Unser Bild zeigt den aktuellen Baufortschritt an der Grundschule in Laudenberg. (Foto: Weber)
Gemeinderat tagt im neuen Sitzungssaal – Schulbau, Sicherheit und Wasserversorgung im Fokus
Limbach (tw) Zur ersten Arbeitssitzung des Limbacher Gemeinderats im neuen Sitzungssaal des Limbacher Rathauses begrüßte Bürgermeister Thorsten Weber auch einige Zuhörerinnen und Zuhörer.
Warn-Tag der besonderen Art
Vor Eintritt in die Tagesordnung wies Weber auf einen Warn-Tag der besonderen Art hin. Denn am Sitzungstag machten die Gemeinden, Landkreise und Städte bundesweit auf ihre prekäre Finanzsituation aufmerksam. „Uns Kommunen steht das Wasser nicht unter der Unterlippe, sondern bereits über der Oberlippe. Oder einfach ausgedrückt: Wir saufen gerade ab!“
Mit diesen deutlichen Worten beschrieb Weber die Lage. Stetiger Aufgabenzuwachs durch Bund und Land, oft verbunden mit überbordender Bürokratie, stehe seit vielen Jahren einem fehlenden Transfer der dafür notwendigen Finanzierungsmittel gegenüber. Die Konsequenzen daraus spürten jene, die den Kommunen die wachsenden Pflichtaufgaben ins Pflichtenheft schreiben, nur mittelbar – anders als die Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Ort der Wirklichkeit
Denn in den Gemeinden sei der Ort der Wahrheit und Wirklichkeit. Dort müsse der Gemeinderat erklären, warum Gebühren erhöht, Leistungen gegebenenfalls gestrichen oder Einrichtungen geschlossen werden müssten. Die Gemeinde selbst beteiligte sich mit einem Beitrag in den sozialen Medien und mit einer Rathausschließung um „fünf vor zwölf“ am Aktionstag.
Keine Bürgerfragen
Nachdem es keine Fragen aus der anwesenden Bürgerschaft gab, gab der Bürgermeister zu Beginn der Tagesordnung eine Personalangelegenheit sowie den Abschluss einer privaten Sanierungsvereinbarung aus der letzten nicht öffentlichen Sitzung bekannt.
Mehr Straftaten
Anschließend ergriff mit Andreas Hammer, dem Leiter des Polizeireviers Mosbach, der erste Gast das Wort. Er stellte dem Gremium das Kriminalitätslagebild für die Gemeinde Limbach für das vergangene Jahr vor. Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl der Straftaten von 80 auf 104 im Jahr 2025.
Limbach liegt im hinteren Mittelfeld
Dieser Anstieg ist jedoch kein rein Limbacher Phänomen. Vielmehr befindet sich die Zahl der Straftaten im Polizeirevier Mosbach auf einem Zehnjahreshoch. Im Vergleich der Gemeinden im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Mosbach liegt die Häufigkeitszahl, also die auf 100.000 Einwohner hochgerechnete Zahl der Straftaten, bei 2.304. Damit erreichte die Gemeinde einen erfreulichen Platz im hinteren Mittelfeld.
Weniger Verkehrsunfälle
Nahezu alle Deliktbereiche verzeichneten höhere Fallzahlen. Ein Dauerthema bleibt der häufige Versuch, Seniorinnen und Senioren mit Anrufen und konstruierten Unglücksszenarien im Familienumfeld um ihr Erspartes zu bringen. Positiv war dagegen die deutlich rückläufige Entwicklung in der Verkehrsunfallstatistik.
Das Gemeindeoberhaupt lobte abschließend ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit dem im Ortsteil Wagenschwend befindlichen Polizeiposten, der für den gesamten Verwaltungsraum große Bedeutung hat, und dankte den dort tätigen Kolleginnen und Kollegen herzlich für ihre Arbeit.
Schulsozialarbeiterin
Dem ersten Gast folgte der zweite. Die für die Limbacher Schulen zuständige Schulsozialarbeiterin Enja Mächtlen gab zunächst einen Einblick in ihr breites Tätigkeits- und Aufgabenspektrum, das von offener Schülerhilfe über Konfliktbearbeitung bis hin zur Beratung von Lehrkräften, Eltern und außerschulischen Fachdiensten reicht.
Ziele der Schulsozialarbeit sind Hilfestellungen beim Aufbau und bei der Stabilisierung von Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, sozialer Kompetenz und demokratischer Strukturen im Schulalltag.
Familie, Trauer, Tod, Mobbing, Cybermobbing
Anhand der konkreten Fallzahlen seit Januar 2026 an der Schule am Schlossplatz in Limbach und an der Grundschule in Laudenberg zeigte sich der große Bedarf an dieser Schulsozialarbeit. Das Themenspektrum, mit dem die Schülerinnen und Schüler bei Enja Mächtlen vorstellig werden, ist breit und umfasst unter anderem Streitigkeiten, Selbstvertrauen, Probleme in der Familie, Trauer, Tod sowie Mobbing und Cybermobbing.
Erziehung in die Schulen verlagert
Auf Nachfrage aus dem Gremium bestätigte sie den Eindruck, dass zunehmend Erziehungsfragen vom Elternhaus in die Schulen verlagert werden. Hinzu kommen vermehrt Gefahren durch die starke Nutzung von Social-Media-Angeboten.
Über 100 Schüler suchen Rat
„Mit 83 ratsuchenden Schülerinnen und Schülern an der Schule am Schlossplatz und 22 an unserer Grundschule sind die Zahlen in diesen ersten knapp sechs Monaten sehr hoch und zeigen für mich, wie wichtig dieses Angebot an unseren beiden Schulen ist“, hob der Bürgermeister abschließend hervor.
Erweiterung der Schule Laudenberg
Aller guten Dinge sind drei. Architekt Knut Gramlich informierte den Gemeinderat über den Stand der Erweiterung der Grundschule Laudenberg zur Ganztagsgrundschule.
Der Bau schreitet derzeit in großen Schritten voran. Die Zeitschiene bleibt eng getaktet. Gerade in den Sommerferien stehen weitere wichtige Gewerke an, und es bleibt zu hoffen, dass das Wetter entsprechend mitspielt, denn die Sanierung von Gewerken mit Asbestbestandteilen wurde bewusst in die Ferien gelegt.
Anhand von zwei Beispielen zeigte er anschließend die sehr große Preisspanne bei den Submissionen auf. Bei den Estricharbeiten wird derzeit etwa geprüft, ob Angebotssummen, die von einigen Bietern unter 40 Prozent des Kostenberechnungsbetrags liegen, noch auskömmlich sind.
Aktuell sind nach Knut Gramlich rund 82 Prozent der Gewerke vergeben. Die zugrunde liegenden Gesamtkosten werden bislang um rund 10 Prozent unterschritten.
Auftragsvergaben
Der Schulbau war auch Gegenstand der nächsten vier Tagesordnungspunkte. Vergeben wurden die Innenputz-, Außenputz- und Malerarbeiten an die Firma Schnabel aus Mosbach zum wirtschaftlichsten Angebot von 130.723,55 Euro.
Bei den Estricharbeiten wurde der Bürgermeister mit der Auftragsvergabe bevollmächtigt. Dort muss zunächst die bereits vom Planer angesprochene Auskömmlichkeit der angebotenen Preise in Bietergesprächen geklärt werden. Beim Gewerk „Prall- und Akustikwände“ musste der günstigste Bieter vom Verfahren ausgeschlossen werden, sodass der zweitgünstigste Bieter, die Firma Braun Innenausbau aus Haiterbach, mit einem Auftragswert von 252.358,78 Euro zum Zug kam.
Schließlich gab das Gremium einen Nachtrag für den Bereich der Dachabdichtungsarbeiten an die Firma Fritz aus Murr in Höhe von 21.378,77 Euro frei. Die Beschlüsse wurden allesamt einstimmig gefasst.
Weitere Vergabe zurückgestellt
Zurückgestellt wurde dagegen die Vergabe der Ingenieurleistungen für die Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Elektrotechnik mit Blitzschutz, Erdung sowie Photovoltaikanlage mit Speicher. Hier wurde der Bürgermeister ermächtigt, auf Grundlage eines zusätzlich einzuholenden Honorarangebots die Leistung zu vergeben und das Gremium zu informieren.
Einvernehmen zu Bauvorhaben erteilt
Für die beiden Bauvorhaben, den Neubau eines Wohnhauses in Krumbach und die Aufstellung eines Gartenhäuschens in Heidersbach, wurde das Einvernehmen ebenso einstimmig erteilt wie die jeweils notwendige Befreiung von den Bauvorschriften.
Wasserleitung von Gemeinde finanziert
„Leider hat das Land vor zwei Jahren die Förderung für die Erneuerung von Wasserleitungen komplett gestrichen“, leitete der Rathauschef in die Vergabe der Tiefbauarbeiten für die Erneuerung der Fallleitung vom Hochbehälter in den Ortsteil Wagenschwend ein, und ergänzte: „Die Leitung ist somit vollständig aus gemeindlichen Mitteln zu finanzieren und wird über die Abschreibungen voll auf die Wassergebühren durchschlagen.“
Verbesserung des Leitungsdrucks
Mit dem Austausch der über 70 Jahre alten Leitung erhofft sich die Gemeinde zudem eine spürbare Verbesserung des Leitungsdrucks und der Löschwasserversorgung. Weber bedankte sich ausdrücklich bei allen betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümern für die positiven und zielführenden Gespräche.
30 Prozent unter Kostenschätzung
Den Auftrag erteilte der Gemeinderat einstimmig an die Firma HLT Baugesellschaft aus Neckargerach zum Angebotspreis von 193.847,91 Euro, der etwa 30 Prozent unter der Kostenschätzung lag. Zur Submission lagen insgesamt fünf Angebote vor. Die Maßnahme soll in den kommenden Wochen starten und bei optimalem Verlauf noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Spenden angenommen
Einhellig beschloss der Gemeinderat anschließend die Annahme von drei Spenden mit einer Gesamtsumme von knapp 1.100 Euro, bevor der Bürgermeister über den Abschluss der überörtlichen Rechnungsprüfung, die ohne Beanstandungen durchgeführte unvermutete Kassenprüfung bei der Gemeindekasse und der Handkasse im Hauptamt sowie über die geplante Einweihung des Rathauses am 26. Juli 2026 informierte.