Landgericht verurteilt zwei Polizisten

(Symbolbild)

Schuldspruch wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung im Amt

Mosbach/Wertheim. (pm) Von der Großen Strafkammer des Landgerichts Mosbach unter dem Vorsitz von Dr. Alexander Ganter mussten sich heute zwei Polizeibeamte im Alter von 40 bzw. 50 Jahren verantworten.

Nach der Beweisaufnahme hielt es die Kammer für erwiesen, dass die Angeklagten am 12.03.2014, gegen 11:25 Uhr, in Ausübung ihrer Diensttätigkeit im zivilen Dienstfahrzeug auf der K 2879 unterwegs waren. Auf einem kurvenreich verlaufenden Straßenabschnitt wurden sie von ihren späteren Opfer mit dessen Fahrzeug überholt. Die Angeklagten hatten sich dann entschlossen, den Geschädigten aufgrund seiner vermeintlich rasanten Fahrweise einer Fahrzeugkontrolle zu unterziehen. Vor dessen Wohnhaus in Wertheim angekommen, hatte der von den Angeklagten angesprochene Geschädigte gebeten, vor der Fahrzeugkontrolle zur Toilette gehen zu dürfen. Dies ignorierten die Beamten und bestanden stattdessen auf das Vorzeigen des Führerscheins und der Fahrzeugpapiere.

Werbung
Auch nachdem der Geschädigte ein Mäppchen auf die die Motorhaube gelegt und erneut den Toilettengang erbeten hat, wurde ihm untersagt sein Haus zu betreten. Stattdessen wollten die Polizisten den Geschädigten, wider besseren Wissens behauptend, dass der Geschädigte Alkohol getrunken habe, einer Alkoholkontrolle unterziehen. Als der Geschädigte, der einer Alkoholkontrolle zustimmte, sich nun in sein Haus und zur Toilette habe begeben wollen, verstellte ihm ein Angeklagter den Weg. Da der Geschädigte seinem dringenden Bedürfnis nachkommen wollte, gab es ein Gerangel, infolgedessen die Angeklagten, dem Geschädigten Handschellen anlegen wollten. Nun hatte das Opfer seinen Stuhlgang nicht mehr halten können. Im weiteren Verlauf wurde der Geschädigte von den Angeklagten gewaltsam zu Boden gebracht und gefesselt.

Eine im Anschluss beim Geschädigten durchgeführte Alkoholkontrolle erbrachte 0,00 Promille. Durch das Anlegen der Handschließe hatte der Geschädigte Schmerzen und Rötungen an den Handgelenken erlitten. Darüber hinaus zog sich der Wertheimer Abschürfungen am Ring- und am kleinen Finger der rechten Hand sowie Kratzer am Handrücken zu.

Den Angeklagten war bewusst, dass die an den Geschädigten gerichtete dienstliche Anordnung, nicht ins Haus gehen zu dürfen, sowie die Vollziehung jener Anordnung mittels unmittelbaren Zwangs rechtwidrig gewesen ist, so die Erkenntnis der Strafkammer.

Wegen Körperverletzung im Amt wurde der 40- jährige Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der Angeklagte 9.000 Eiro in monatlichen Raten von 1.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Der 50-jährige Angeklagte wurde ebenfalls wegen Körperverletzung im Amt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 100 Euro verurteilt, die er in monatlichen Raten von 1.000 Euro bezahlen kann.

Außerdem wurde eine rechtswidrige Verfahrensverzögerung festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung des 40-jährigen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten und eine Verurteilung des 50-jährigen Angeklagten zu einer Freiheitsstraffe von acht Monaten beantragt, deren Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Außerdem hatte sie beantragt, den Angeklagten die Zahlung eines an den Geschädigten Schmerzensgeldes in Höhe von 1.500 bzw. 1.000 Euro auf zu erlegen.

Die Verteidiger hatten jeweils Freispruch gefordert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

© www.NOKZEIT.de


Werbung

Artikel empfehlen:

Einbürgerungsfeier in Buchen

(Foto: Liane Merkle) Buchen. (lm) „Deutschland hat mir alles gegeben, die Liebe meines Lebens, nette Menschen, eine gute Arbeit und darum will ich etwas zurückgeben [...]

Schulklassen schauen hinter Opern-Kulissen

Hinter den Kulissen: Eine Schulklasse besucht die Schlossfestspiele. Spannende Einblicke gaben im vergangenen Jahr unter anderem Musicaldarstellerin Ines Hengl-Pirker, Regisseur und Schauspieler Michael Gaedt, Intendant [...]

Robinien verschwinden aus Kaltenbrunn

Bäume müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden Kaltenbrunn. (pm) Drei ortsbildprägende Robinien in Walldürn-Kaltenbrunn müssen am kommenden Montag gefällt werden. Nachdem bei einem Gewittersturm auffällig viele Äste [...]

15 Kommentare

    • Du scheinst ja ein supercooler Macker zu sein! Hast wohl Knasterfahrung? Wenn ich Dich auf Facebook so anschaue,gehe ich davon aus, dass Dich jeder normale Cop in der Peife raucht.

  1. Mosbach ist schon ein Stadt für sich! Deshalb hat man ihm den Namen TEXAS gegeben. Weil man bei einer Verurteilung meistens Brett seines Lebens kassiert. Die Polizisten behandeln einen bei einer Verkehrskontrolle wie Schwerverbrecher.

  2. Der Rechtsstaat hat gesiegt!
    Im Namen des Volkes wurde ein Urteil
    mit den Strafen gesprochen!

    Von Hamburg bis nach München
    wurde in den Medien darüber be –
    richtet!

  3. Da bist Du mit Deiner Einschätzung aber voll auf dem Holzweg. Ich beziehe kein Hartz 4, sondern habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium, verdiene richtig Geld und beherrsche im Gegensatz zu Dir die deutsche Rechtschreibung. Ich gehe davon aus, dass mein Horizont wesentlich weiter reicht, als es bei Dir der Fall ist. Übrigens haben die meisten Polizeibeamten heute Abitur (Du auch?) und oft auch ein Fachhochschulstudium hinter sich (Du auch?). Soviel zur Qualifikation der Polizisten, die für die Bürger dieses Landes oft genug die Rübe hinhalten müssen! Lebe weiter in Deiner Traumwelt!

    • Glückwunsch meine Dame glückwunsch für ihre gute Rechtschreibung bin echt erstaunt muss ich echt sagen bringt dich ziemlich weit voran auf deinem Weg ,merk dir eins Frieda dein Hochschulstudium wird dich ein scheiß voran bringen dein Geld wird dich zwar weit bringen aber nicht glücklich machen falls du mit deinen Andeutungen an dieses andocken willst zu Behaupten dein Horizont sei weiter entwickelt …naja lässt sich drüber streiten ich denke mein Horizont reicht so weit um zu erkennen in was für einer Welt wir leben und ich könnt auf alles wetten wenn du dich nur 1std. Dich mit mir unterhälst über Gott und die Welt wirst du mich in Zukunft nicht mehr wo Halbherzig angreifen , schön das die Abitur haben die Bullen 60% unseren ach so tollen ,,Sheriffe“ wurden früher gemobbt und so etwas ist heute ein voll funktionsfähig ausgestatteter Polizist ….WOW

  4. @Martin D
    @Udo Wagner

    Jetzt breche ich eine weitere Lanze
    f ü r. Udo Wagner!.!.!.!

    Rechts hat wie,das,Wort Recht den
    selben …..
    Udo W.hat einen gesunden und unge-
    trübten Welt u Durchblick.
    Da dir,Martin D,nicht gefält,damit musst du selber fertig werden.

    Die Wahlergebnisse ,Welt u Bundes u
    Länder.geben Udo Wagner recht-Recht-Rechts. Ich auch.

    Udo W. hat halt den gesunden Menschverstand.
    Dieser fehlt dir! N o c h! Martin D.

    Mehr demnächst bei Allensbach,Forsa
    etc.

  5. „…ausserdem wurde eine rechtwidrige
    „…Verfahrens…. festgestellt“ so steht
    es in der NOKZeit!
    Nur in dem Sturmgeschütz des Journ-
    alismus vom Katzenbuckel.
    Alle n e u n z e h n neue Gerichts-
    ….. sollen sich diesen Fakt mit nach
    Hause nehmen.
    WEDER der Stern aus Hamburg, n o c h
    die Süddeutsche aus München hat
    dies gedruckt.!.!!!!.!

    Dad Sturmgeschütz des Journalismus
    vom Katzenbuckel -JH- funktioniert.

Kommentare sind deaktiviert.