Neuausrichtung des Programms STÄRKE vorgestellt

Jugendhilfeausschuss: Neuausrichtung des Landesprogramms STÄRKE vorgestellt – Präventiver Kinderschutz durch gezielte Elternbildung – Bisheriges Gutscheinsystem wird nicht fortgeführt

Neunkirchen. (lra) Das Landesprogramm STÄRKE stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Neckar-Odenwald-Kreises in Neunkirchen. Bürgermeister Wolfgang Schirk begrüßte die Ausschussmitglieder und stellte Neunkirchen als eine lebendige Gemeinde mit einem hohen bürgerschaftlichen Engagement vor. Landrat Dr. Achim Brötel betonte dann in seinen einführenden Worten, dass das Programm STÄRKE im Juli 2014 durch eine Verwaltungsvorschrift des Sozialministeriums Baden-Württemberg eine Neuausrichtung erfahren habe, die zwar nichts an der grundlegenden Zielsetzung geändert, aber durchaus bedeutende Änderungen in der Umsetzung vor Ort mit sich gebracht habe.

Wie die Neuerungen vom Jugendamt des Kreises umgesetzt wurden, erläuterte Melanie Wagner von der Beratungsstelle für Kinderschutz beim Landratsamt vor. Ziel sei es, Angebote für Familien mit Kindern im Alter von bis zu drei Jahren noch stärker in den Blick zu nehmen. Neben Müttern sollen zudem vermehrt Väter einbezogen werden. „Das breite Angebot der STÄRKE-Kurse steht weiterhin allen Familien mit Kleinkindern offen. Finanziell unterstützt werden allerdings nur noch Familien mit einem besonderen Bedarf. Das heißt, dass es die an alle Familien mit einem Neugeborenen verschickten Gutscheine nicht mehr gibt“, erklärte Wagner den Ausschussmitgliedern. So würden nun wirtschaftlich schwächer gestellte Eltern mit bis zu 100 Euro pro Elternteil und Kind unterstützt, wenn sie ein allgemeines Bildungsangebot für Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr nutzen. Auch wolle das Programm weiterhin Familien in besonderen Lebenssituationen, wie Alleinerziehung oder von Krankheit betroffene Familien, mit speziellen Angeboten fördern. Pro Elternteil stehen hier sogar einmalig bis zu 500 Euro für Kurse zur Verfügung. Ebenfalls gefördert würden „Offene Treffs“ wie es sie beispielsweise bereits bei der Schwangerenberatungsstelle des Diakonischen Werks in Mosbach und beim Mehrgenerationenhaus Mosbach gebe.

Es gehe nun darum, mit Hilfe von Multiplikatoren für das Programm zu werben. „Machen Sie das Angebot auch zukünftig bekannt, damit die angedachte Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, bat Wagner die Ausschussmitglieder. Auch sei die Beratungsstelle immer auf der Suche nach neuen Kursen, bei der Erstellung von Konzepten berate man gern. Insgesamt stehen, so Wagner, im laufenden Jahr über 47.000 Euro für die STÄRKE-Bildungsangebote zur Verfügung.

„Wir bedauern den Wegfall der Gutscheine für alle Eltern sehr. Dennoch verdient das Programm unsere volle Unterstützung, da es auf präventiven Kinderschutz und damit auf ein Kernanliegen unserer Beratungsstelle für Kinderschutz abzielt“, sagte Dr. Brötel zu Beginn der Diskussion. Bürgermeister und Kreisrat Jens Wittmann (CDU) unterstrich wie wichtig es sei, den Zugang der Familien zu den Kursangeboten nach dem Wegfall der Gutscheine sicherzustellen. Auch Kreisrätin Dorothee Roos (Bündnis 90/ Die Grünen) und Kreisrat Joachim Mellinger (SPD) betonten, dass insbesondere persönlicher Kontakt und das zur Verfügung stellen der Informationen in mehreren Sprachen Hemmschwellen abbauten. Melanie Wagner nahm die Anregungen aus dem Gremium auf und verwies darauf, dass die Beratungsstelle für Fragen unter 06261 84 2078 und bfk@neckar-odenwald-kreis.de zur Verfügung stehe. Auch seien auf der Webseite des Neckar-Odenwald-Kreises umfangreiche Informationen sowie eine Übersicht zu den angebotenen Kursen eingestellt.

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