Das Wilde Heer am Handy

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Einweihung des Pfades der Sagen auf der Burgruine Rodenstein. Im Beisein von Bürgermeister Eric Engels und Geopark-GEschäftsführerin Dr. Jutta Weber wurde die Attraktion ihrer Bestimmung übergeben. (Foto: pm)

Odenwälder Sagenwelt wird hörbar und erlebbar

 Fränkisch-Crumbach.  (pm) Schaurig-schöne Geschichten über den Geisterzug des Wilden Heeres, so wie auch andere Episoden aus der reichhaltigen Sagenwelt des Odenwaldes wurden sich früher abends am warmen Ofen erzählt – künftig lassen sie sich auf einer Wandertour jederzeit am Handy abrufen, und zwar unmittelbar am Ort des Geschehens.

Dafür sorgt der „Pfad der Sagen“, der in einer Kooperation des Rodensteinmuseums in Fränkisch-Crumbach mit dem GeoNaturpark Bergstraße-Odenwald entstand und am Freitag eröffnet wurde. Eine großzügige Förderung aus Mitteln des Bundes machte das Projekt möglich.

An drei Dutzend Erlebnisstationen zwischen der Laudenauer „Freiheit“ und dem Ortskern von Fränkisch-Crumbach stehen nun bebilderte Tafeln, an denen per QR-Code ein AudioGuide aktiviert werden kann. Sagen vom Wilden Heer, von der Rettung des Vaterlandes durch den Rodensteiner Ritter und viele andere Geschichten und literarische Notizen kann man an ihren mutmaßlichen Schauplätzen auf sich wirken lassen.

Auch die Jüngeren werden angesprochen: mit einem Rundweg für Kinder, auf dem Geschichten vom Rodensteiner, von Schätzen auf der Burgruine und von verwünschten Zeitgenossen ganz zeitgemäß mit dem Handy abhörbar sind. Ein Höhepunkt ist die Führung durch eine virtuelle 3D-Rekonstruktion der Burg Rodenstein, die Groß und Klein eine Vorstellung davon gibt, wo und wie die Rodensteiner einmal gelebt haben. Wer will, kann das Hörerlebnis aber auch nach Hause verlagern, denn der komplette „Pfad der Sagen“ ist auch digital im Internet auf der Homepage der Gemeinde verfügbar.

Dieses Projekt des Rodensteinmuseums wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aus den Programmen „Neustart Soforthilfe“ und „Neustart Kultur“ in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Soziokultur, dem Deutschen Verband für Archäologie sowie dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Dieser hat das Vorhaben gemeinsam mit der Gemeinde Fränkisch-Crumbach und dem Rodensteinmuseum realisiert.

In diesem Zusammenhang wurde auch gleich die Beschilderung der örtlichen Sehenswürdigkeiten erneuert und in das Konzept einbezogen. Informationen zu historischen Gebäuden im Ortskern sind dort gleichermaßen akustisch abrufbar.

Die Rodenstein-Sagen sind, durch die Rolle der Burg Reichenberg und die Verbindung zur Schnellertssage, ein bedeutendes kulturelles Erbe des oberen Gersprenztals. Das Rodensteinmuseum hat es sich zur Aufgabe gestellt, dieses Erbe zu bewahren und in moderner Form zugänglich zu machen. Sagenmuseen sind in Deutschland eine Seltenheit und eignen sich – im Gegensatz zu Museen, die Gegenstände zeigen – zur Präsentation ihrer Themen im Freien. Damit passte das Vorhaben bestens zu den Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie.

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