Wertheim: BEA wird auf 1.000 Plätze erhöht

Rundgang durch die Erstaufnahmeeinrichtung

Wertheim. (pm)Die Zeit der Notunterkunft ist zu Ende, in der ehemaligen Polizeiakademie am Reinhardshof hat am Donnerstag der reguläre Betrieb als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes begonnen. Allerdings ist die Einrichtung immer noch nicht voll arbeitsfähig. Ob das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Institution in Wertheim vertreten sein wird steht noch nicht fest. Auch eine Polizeiwache auf dem Gelände der Einrichtung ist derzeit nicht vorgesehen. Immerhin, Mitte nächster Woche soll mit der offiziellen Registrierung der Flüchtlinge begonnen werden, die teilweise seit dem 13. September in der bisherigen Notunterkunft untergebracht sind. Die Stadt Wertheim sieht die Entwicklungen, zu denen auch die Vorbereitungen für eine „Nachverdichtung“ gehören, nicht ohne Sorgen, wie Bürgermeister Wolfgang Stein deutlich machte.

 

Zum Übergang in den regulären Betrieb und zur Übergabe der Leitung der Erstaufnahmeeinrichtung an Mirco Göbel war unter anderem Regierungspräsident Johannes Schmalzl einmal mehr persönlich nach Wertheim gekommen. Die Stadt, sagte er, sei für viele der Flüchtlinge zu so etwas wie einem zweiten Geburtsort geworden, weil sie hier ein neues, ein zweites Leben begonnen hätten. Bei einem Rundgang wurde deutlich, dass sich auf dem Gelände und in den Gebäuden der Einrichtung derzeit eine Menge tut. So werden in den Unterkunftsräumen derzeit gerade Stockbetten aufgestellt. Künftig werden die Zimmer mit bis zu acht, nicht mehr mit vier Flüchtlingen, belegt sein. Die Kapazität erhöht sich damit von 600 auf rund 1.000 Plätze. Das sind bereits Vorbereitungen für die schon angesprochene „Nachverdichtung“. Denn der Druck auf das Land, Flüchtlinge unterbringen zu müssen, sei „nach wie vor wahnsinnig groß“, so der Regierungspräsident. Um eine zusätzliche Belegung werde man deshalb nicht herumkommen, wobei Schmalzl offen ließ, wann es soweit sein wird. Doch wolle man die Verträglichkeit für den Stadtteil Reinhardshof auch weiterhin mit der Großen Kreisstadt Wertheim abstimmen.
Gemeinsam führten die bisherige kommissarische Leiterin der Notunterkunft, Dagmar Driewer, der neue Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung, Mirco Göbel und zeitweise auch der ebenfalls neue Einrichtungsleiter der Firma European Homecare, Gabriel Strecker, die Besucher durch die einzelnen Gebäude und erläuterten die einzelnen Baumaßnahmen. Deren Schwerpunkt liegt derzeit vor allem im Verwaltungsgebäude, wo ab der kommenden Woche die Registrierung der Flüchtlinge beginnen soll. Parallel dazu und aufeinander abgestimmt soll die erkennungsdienstliche Behandlung und die ärztliche Untersuchung erfolgen, wurde erläutert. Dass es, nach jetzt rund vier Wochen, höchste Zeit für diese Maßnahmen ist, verdeutlichte eine Gruppe von Flüchtlingen, die unter anderem Klage darüber führte, dass man in der bisherigen Zeit zum Nichtstun verdammt gewesen sei.
 
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Den Unmut der Stadt ließ auch Bürgermeister Stein erkennen. Und zwar darüber, dass das Sicherheitskonzept offensichtlich nicht wie ursprünglich vorgestellt umgesetzt werden solle. Regierungspräsident Schmalzl meinte zwar, es habe nie ein Konzept gegeben, das einen Polizeiposten auf dem Gelände der Einrichtung vorgesehen habe. Dem wurde aber von „Wertheimer Seite“ vehement widersprochen und unter anderem auf die Sitzung des Gemeinderates Anfang September verwiesen, in der genau dies zugesagt worden war. Die Sicherheit werde in jedem Fall gewährleistet, versuchte der Regierungspräsident die Gemüter zu beruhigen. Stein kündigte an, dass die Stadt ihren Standpunkt im Innenministerium noch einmal deutlich machen werde.
Auch wenn jetzt der reguläre Betrieb begonnen hat, viele Fragen konnten auch bei diesem Termin noch nicht abschließend beantwortet werden. In so manchem Fall, etwa in Sachen Begegnungscafé oder WLAN, hieß es „demnächst“, „bald“ oder „in Kürze“. Immerhin: „Bald“ soll sich auch die Wertheimer Bevölkerung ein Bild von der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes machen können. Der Regierungspräsident kündigte „bis Ende November“ eine Art Tag der offenen Tür an.
 
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(Foto: pm)

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1 Kommentar

  1. Vertrauliche Mitteilung,
    nur für den Dienstgebrauch.
    -von der Koordinierungsstelle(KSF/KDB)im BAMF/Bundesamt Migration
    und Flüchtlinge des Bundesinnenmist.

    Darin steht,dass vom 5.Sept. bis
    13.Okt 346.289 Asylanten in Deutsch-land Asyl beantragt haben.
    Dreihundertsechsundvierzigtausend
    Asylanten in 38 Tagen.
    Mannheim hat in etwa diese Einwohner-zahl.
    Die Anzahl der „Untergetauchten“
    kann bei 20.000 liegen.
    Diese brauchen z.B.neue/andere Papiere.Teilweise werden sie in ihren
    Heimat/Herkunftsländer gesucht.
    Ihre Papiere werden zur neuen Ein-
    schleusungen gebraucht.

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