Leserbrief: „Verniedlichung der Risiken inakzeptabel“

Infraschall – Altenheimbewohner schutzlos  –  Schad-Immissionen durch Windkraft-Betrieb in Hüffenhardt

Nachdem mittlerweile bundesweit ca. 26.000 Windindustrieanlagen in Betrieb sind, gibt es an vielen Standorten „hieb- und stichfeste“ Befunde, die belegen, dass sich Windkraft-Betrieb negativ auf den Natur- und Landschaftsschutz, den „sanften“ (naturnahen) Tourismus, die Verkehrswerte von im Wirkungskreis der Windkraftanlage liegenden Immobilien und auf die Gesundheit der im Umfeld wohnenden Bürger auswirken.

Eine Genehmigungsbehörde muss diese und eine Reihe weiterer Aspekte im Rahmen des gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) durchzuführenden Verfahrens (auch in Mosbach) unvoreingenommen, neutral, objektiv, ergebnisoffen, sachkundig und mit der gebotenen Sorgfalt prüfen, bevor es einen für die Zukunftsfähigkeit der Windkraft-Kommune und der nachfolgenden Generation mit erheblichen Folgen versehenen Genehmigungsbescheid erlässt.

Nachdem die Sicherheitsabstände zwischen Windkraftanlagen-(WKA)-Standort und Wohn-Bevölkerung mit zunehmendem Windkraft-Ausbau immer kürzer werden, rückt das „Schutzgut Mensch“ stärker in den Fokus des kritischen Betrachters, insbesondere seit bekannt wurde, dass namhafte Arbeits- und Umweltmediziner auf die Gesundheitsrisiken des durch Windkraft-Betriebs zweifelsfrei verursachten Infraschalls hinweisen und Ärztliche Direktoren von Gesundheitseinrichtungen zum Schutz ihrer stationär behandelten Patienten zwischen Klinik und Windpark einen Sicherheitsabstand von 4000 m – 5000 m fordern.

Vor diesem Hintergrund sind die bei der am 25.2. in Hüffenhardt durchgeführten Bürgerversammlung (NZ berichtete) vom Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises bagatellisierend und verniedlichend getätigten Aussagen völlig inakzeptabel, wonach Infraschall auch von einem vorbei fahrenden PKW, durch das Rauschen der Meeresbrandung, durch Küchengeräte oder durch das Rascheln der Laub-Blätter im Wind erzeugt werde, denn durch solche verharmlosende Vergleiche soll den noch weitgehend uninformierten Bürgern suggeriert werden, daß Windkraft-Infraschall zu keinen Gesundheitsrisiken führt.

Besser wäre es gewesen, wenn der Vertreter des Landratsamts näher auf die Situation der in nur 1 km entfernt vom im Großen Wald geplanten Windpark lebenden Bewohner des Alten- und Pflegeheims eingegangen wäre, die aufgrund ihrer jetzt schon angegriffenen Gesundheit den Gesundheitsrisiken durch Windkraft-Infraschall schutzlos ausgeliefert wären. Zu hoffen bleibt, daß sich bei der anstehenden Entscheidung Bürgermeister und Gemeinderat ihrer Gesamt-Verantwortung für alle in Hüffenhardt und Umgebung wohnenden Bürger, insbesondere aber ihrer Mit-Verantwortung für die vermutlich durch Infraschall besonders gefährdeten älteren Mitbürger bewusst sind.

Walter Müller

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraft in Natur- und Kulturlandschaften e.V., Karlsruhe

 

Infos im Internet:

www.BI-PLGW.de

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1 Kommentar

  1. Herr Müller, nennen Sie doch mal eine Studie, welche die Schädlichkeit von Infraschall durch Windräder belegen würde.

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