Kläranlage, Gewerbe und Haushalt im Fokus
Mudau. (lm) Gleich in seiner ersten öffentlichen Sitzung nach der Sommerpause hatte der Gemeinderat finanziell schwierige, aber unvermeidliche Entscheidungen zu treffen. Den Start machte die Auftragsvergabe zur Machbarkeitsstudie der Kläranlage Mudau an das Ingenieurbüro Weber aus Pforzheim.
Dieser Schritt wurde dank der 50-prozentigen Förderung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe mit einem gemeindlichen Eigenanteil von 48.190 Euro bei veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 96.390 Euro beschlossen.
Bereits im Frühjahr hatte das Ingenieurbüro Weber das zusammen mit dem Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises erarbeitete Strukturgutachten mit verschiedenen Varianten vorgestellt. Die dabei bevorzugte Variante soll nun in der Machbarkeitsstudie konkreter die Vorteile des Anschlusses der Kläranlage Steinbach an die umfangreich zu sanierende und zu erweiternde Kläranlage in Mudau belegen.
Im Fokus stehen dabei eine höherwertige Reinigungsleistung, der Umweltschutz, Zukunftsfähigkeit sowie Nachhaltigkeit und unter anderem auch die Betriebsorganisation. Weiterhin wird durch diese Machbarkeitsstudie die technische, betriebliche und genehmigungsrechtliche Umsetzbarkeit geprüft, offene Fragestellungen werden geklärt und die Basis für die vertiefte Projektplanung sowie dazu notwendige Ausschreibungen geschaffen. Das Angebot von Weber Ingenieure wurde bereits im Vorfeld mit der unteren Wasserbehörde des Landratsamtes besprochen.
Weller III für expandierendes Unternehmen
Die nächste Entscheidung betraf die zweite Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans Weller III zugunsten der überaus schnell expandierenden LEUBE Zelte und Hallen GmbH & Co. KG. Die Firma plant eine weitere Standorterweiterung, um dringend benötigte Lagerfläche zu schaffen und gegebenenfalls weitere Betriebsgebäude zu errichten.
Teilweise hat das Unternehmen bereits Flächen in Anspruch genommen, die im bestehenden Bebauungsplan als Grünflächen festgesetzt sind. Auch Teile des Außenbereichs wurden bereits in Lagerfläche umgewandelt.
Den bereits eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Bürger und Behörden wurde entsprochen. Die Ergebnisse sowie die von Planer Moritz Lange als Vertreter der IFK-Ingenieure aus Mosbach vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem Fachbeitrag Artenschutz und dem grünordnerischen Beitrag wurden in die Begründung und das Planwerk eingearbeitet.
Der der Begründung beigefügte Umweltbericht, der Fachbeitrag Artenschutz, der grünordnerische Beitrag mit Eingriffs-Ausgleichs-Untersuchung sowie die Vorprüfung nach Natura 2000 wurden durch das Ingenieurbüro für Umweltplanung Wagner + Simon erarbeitet. Diese Unterlagen sind dem Bebauungsplan ebenso beigefügt wie der erstellte technische Fachbeitrag zur Wasserhaushaltsbilanz.
Entsprechend billigten die Ratsmitglieder den Entwurf in der Fassung vom 27. August 2026 und gaben ihn zur Offenlegung sowie zur förmlichen Beteiligung der Behörden frei.
Haushaltszwischenbericht zeigt stabile Finanzen und Fortschritte bei Großprojekten
Laut dem Haushaltszwischenbericht bis zum 31. Juli 2026 von Kämmerin Marianne Neugebauer verläuft der Ergebnishaushalt überwiegend planmäßig. Zwar seien Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen, doch man hoffe, dass der Ergebnishaushalt dennoch besser abschließen wird als ursprünglich geplant. Im investiven Bereich zeichnet sich ab, dass das geplante Investitionsprogramm mit einem Ausgabevolumen von 8,5 Millionen Euro im Jahr 2026 nicht vollständig umgesetzt werden kann.
Dennoch laufen die großen Baumaßnahmen wie der Erweiterungsbau des Kindergartens, die Dr.-Humbert-Straße und die Erweiterung des Gewerbegebiets Stöckig II planmäßig und werden, bis auf den Kindergarten und einige weitere geplante Maßnahmen, auch in diesem Jahr zum Abschluss kommen.
Wie die Kämmerin weiter ausführte, ist eine Kreditaufnahme im Kernhaushalt bisher noch nicht notwendig gewesen. Eine Kreditaufnahme wird möglicherweise teilweise noch im letzten Quartal 2026 in Anspruch genommen, keinesfalls jedoch in voller Höhe des genehmigten Rahmens von 2,5 Millionen Euro.
Aufforstungen genehmigt und Nutzungsänderung beschlossen
Die letzte Entscheidung des Abends betraf einen Aufforstungsantrag der Baumschule Bopp für eine Fläche von 2,55 Hektar auf Scheidentaler Gemarkung mit Nordmanntannen und Blaufichten sowie für eine Fläche von 0,14 Hektar auf Steinbacher Gemarkung mit Douglasien. Ersteres Vorhaben wurde nach einer intensiven und kontroversen Diskussion mit zwei Enthaltungen und drei Gegenstimmen befürwortet, während die zweite Fläche ein einstimmiges positives Votum erhielt.
Ebenso positiv beschieden wurden die weiteren vorliegenden und von Anna-Lena Dambach vorgestellten Bauanträge. Darunter befand sich auch das Vorhaben für das Gebäude der ehemaligen Schloßauer Bäckerei Münkel, das vom neuen Eigentümer in eine Ergotherapiepraxis sowie zwei Wohneinheiten umgebaut werden soll.



