Dielbach feiert „traumhafte“ Premiere

Laser

Mit Lasergewehren musste jeder Teilnehmer fünf Schuss abgeben. Jeder Fehlschuss wurde mit fünf Strafsekunden gewertet. (Foto: Hofherr)  

Dielbach. Sahen Schwarzseher am Samstagmorgen beim Blick in den grauen, wolkenverhangenen Himmel ihre schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen, begann der Sommer sein aktuelles Gastspiel pünktlich um 16 Uhr und damit zeitgleich mit der Eröffnung des „1. Grenzenlosen Wiesentalsfests“ im „geteilten“ Dorf Dielbach.

Vielleicht waren es ja auch die lauten Böllerschüsse des SSV Dielbach, die in der himmlischen Wetterabteilung für die nötige Aufmerksamkeit und die dortigen Verantwortlichen für traumhaftes Wetter sorgten.

Gutes, nahezu perfektes Wetter hatte die Veranstaltergemeinschaft um Ortschaftsrat Oberdielbach und Bezirksbeirat Unterdielbach sowie örtlichen Vereine aber auch mehr als verdient, ging man doch mit dem Wiesentalfest auch ein gewisses Premierenrisiko ein. Und wäre das Fest buchstäblich ins Wasser gefallen oder vom Hochwasser führenden Holderbach hinweggeschwemmt worden, wäre die Dorfgemeinschaft, die wie bereits erwähnt über Stadt- (Eberbach) bzw. Gemeinde- (Waldbrunn), ja sogar Kreisgrenzen (Rhein-Neckar- und Neckar-Odenwald-Kreis) hinweg gemeinsam plante, und dann gemeinsam feierte, um einen Höhepunkt ärmer gewesen.

So durfte jedoch Ortsvorsteher Herbert Bachert – aus Oberdielbach – nach einem letzten bangen, aber alle Wettersorgen vertreibenden Blick gen Himmel – in Richtung Unterdielbach – zur Eröffnung viele Ehrengäste, darunter Waldbrunns neues Gemeindeoberhaupt Markus Haas und dessen Vorgänger Bürgermeister a.D. Klaus Schölch, im Festzelt willkommen heißen. Eberbach wurde von Bezirksbeirat Edgar Uhrig vertreten. Außerdem waren zahlreiche Kreis-, Gemeinde- und Ortschaftsräte gekommen, um diesen historischen Festauftakt zu erleben. Für die musikalische Umrahmung sorgte der MGV Dielbach.

In einer kurzen Ansprache berichtete Ortsvorsteher Bachert, dass die inzwischen schon legendäre 650-Jahrfeierim Jahr 2010 Ursprung des Wiesentalsfests sei. Dass alle Dielbacher bei den Vorbereitungen an einem Strang gezogen haben, beweise große Heimatverbundenheit, so Bachert.

Bevor Bürgermeister Markus Haas den Fassanstich vollzog, dankte er den Dielbachern für ihr Engagement. Nun feiert jedes Winterhauchdorf sein eigenes charakteristisches Dorffest. Die Tatsache, dass man grenzenlos feiert sei ein guter Start. Nun gelte es, die Veranstaltung im Wiesental zur Tradition werden zu lassen.




Bis spät in die Nacht bzw. früh am Sonntagmorgen ging es bei der „Dielbacher Hitparade mit internationalen Stars“. Dass die Stars alle ihren Wohnsitz in Dielbach hatten war nicht unbedingt überraschend. Erstaunlich waren jedoch die vielen bis dahin unbekannten Talente, die sich in dieser denkwürdigen Nacht präsentierten.

Am Sonntagmorgen standen nach dem ökumenischen Gottesdienst Beförderungen Waldbrunner Wehrmänner durch Bürgermeister  Markus Haas auf dem Programm. Zunächst lobte das Gemeindeoberhaupt die Einsatzbereitschaft der Floriansjünger, die rund um die Uhr bereit stehen, um ihren Mitbürgern existenziell zur Seite zu stehen.

Anschließend wurde Stefan Schlemmel von der Abteilungswehr Strümpfelbrunn zum Feuerwehrmann ernannt. Hierfür mussten diverse Lehrgänge besucht und Prüfungen abgelegt werden. Dies gilt auch für die Beförderungen von Mitgliedern der FFW Dielbach. Alexander Uhrig und Thomas Schuster wurden zu Oberfeuerwehrmännern befördert. Christian Schäfer, Tobias Schäfer und Jens Schum tragen künftig den Dienstgrad eines Hauptfeuerwehrmanns. Abschließend wurde der Abteilungskommandant der Wehr in Schollbrunn, Richard Helm zum Hauptlöschmeister mit Stern ernannt.

Nach Frühschoppen mit den JBO Waldbrunn und dem Mittagessen, fiel der Startschuss zum Wiesental-Biathlon. Insgesamt hatten sich neun dreiköpfige Teams angemeldet, die je Starter eine 700 Meter lange Runde vom Wiesental hoch in die Schulstraße, wo ein Schießstand mit Lasergewehren bzw. Blechdosen aufgebaut war, und wieder zurück zum Start. Dabei wurde natürlich nicht nur die Laufzeit gemessen, sondern auch Strafsekunden, die für Fehlschüsse fällig wurden.

Souveräne Sieger wurden Niklas Kappes (Laufzeit 2,54 min/10 Strafsekunden), Sebastian Huß (3,06 min/25 Strafsekunden) und Dennis Schulz (2,43 min/5 Strafsekunden), die mit ihrer Siegerzeit von 9,23 min eine gute halbe Minute vor den zweitplatzierten Mannschaft lagen. Daniel Fetzner (3,21 min/0 Strafsekunden), Manuel Zin (3:19 min/5 Strafsekunden) und Ralf Hilbers (3,21 min/0 Strafsekunden) lagen am Ende mit einer Gesamtzeit von 10,06 min nur dank ihrer Schießkünste vor den Bronzemedaillengewinnern Sebastian Schuh (3,44 min/25 Strafsekunden), Oliver Johe (2:53 min/0 Strafsekunden) und Kevin Andrilli (3,13 min/0 Strafsekunden), die auf eine Endzeit von 10,15 min kamen.

Bester Starter war Dennis Schulz (2,43 min/5 Strafsekunden), vor Oliver Johe (2:53 min/0 Strafsekunden) und Niklas Kappes (Laufzeit 2,54 min/10 Strafsekunden). Die Zuschauer, die zuvor die Biathleten mit ihrem Applaus nach vorne gepeitscht hatten, feuerten anschließend die „starken Männer“ an, die beim Traktorziehen ihre Kräfte maßen. Nach der Siegerehrung des Biathlons klang das Wiesentalfest gemütlich aus.

Eroeffnung Wiesentalfest

Die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Markus Haas (6.v.li.) und Alt-Bürgermeister Klaus Schölch (2.v.re.), stoßen mit Freibier auf das Wiesentalfest an. (Foto: Hofherr)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: