Vleugels-Orgel im Erftaldom jubelt

Ein Mann an einer Kirchenorgel mit digitalem Notenblatt.
Vleugels-Orgel im Erftaldom jubelt

(Foto: privat)

Hardheim. (bb) Kirchenmusikdirektor Andreas Großmann aus Flörsheim begeisterte beim Orgelkonzert in St. Alban Hardheim mit einem vielseitigen Programm. Sein Spiel brachte die Klangfarben der Vleugels-Orgel eindrucksvoll zur Geltung und zeigte die Wandlungsfähigkeit des Instruments.

Orgelkonzert im Erftaldom

Die Vleugels-Orgel im Erftaldom St. Alban beeindruckt seit jeher durch ihre Größe und ihren unverwechselbaren Klang. Auch 25 Jahre nach ihrer umfassenden Sanierung stellte sie dies beim Orgelkonzert am Sonntag erneut unter Beweis. Kirchenmusikdirektor Andreas Großmann aus dem hessischen Flörsheim gestaltete einen abwechslungsreichen Konzertabend. Mit einer Vielzahl unterschiedlicher Werke ließ er sämtliche Register erklingen und zeigte dabei ein beeindruckendes Gespür für die einzelnen Stücke und ihre Klangfarben.

Bevor Andreas Großmann an der Orgel Platz nahm, begrüßten Bernhard Berberich und Hans-Georg Vleugels im Namen des Freundeskreises Erftaldomorgel die Gäste. Sie erinnerten an die Geschichte der Konzertreihe: Nach der Orgelweihe im Dezember 2001 eröffnete der tschechische Virtuose Petr Eben im April 2002 die Reihe. Nach inzwischen 60 Konzerten zählt sie weiterhin zu den kulturellen Aushängeschildern der Region.

Den Auftakt des Programms bildete das „Concerto A-Moll“ (BWV 593) nach Johann Sebastian Bach. Wer angesichts des lebhaften und flüssigen Klangs zunächst eine ungewöhnliche Seite Bachs vermutete, erkannte bald den Grund: Bach hatte seinerzeit Werke Antonio Vivaldis bearbeitet. Das erklärt den für Bach-Verhältnisse ungewohnt bewegten Charakter des Stücks.

Musikalisch überzeugte Andreas Großmanns Spiel vom ersten Akkord an. Er schöpfte die klanglichen Möglichkeiten der Orgel umfassend aus. Auch das musikalische Erbe des französischen Komponisten César Franck bot dafür passende Gelegenheit: Das Präludium, die Fuge und die Variation (op. 18) gestaltete der Virtuose mit großer Ausdruckskraft.

Die Vleugels-Orgel zeigt ihre Wandlungsfähigkeit

Mit den „Variations on Amazing Grace“ des 1950 geborenen zeitgenössischen Komponisten Denis Bédard trafen klassische und moderne Elemente aufeinander. Das bemerkenswerte Werk verband unterschiedliche musikalische Stilrichtungen. Der teilweise französisch-klassisch anmutende Klang ließ sich mit Bédards Herkunft aus Kanada erklären. Zugleich erinnerten weich fließende Passagen an die englische Tradition der „Light Music“. Später nahm das Tempo zu und mündete in wuchtige, marschartige Akkorde.

Die Variationen über „Amazing Grace“ stellten die Wandlungsfähigkeit der Vleugels-Orgel eindrucksvoll unter Beweis. Bis zum donnernden Finale wurde deutlich, wie sicher Andreas Großmann mit dem Instrument umging. Der Virtuose verstand es, die musikalische Sprache der Werke und die Klangfarben der Orgel in einen harmonischen Dialog zu bringen – eine besondere Freude für das Publikum. Dabei setzte er sowohl kraftvolle als auch leise Töne wirkungsvoll ein.

Auch bei den Besucherinnen und Besuchern schien das Motto „Qualität vor Quantität“ zu gelten. Das Publikum wirkte kulturell und musikalisch interessiert; viele gehören offenbar zum Stammpublikum der Konzertreihe. Hier kennt man sich, und zugleich ist die Konzertgemeinde stets offen für neue Gesichter.

Jubiläum der Orgelweihe mit festlichem Finale

Der Austausch vor dem Konzert gehört ebenso zur Tradition wie das gesellige Beisammensein danach. Auf das grandiose Finale folgte ein kleiner Sektempfang. Musikalisch hatte Andreas Großmann den Abend mit Louis Viernes „Symphonie Nr. 1“ in D-Dur (op. 14) auf einen Höhepunkt geführt.

Zuvor erklang Edwin H. Lemare mit dem klangvoll und erhaben strahlenden „Andantino“ in Des-Dur. Außerdem spielte Großmann den monumentalen Klangzyklus der drei Tonstücke für Orgel (op. 22) des dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade, der 1890 starb. Liebevoll eingestreute Intermezzi bereicherten das Werk.

Anlässlich des 25. Jahrestags der Orgelweihe hatte der Freundeskreis Erftaldomorgel zum Sektempfang eingeladen. Die umfassend sanierte Vleugels-Orgel war am 9. Dezember 2001 eingeweiht worden. Am Empfang nahmen neben dem Organisten auch der Hardheimer Orgelbauermeister Hans-Georg Vleugels und zahlreiche Gäste teil.

Bei angeregten Gesprächen wurden Erinnerungen ausgetauscht und die Vorfreude auf das nächste Jubiläum gepflegt. 2027 jährt sich das erste Hardheimer Orgelkonzert zum 25. Mal: Ein Vierteljahrhundert musikalischer Traumwelten und klanglicher Urgewalten begegnet sich dann im Erftaldom.

Die Konzertreihe wird am 28. Februar 2027 um 18 Uhr in der Kirche St. Alban Hardheim fortgesetzt.

Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Erftaldom und zum Freundeskreis Erftaldomorgel bietet die Kirchengemeinde Bauland-Odenwald(bitte anklicken).

Werbung

Umwelt

Von Interesse