(Foto: Liane Merkle)
Gemeinderat berät über Kläranlage, Feuerwehrgerätehäuser und Wasserversorgung
Seckach. (lm) Gleich die erste Sitzung nach der Sommerpause verlangte den Mitgliedern des Seckacher Gemeinderats unter Vorsitz von Bürgermeister David Ackermann einiges ab – auch angesichts der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde.
Kostenfeststellung für Umspannstation
Den Auftakt machte die Kostenfeststellung für die Erneuerung der Umspannstation der Kläranlage Seckach. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 396.814,54 Euro. Der Gemeinderat genehmigte außerdem Mehrkosten in Höhe von 20.923,29 Euro sowie einen Nachtrag der Firma Henn in Höhe von 21.231,50 Euro brutto.
Im Juli 2024 hatte das Gremium der Planung zur Erneuerung der Umspannstation mit einer Kostenberechnung von 375.891,25 Euro brutto einschließlich Baunebenkosten zugestimmt. Im November desselben Jahres wurden die Tiefbauarbeiten an die Firma Henn Hoch- und Tiefbau GmbH zum Angebotspreis von 23.041,38 Euro brutto vergeben. Die Lieferung und Montage der Trafostation übernahm die Firma M&H Bührle GmbH & Co. KG zum Angebotspreis von 229.813,89 Euro brutto.
Die Mehrkosten beruhen im Wesentlichen nicht auf einer Erhöhung der vereinbarten Einheitspreise, sondern auf während der Ausführung erforderlich gewordenen Mengenmehrungen und zusätzlichen Leistungen im Bestand. Hinzu kam ein erhöhter Aufwand für den Umschluss bei laufendem Kläranlagenbetrieb. Da die Mehrkosten in den Vorlagen übersichtlich und nachvollziehbar aufgeführt waren, stimmten die Gemeinderäte der Kostenfeststellung einschließlich der Mehrkosten und des Nachtrags zu.
Kläranlage Seckach: Optimierungsmaßnahmen und Gebührenauswirkungen
Auch der nächste Tagesordnungspunkt betraf die Kläranlage Seckach. Dabei ging es um die Vorstellung der Entwurfsplanung mit Kostenberechnung für die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Strukturgutachten. Dieses umfasst investive Optimierungsmaßnahmen, denen die Anlage maßgeblich die wasserrechtliche Erlaubnis für ihren Betrieb bis Ende 2042 zu verdanken hat.
Die Kostenschätzung der SAG Ingenieure für die Maßnahme belief sich im September 2025 auf 1.130.500 Euro brutto. Die Kostenberechnung auf Grundlage der Entwurfsplanung vom September 2026 lag um 116.519 Euro höher. Die Planung umfasst insbesondere das Zulaufhebewerk, die Rücklaufschlammförderung und die Belüftung. Vorgesehen sind außerdem Maßnahmen am Schlamm- und Filtratspeicher, an der Zulauf- und Ablaufmesstechnik sowie der Austausch der SPS-/PLS-Technik einschließlich der neu erforderlichen Fernwirktechnik für die Regenüberlaufbecken RÜB 1, 4 und 6.
Die Maßnahmen würden sich auch auf die Gebühren auswirken. Wie Kämmerer André Kordmann erläuterte, ergibt sich auf Grundlage der derzeitigen gebührenfähigen Mengen und Flächen sowie eines kalkulatorischen Zinssatzes von 3,75 Prozent über die Nutzungsdauer eine durchschnittliche Gebührenauswirkung von rund 0,51 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser und 0,020 Euro je Quadratmeter Niederschlagswasser. Im ersten Jahr liegt die rechnerische Auswirkung bei rund 0,64 Euro je Kubikmeter beziehungsweise 0,025 Euro je Quadratmeter. Eine tatsächlich gewährte Förderung würde die gebührenrelevante Belastung entsprechend vermindern.
Das Gremium nahm die vorgestellte Entwurfsplanung der SAG Ingenieure GmbH zustimmend zur Kenntnis. Außerdem beauftragte es das Ingenieurbüro mit der Ausführungsplanung und der Ausschreibung der nicht förderfähigen Maßnahmen. Die gegebenenfalls förderfähigen Optimierungsmaßnahmen sollen nach Vorliegen des Förderbescheids weitergeführt werden.
Planung von Netzersatzanlagen für die Feuerwehrgerätehäuser
Es ist seit Längerem bekannt, dass die drei Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde dringend erneuert werden müssen. Der im vergangenen Jahr erstellte Feuerwehrbedarfsplan ging im Detail auf die Mängel ein. Der Gemeinderat befasste sich nun mit Netzersatzanlagen und der Beauftragung von Planungsleistungen.
Das Ingenieurbüro Gerd Schmitt, Hauptstraße 7, 74838 Limbach-Wagenschwend, soll zunächst die Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Ausführungsplanung für Netzersatzanlagen in den Feuerwehrgerätehäusern Seckach, Großeicholzheim und Zimmern übernehmen. Das vorläufige Honorar beträgt rund 17.000 Euro brutto.
Die Feuerwehrgerätehäuser sollen bei länger andauernden Stromausfällen als Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen. Förderanträge beim Land für die bisher geschätzten Baukosten in Höhe von 144.000 Euro – ohne Hauptverteiler – wurden bereits gestellt. Für jedes der drei Feuerwehrgerätehäuser wurden Fördermittel in Höhe von 30.000 Euro bewilligt.
Nach Abschluss der Ausführungsplanung sollen dem Gemeinderat die Planung, die aktualisierte Kostenberechnung und die Finanzierung zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Beauftragung weiterer Leistungsphasen sowie die Ausschreibung und Ausführung der Baumaßnahmen bedürfen eines gesonderten Beschlusses des Gemeinderats.
Jahresabschluss 2024 des Eigenbetriebs Wasserversorgung
Die Wasserversorgung Seckach wird auf Wunsch des Gemeinderats seit 2008 als Eigenbetrieb geführt. Daher benötigt sie eine eigenständige finanzwirtschaftliche Planung und Buchführung, einen eigenen Jahresabschluss sowie eine getrennte Vermögensverwaltung.
Kämmerer André Kordmann stellte die Entwicklung der Liquidität zum Jahresabschluss 2024 vor. Das Wirtschaftsjahr schloss bei Erträgen von 600.099,01 Euro und Aufwendungen in Höhe von 583.794,49 Euro mit einem Jahresüberschuss von 16.305 Euro ab.
Die Investitionen beliefen sich auf 2.755.358,91 Euro. Der größte Teil entfiel auf den dritten Bauabschnitt der Wasserversorgungskonzeption, für den 2024 allein 2.597.594,95 Euro aufgewendet wurden. Wie der Kämmerer weiter ausführte, beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2024 auf insgesamt 2.608.712,95 Euro. Die Bilanzsumme betrug 3.843.118,18 Euro.
Anfragen und Anregungen aus der Einwohnerschaft
Unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen der Einwohner“ wurde erneut die Schülerbetreuung, die verlässliche Grundschule und die Preisgestaltung angesprochen. Diese Themen sind noch nicht abschließend geklärt und sollen möglicherweise bei einem runden Tisch erneut besprochen werden.
Auch Gemeinderat Günter Schmitt-Haber griff das Thema auf. Darüber hinaus regte er an, zu einer Besichtigung der historischen Anlage an der Birk einzuladen, den Sachstand zu den Windkraftanlagen in Großeicholzheim und zu den Hausmeisterzuständigkeiten zu ermitteln sowie die Hallen teilweise auch während der Ferien zu öffnen.
Die Gemeinderäte Benedikt Kleine-Limberg und Dr. Markus Grötzinger forderten ebenfalls mehr Transparenz bei der Schülerbetreuung und gemeinsame Beratungsrunden von Schule, Eltern und Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Ackermann und das Gremium nahmen diesen Vorschlag gerne auf.



