MdEP Ulmer bei JU-Ausschusssitzung

(Foto: privat)

Neckar-Odenwald-Kreis. (ez) „Auch in Zukunft brauchen wir im ländlichen Raum eine medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen vor Ort und in erreichbarer Nähe“, sagte Dr. Thomas Ulmer MdEP bei der Sitzung des Kreisauschusses der Jungen Union (JU) Neckar-Odenwald in Diedesheim. Die aktuellen Entwicklungen in der Gesundheitspolitik stehen im Mittelpunkt der Arbeit der JU in den vergangenen Wochen und Monaten.

Die Diskussionsrunde mit dem Europaabgeordenten und Allgemeinmediziner Ulmer war der letzte Baustein dieser Veranstaltungsreihe, so der Kreisvorsitzende Mark Fraschka. Beim Kreisparteitag der CDU im November wird die JU ein von einer Arbeitsgruppe entworfenes Thesenpapier zur Gesundheitspolitik einbringen.

„Auf dem Land sollten gleiche Entwicklungschancen geboten werden wie in der Stadt“, so lautete die Forderung von Dr. Thomas Ulmer. Dabei seien im Neckar-Odenwald-Kreis die Sicherstellung der stationären Versorgung und die Weiterentwicklung der Neckar-Odenwald-Kliniken mit den Standorten Mosbach und Buchen sowie des Krankenhauses in Hardheim ein unverzichtbares Zukunftsthema.

Doch realisierbar ist dieser Anspruch nur, wenn junge Menschen auf dem Land auch im medizinischen Bereich eine berufliche Zukunft sehen. So ist ein wichtiger Punkt in dem von Nico Heudecker vorgestellten Gesundheitspapier der JU die Nachwuchsgewinnung. Mit Informations- und Imagekampagnen sollten frühzeitig Ärzte, insbesondere Hausärzte, gewonnen werden. Als Anreize für junge Mediziner käme beispielsweise die Vergabe von besonderen Stipendien oder Bafög-Reduzierungen in Betracht, wofür im Gegenzug die Verpflichtung bestehen soll, sich in einer unterversorgten Gemeinde niederzulassen.

Auch die Abschaffung des Numerus Clausus für die Zulassung zum Medizinstudium und die Einführung bzw. Ausweitung eines Eignungstests seien als Möglichkeit vorstellbar, medizinischen Nachwuchs zu gewinnen.

Um die Transparenz der Gesundheitskosten zu erhöhen und Vertrauen zu schaffen, sollen nach Überzeugung der JU die Patienten der gesetzlichen Krankenkassen auch zumindest eine Kopie der Rechnung über die ärztlichen Leistungen erhalten. Zudem solle ein neues einfaches Vergütungssystem eingeführt werden, das Kosten für Leistungen auch für Patienten nachvollziehbar auflistet, eine gerechte Honorierung der Ärzte berücksichtigt und Planungssicherheit für Krankenkassen bietet.

Als weiterer wichtiger Punkt wird die stärker angepasste Bedarfsplanung in der gesetzlichen Krankenversicherung erachtet. Diese werde, so Dr. Ulmer, dadurch erschwert, dass auch in einem Flächenlandkreis wie dem NOK die Bedarfsplanung auf der Basis des gesamten Landkreises und nicht auf der Basis der einzelnen Gemeinden stattfinde. Wenn dann beispielsweise ein Bedarf von vier Augenärzten errechnet werde und sich ein fünfter niederlassen wolle, könne dieser sich zwar generell niederlassen, jedoch dürfe er dann nur Privatversicherte behandeln.

Auch sollten nach Meinung der JU Shuttle-Dienste und Sammeltaxis zur Erhöhung der Patientenmobilität dienen, welche z.B. in Mosbach bereits existierten. Man plädiert außerdem dafür, in ländlichen Räumen vom Grundsatz der Residenzpflicht nicht nur für Zweigpraxen, sondern auch für Hauptsitze abweichen zu können, Sprechstunden-Versorgung und Notdienste sollten entkoppelt werden. Zudem sei eine Trennung von ambulant und stationär nicht mehr zeitgemäß, viel

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