Gemeinderat bringt Wohnungsbau auf den Weg

Weichenstellung im Gemeinderat
Weichenstellung im Gemeinderat

(Foto: Weber)

Limbach. (tw) Große Baufortschritte gibt es beim Um- und Erweiterungsbau der Grundschule in Laudenberg. Im Rahmen einer Baustellenbegehung des Gemeinderates vor der eigentlichen Sitzung gaben Architekt Knut Gramlich und Bürgermeister Thorsten Weber vielfältige Informationen zum aktuellen Projekt. Beide zeigten sich mit dem aktuellen Baustand und den laufenden Arbeiten sehr zufrieden.

Während der Rohbau des Neubauteils nahezu fertiggestellt ist, sind parallel auch die ersten Maßnahmen im Bestandsbau, wie Brandschutzmaßnahmen oder die Beseitigung von asbesthaltigen Materialien, bereits abgeschlossen. In den nächsten Monaten wird weiter viel Bewegung auf der Baustelle herrschen, zumal es nach wie vor das gemeinsame Ziel ist, zu Beginn des nächstjährigen Schuljahres mit den Arbeiten so weit zu sein, dass ein Ganztagesbetrieb in der Schule funktioniert.

Zu Beginn der eigentlichen Gemeinderatssitzung konnte der Bürgermeister neben dem Gremium auch zwei Bürger begrüßen, die in der Frageviertelstunde keine Anliegen hatten. Weber gab anschließend die im Umlaufverfahren in der Sommerpause beschlossene Vergabe des vierten Nachtrags in Höhe von 21.857,33 Euro an die Firma Niemann & Hesselschwerdt aus Bad Rappenau bekannt.

Neuer Wohnraum im Ortsteil Limbach geplant

Zum Punkt Bebauungsplan Laudenberger Straße im Ortsteil Limbach konnte das Gemeindeoberhaupt Jürgen Glaser vom Büro IFK aus Mosbach begrüßen. Wie Weber einleitend ausführte, besteht auf einer innerörtlichen Wiesenfläche die Möglichkeit, ein kleines Baugebiet zu erschließen, nachdem die Zufahrtsmöglichkeit nun abschließend geklärt werden konnte. Jürgen Glaser stellte daraufhin den Bebauungsplan vor, der sich mit Blick auf seine Festsetzungen an den bisherigen Beschlüssen zu Bebauungsplänen in der Gemeinde orientiert. Auf der Fläche sollen vier Einfamilienhäuser, zwei Doppelhaushälften und drei in der Höhe beschränkte Mehrfamilienhäuser entstehen. Der Bürgermeister ergänzte, dass der Plan im unteren Bereich grundsätzlich auch die Errichtung von Tiny-Häusern zulassen würde. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplanes sowie die frühzeitige Beteiligung einstimmig.

Gewerbeflächen in Heidersbach und Sanierungspläne für die Ortsdurchfahrt

Auch der folgende Tagesordnungspunkt hatte einen Bebauungsplan als Grundlage. Weber erläuterte, dass es in Heidersbach wiederholt Anfragen nach gewerblichen Flächen gebe, die Gemeinde selbst aber keine mehr anbieten könne. Dies soll sich durch das Auf-den-Weg-Bringen des Bebauungsplans Birken II ändern, bei dem sich das Areal von rund 2,5 Hektar bereits vollständig im Gemeindeeigentum befindet. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und vergab die Planungsleistungen für 32.500 Euro an das Büro IFK aus Mosbach.

Dritter und letzter Aspekt im Planungsbereich war die Vergabe von Ingenieurleistungen für die Ortsdurchfahrt in Limbach. Auslöser hierfür war ein Gespräch mit der Abteilung Straßenbau des Regierungspräsidiums Karlsruhe, bei dem signalisiert wurde, dass ab der Kreuzung Muckentaler Straße/Ringstraße bis zum Ortsausgang Krumbach eine neue Fahrbahndecke möglich wäre.

Allerdings müssen zuvor Kanal- und Wasserleitungen sowie Hausanschlüsse bis auf Höhe der Volksbank Limbach erneuert und im weiteren Verlauf einige Hausanschlüsse saniert werden. Voraussetzung für den Beginn der Maßnahme ist die Bewilligung entsprechender Fördermittel.

Während der Ingenieurvertrag für die Kanalplanung bereits 2023 vergeben wurde, ging es nun um die Wasserleitung und die Verkehrsanlagen. Anhand einer Präsentation bedauerte Weber, dass ein barrierefreier Ausbau aller vier betroffenen Bushaltestellen wegen scheiternden Grunderwerbs nicht realisiert werden könne. Das Gremium vergab die Ingenieurverträge einstimmig an das Büro IBS aus Adelsheim.

Investitionen in die Grundschule Laudenberg und Aufhebung einer Ausschreibung

Der Ausbau zur Ganztagesgrundschule in Laudenberg stand anschließend erneut im Mittelpunkt. Einstimmig beschlossen wurde ein Nachtrag über 37.394,55 Euro an die Firma Climair Gebäudetechnik GmbH aus Waldenbuch für die Kühlung der neuen Räume.

Um einer Preiserhöhung zuvorzukommen, entschied sich der Rat zudem für den Kauf von zwei Reinigungsrobotern der Firma Cleancaro aus Viernheim zum Gesamtpreis von 36.255,60 Euro. Die guten Erfahrungen mit diesen Geräten im Rathaus sollen damit künftig auch in der Schule genutzt werden, wobei ein Gerät sofort beschafft und das zweite im Neubau im kommenden Jahr ergänzt wird.

Beim Projekt am Museum in Wagenschwend musste die Ausschreibung für die neuen Fenster im Ausstellungspavillon aufgehoben werden, da das einzige vorliegende Angebot 80 Prozent über der Kostenberechnung des Architekten lag. Nach erneuter Ausschreibung ist eine Vergabe für die Oktobersitzung vorgesehen.

Straßensanierung, Stadtjäger und Satzungsbeschlüsse

Anschließend ging es um Straßensanierungen der Stadt Buchen, zu denen auch ein 640 Meter langer Abschnitt der Gemeindeverbindungsstraße Einbach-Waldhausen auf Scheringer Gemarkung gehört. Der Anteil der Gemeinde an den submittierten Kosten liegt bei rund 115.000 Euro. Da für das laufende Jahr keine Mittel dafür eingeplant waren, stimmte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme mehrheitlich zu, den Kostenanteil zu übernehmen und im Haushalt 2027 zu veranschlagen.

Wegen zunehmender Beschwerden über Wildtiere wie Waschbären in Siedlungsgebieten stimmte der Gemeinderat geschlossen für die Einsetzung eines sogenannten Stadtjägers für das gesamte Gemeindegebiet.

Fabian Felleisen aus Katzental verfügt über den Jagdschein sowie den anerkannten Zusatzlehrgang der unteren Jagdbehörde des Landratsamtes und wird diese Funktion künftig übernehmen. Betroffene Bürger können ihn direkt beauftragen, müssen jedoch für die Einsatzkosten selbst aufkommen.

Ebenfalls einhellig verabschiedete das Gremium eine Satzung über die Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen nach den Paragrafen 135 a bis c des Baugesetzbuches. Diese Regelung war das Ergebnis einer Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt und schafft Rechtssicherheit bei Ausgleichsmaßnahmen im Zuge von Erschließungen.

Bauanträge, Spenden und weitere Mitteilungen

Zehn Baugesuche passierten das Gremium einstimmig, darunter auch der Neubau von 22 Stellplätzen am Löschwasserbehälter in Laudenberg, die als Ersatz für die durch den Schulbau wegfallenden Parkplätze an der Einbacher Straße dienen. Ebenso einhellig wurde die Annahme von vier Spenden mit einer Gesamtsumme von 1.090 Euro beschlossen.

Zum Abschluss der Tagesordnung informierte der Bürgermeister über mehrere aktuelle Entwicklungen. So hat sich das Vorhaben einer Photovoltaikfreiflächenanlage im Bereich Hagfeld in Balsbach erledigt und wird nicht mehr weiterverfolgt.

Zudem soll im Rahmen der interkommunalen Bündelausschreibung zur Klärschlammverwertung, die von der AWN koordiniert wird, der Auftrag an die Firma Remondis Aqua Stoffstrom GmbH & Co. KG aus Mannheim gehen; der Beschluss über den endgültigen Vertrag folgt im Oktober und dient der gesetzlichen Pflicht zur Phosphorrückgewinnung ab 2029. Darüber hinaus wurde der Stadt Buchen die Zustimmung zur Auflösung der Gemeinschaftsschule an der Karl-Trunzer-Schule signalisiert.

Zum Ende des öffentlichen Teils der Sitzung wurde aus den Reihen des Gremiums auf erneute Schwierigkeiten und Probleme beim Schulbusbetrieb am ersten Schultag nach den Ferien hingewiesen.

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