Conservation Action) gegründet. Unter Heidelberger Führung haben sich zahlreiche europäische Zoos und Naturschutzorganisationen zusammengeschlossen, um Weißscheitelmangaben, Roloway-Meerkatzen und ihren Lebensraum zu schützen.

Die Projekte von WAPCA reichen von Tierzählungen und wissenschaftlicher Forschung über die Ausbildung von Wildhütern bis hin zur Einrichtung neuer Schutzgebiete. Zudem klärt die Organisation die lokale Bevölkerung über Schutzmaßnahmen auf und betreibt eine Auffang- und Zuchtstation für beschlagnahmte Affen. Ziel ist es, die westafrikanischen Regenwälder langfristig zu erhalten und bedrohten Primaten eine Zukunft zu geben. Aktuell arbeitet WAPCA an Forschungsprojekten, die die Grundlage für mögliche Wiederansiedlungen von Weißscheitelmangaben schaffen sollen.

„Jedes Jungtier trägt dazu bei, eine genetisch vielfältige Reservepopulation zu erhalten und ist ein Erfolg für den Artenschutz“, erklärt Reichler. Der Zoo Heidelberg hält Weißscheitelmangaben seit 2019 und beteiligt sich am Erhaltungszuchtprogramm für die bedrohte Tierart. Die Geburt des jungen Weibchens ist ein weiterer wichtiger Beitrag zum Schutz der seltenen Primaten.

Eine Affenmutter hält ihr Jungtier schützend im Arm.

Seit 2019 hält der Zoo Heidelberg Weißscheitelmangaben. (Foto: Andreas Traxler)

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