Sandro Frank ist neuer Technischer Leiter

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Unser Bild zeigt von links: Sandro Frank als zukünftiger, Dr. Wolfgang Hauck als ausscheidender technischer Leiter, Verbandsgeschäftsführer André Kordmann, Verbandsvorsitzender Bürgermeister Thomas Ludwig. (Foto: Plane Merkle)

Seckach.   (lm) Der im Jahre 1997 gegründete Zweckverband „Hochwasserschutz Einzugsbereich Seckach/Kirnau“, mit Sitz in Seckach betreibt im Einzugsbereich dieser beiden Gewässer samt ihrer Nebenflüsse 16 überörtlich wirkende Hochwasserschutzanlagen mit einem Stauvolumen von insgesamt rd. 1,6 Mio. cbm. Nach den umfangreichen Neubaumaßnahmen zu Beginn seines Wirkens haben ab dem Jahr 2000 die Stadtwerke Buchen den laufenden Betrieb und die praktischen Arbeiten der aufwändigen Unterhaltung der Anlagen übernommen.

Doch Beckenschauen, Sicherheitsüberprüfungen, umfangreichere Erneuerungsmaßnahmen, noch umzusetzende ergänzende Investitionen in mehreren Ortslagen und nicht zuletzt die Probestaue erfordern auch unmittelbar in der Verbandsverwaltung das entsprechende fachtechnische Know-How.

So war es für den Verband und seine acht Mitgliedsgemeinden ein Glücksfall, dass der frühere Beigeordnete der Stadt Buchen, Dr. Wolfgang Hauck, nach dem Ausscheiden aus seinem Hauptamt dazu bereit war, diese Funktion seit 01. Januar 2015 übergangsweise auszuüben. Aus der für zwei Jahre geplanten Tätigkeit wurden mittlerweile fünf Jahre, aber zum 31. Dezember 2019 wird Dr. Hauck nun doch in den wohlverdienten Ruhestand treten.

Nach Ausschreibung der Stelle durch den Zweckverband wurde im Juli dieses Jahres Sandro Frank aus Seckach durch die Verbandsversammlung zum Nachfolger von Dr. Hauck gewählt werden. Sandro Frank schloss sein Studium am Karlsruher Institut für Technologie und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe Bauingenieurwesen nach fünf Jahren im Juli 2019 mit dem Bachelor of Engineering erfolgreich ab. Seine Bachelorarbeit über das Tragwerk des Seckacher Bahnhofs mit Nutzungskonzept für das leerstehende Gebäude bringt seine Heimatverbundenheit ebenso zum Ausdruck wie seine Bewerbung beim Zweckverband.

„Ich bin in mehreren Vereinen aktiv und möchte mich jetzt auch beruflich in unserer Region einbringen“ sagte Sandro Frank bei seiner persönlichen Vorstellung in der Verbandsversammlung. Sandro Frank nahm seine Tätigkeit beim Zweckverband bereits am 15. August auf. Wie Verbandsvorsitzender Thomas Ludwig in der jüngsten Verbandsversammlung erläuterte, wird er nach der Einarbeitungszeit zum Jahresbeginn als Technischer Leiter dem Zweckverband „Hochwasserschutz Einzugsbereich Seckach/Kirnau“ vorstehen.

Im ersten Tagesordnungspunkt wurde Wolfram Bernhardt als neuer Bürgermeister von Adelsheim zum 1. Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden und damit zum Nachfolger von Klaus Gramlich gewählt. Danach folgte die Vorstellung der Jahresrechnung 2018 durch den Verbandsrechner André Kordmann. Jener gab fundiert Auskunft über das Rechnungsergebnis.

Demnach fielen im Verwaltungshaushalt gegenüber den Planungen deutlich weniger Ausgaben für Unterhaltungs- und Wartungsarbeiten an, weil diese wegen voller Auftragsbücher der Firmen zum Teil erst im Jahre 2019 durchgeführt werden konnten. Erfreulicherweise wurde der Zweckverband im Jahre 2018 erstmals in die ständige Landesförderung der Betriebskosten aufgenommen, was einer Einnahme in Höhe von rd. 100.000 Euro entsprach.

Insgesamt ergab sich Überzahlung der Verbandsumlagen um gut 207.000 Euro, welche erstattet bzw. mit künftigen Umlagen verrechnet werden. Der Haushalt 2019 wird nach den Regeln des neuen doppischen Haushaltsrechts aufgestellt. Wie Verbandrechner Kordmann erläuterte, sind im Ergebnishaushalt ordentliche Erträge und Aufwendungen in Höhe von je 654.100 Euro eingeplant, davon 441.700 Euro für den Betrieb und die Unterhaltung der Hochwasserrückhaltebecken, 92.900 für die Verwaltung und 119.500 Euro für Kreditzinsen.

Der Finanzhaushalt enthält geplante Investitionen von 585.400 Euro, wobei als Schwerpunkte die lokale Maßnahme M1 in Bödigheim, diverse Maßnahmen im Zuge der vertieften Sicherheitsüberprüfungen sowie Planungskosten für die Erweiterung des HRB 26 Sindolsheim/Kirnau zu nennen sind. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.

Den finanzwirtschaftlich geprägten Beratungspunkten schloss sich der ausführliche Bericht der Technischen Leitung an. Dr. Wolfgang Hauck gab zu dem Probestau am HRB 53 Adelsheim/Kirnau, als man die vom Ing.büro Wald & Corbe (Hügelsheim) nachgelieferte plausibilisierte Steuerkurve sowie den geotechnischen Abschlussbericht des Büros Kärcher aus Weingarten vorstellte.

Weiter zeigte er den Stand der verschiedenen aktuell laufenden örtlichen Maßnahmen einschließlich der vorgesehenen nächsten Schritte auf.

Ihm schloss sich nahtlos der Bericht von Sandro Frank an, über den Verlauf der Arbeiten an der örtlichen Maßnahme M1 am Hiffelbach in Bödigheim mit Einblicken in seine bisherige Einarbeitungsphase und seinem Dank an Dr. Hauck und diegesamte Verbandsverwaltung für die gewährte Unterstützung.

Nach diesen Ausführungen der Technischen Leitung wurde der aktuelle Stand in Sachen Funktionstüchtigkeit der Fernüberwachung geschildert und die notwendige Wiederherstellung des zentralen Leitsystems erläutert. Konkret zeigte man auf, dass im Moment lediglich die Alarmsignale der gesteuerten Becken den Weg zu den jeweiligen Verantwortlichen finden, während jene der ungesteuerten Becken sowie deren Messdaten nicht mehr vom Server verarbeitet werden können, was nach Zusicherung der Verbandsverwaltung, der Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Hochwasserrückhaltebecken keinen Abbruch tue.

Dennoch sei die rasche Erneuerung der Fernüberwachungsanlage sowie der Hardware für die Leit- und Steuerungstechnik unumgänglich geworden. Die entsprechende Ausschreibung sieht vor, beides bei einem Online-Anbieter anzumieten, um die hohen Anschaffungskosten zu sparen und gleichzeitig in den Genuss des aktuellsten Virenschutzes zu kommen. Danach könnte die Zentrale in den Räumen der Stadtwerke Buchen auf die Messdaten über den entsprechenden Internetserver erhalten.

An den Becken selbst müssten die veralteten Rechner und Monitore, an allen Anlagen aus Kompatibilitätsgründen das Fernmeldesystem ersetzt werden. Das neue Leitsystem wird es möglich machen, sich einen umfänglichen fachlichen Überblick über die Anlage und den Anlagenverbund, auch im zeitlichen Ablauf, zu schaffen. Die Gesamtkosten der Maßnahme werden sich auf rd. 230.000 Euro belaufen, wozu eine Fachförderung in Höhe von rd. 92.000 Euro erwartet wird.

Nach kurzer Aussprache ermächtigte die Verbandsversammlung den Vorsitzenden Bürgermeister Thomas Ludwig, nach Prüfung der Angebote dem wirtschaftlichsten Bieter den Zuschlag zu erteilen.

Mit der Beantwortung weiterer allgemein interessierender Fragen rund um den Hochwasserschutz endete die harmonisch verlaufene Verbandsversammlung.

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