Verbindung nach Wertheim riss niemals ab

„Werdemer“ aus Miltenberg gewinnt Lieblingsfoto

(Foto: pm)
Wertheim. (pm) Er reiste zwar aus Miltenberg an, stellte sich allerdings als „echter Werdemer“ vor: Volker Seher kam am Mittwoch ins Wertheimer Grafschaftsmuseum, wo ihm Museumsleiterin Stefanie Arz und Fotograf Kurt Bauer den Gewinn des Preisausschreibens zur vergangenen Sonderausstellung „Außergewöhnliche Blickwinkel“ überreicht haben. In der Ausstellung mit Wertheimer Motiven von Bauer konnten Besucher für das aus ihrer Sicht beste Foto abstimmen. Als Preis erhielt Volker Seher das von ihm auf der Karte angegebene Lieblingsbild sowie einen Eisgutschein.

„Ich habe die Verbindung nach Wertheim nie aufgegeben“, sagte Seher bei der Gewinnübergabe. 1937 wurde er im alten Krankenhaus der Main-Tauber-Stadt geboren und wuchs in der Maingasse auf. Die Eltern führten am Marktplatz das Textilfachhaus Haas & Götzinger. Das Gebäude existiert heute allerdings nicht mehr: Es wurde abgerissen und an gleicher Stelle ein neues Haus gebaut. Seher selbst zog vor rund 50 Jahren nach Miltenberg. Dort sowie im Raum Frankfurt eröffnete er seine eigenen Geschäfte für Damenbekleidung.


Eine enge Beziehung pflegt der 81-Jährige bis heute zur Wertheimer Stiftskirche. Hier wurde er konfirmiert und heiratete vor fast 60 Jahren seine Frau Bärbel. Trotz des Umzugs ins Unterfränkische besucht er jedes Jahr den Weihnachtsgottesdienst in der evangelischen Kirche. Für ihn ist klar: „Das ist mein Zuhause.“ So verwundert es nicht, dass Seher sowohl die erfolgreiche Ausstellung zur Eichelgasse – „die hatte sich bis nach Miltenberg rumgesprochen“ – als auch Kurt Bauers Fotomotive mit großem Interesse betrachtete.

Aus den 45 ausgestellten Fotografien stach für den glücklichen Gewinner ein Motiv besonders hervor: Kurt Bauer hatte das Foto zwischen dem Gebäude, in dem die Stadtentwicklungsgesellschaft untergebracht ist, und dem Spitzen Turm aufgenommen. Wie die Rundung des altehrwürdigen Turms von der gegenüberliegenden modernen Gebäudefassade aufgegriffen wird, begeisterte Volker Seher. „Ein genialer Einfall“, zollte er seine Anerkennung für den Architekten. „Auf dem Bild so treffend dargestellt“, würdigte er den Fotografen.
„Der Kontrast zwischen dem hellen Himmel und den dunklen Partien der Gebäude haben es mir schwierig gemacht“, erläuterte Kurt Bauer die Entstehung des Schnappschusses. Wie hatte er die erstaunliche Perspektive ausfindig gemacht? „Der Unbedarfte schaut nie nach oben“, lautete seine knappe Erklärung und lächelte vielsagend. Ein Glücksfall für Volker Seher, der so ein außergewöhnliches Stück Wertheimer Heimat nach Miltenberg mitnehmen durfte.

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