Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung

Mit bundesweiten Pilotprojekt Versorgungslücke geschlossen

Eroeffnung MZEB

(Foto: pm)

Mosbach. „MZEB – Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung“ steht auf dem neuen Schild, das Dr. Joachim Kühlewein gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen Nina Wallasch und Katharina Eisenlohr am Eingang des sogenannten Wohnzentrums auf dem Gelände der Johannes-Diakonie Mosbach anbringt. Auch hinter der automatischen Eingangstür wird noch gearbeitet, Handwerker geben den Behandlungsräumen den letzten Schliff. Mit der Eröffnung des MZEB betreten Kühlewein und sein Team Neuland – in Nordbaden ist es das erste seiner Art, gemeinsam mit einem weiteren im Epilepsiezentrum in Kehl-Kork hat das Zentrum bundesweit Pilotcharakter. „Wir füllen hiermit eine Versorgungslücke“, sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheit stolz.

An der Seite des Kollegen Dr. Peter Martin aus Kork hatte Kühlewein lange darum gekämpft, damit ein solches spezielles medizinisches Angebot für Erwachsene mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung endlich ins Leben gerufen werden konnte – für Menschen, die nicht die Wohnangebote der Johannes-Diakonie nutzen und damit nicht durch den dortigen Ärztlichen Dienst versorgt werden können. „Bislang war die Versorgung dieses Personenkreises nicht optimal“, so der Chefarzt.




Zum Hintergrund: Eltern mit behinderten oder von einer Behinderung bedrohten Kindern mit speziellem Bedarf in der Region haben zusätzlich zur hausärztlichen Versorgung auch das Sozialpädiatrische Zentrum unter dem Dach des Kinderzentrums ins Neckarelz als Anlaufstelle zur Verfügung. Dieses bietet Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Entwicklungsproblemen und neurologischen Erkrankungen eine umfassende ambulante Diagnostik, Behandlung und Therapie. Mit Beendigung des 18. Lebensjahrs endet allerdings die Zuständigkeit des Sozialpädiatrischen Zentrums. Eine schwierige Situation für Menschen mit Behinderung, die oft einen erhöhten medizinischen Bedarf haben und vielleicht bereits jahrelang von einem interdisziplinären Team von Spezialisten begleitet wurden. Hier schafft nun das MZEB der Johannes-Diakonie Abhilfe.

„Unser Angebot ergänzt das der Hausärzte“, betont Joachim Kühlewein. Behandelt werden im MZEB Krankheiten, die durch Entwicklungsstörungen oder geburtsbedingte Traumen sowie Behinderungen, die in den Kinder- und Jugendjahren entstanden sind. Dazu zählen auch seelische Krankheiten sowie Verhaltensstörungen. Dafür stehen Fachärzte für Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Neurologie und Orthopädie mit besonderer Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Hinzugezogen werden auch Logopäden sowie Psycho-, Physio- und Ergotherapeuten. Wichtig ist auch eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Sanitätshäusern. Ziel sei, so Kühlewein, durch eine komplexe Behandlung und Förderung der Patienten deren Lebensqualität und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu verbessern.

Derzeit befindet sich das MZEB noch in provisorischen Räumen. Im Frühjahr soll das neue Zentrum, das nicht Teil des künftigen Neubaus der „Diakonie-Klinik Mosbach“ sein wird, seine endgültigen Räume auf dem Gelände der Johannes-Diakonie beziehen. Die Beschilderung, die Dr. Joachim Kühlewein, Nina Wallasch und Katharina Eisenlohr an diesem Tag am Hauseingang im Wohnzentrum anbringen, wird dann also einen neuen Platz bekommen..

Info: Termine gibt es nur nach telefonischer Vereinbarung, wichtig ist eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt. Erreichbar ist das MZEB unter Telefon 06261/88-330 oder per E-Mail unter mzeb@johannes-diakonie.de

 

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