„Medizinische Versorgung von Frauen wird schlechter“

(Foto: pm)

MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel zur geplanten Schließung von Geburtshilfe und Gynäkologie in Mosbach

Mosbach.  Um ihr inzwischen auf 12 Millionen Euro angewachsenes Defizit zu verringern, planen die kreiseigenen Neckar-Odenwald-Kliniken im Rahmen von Umstrukturierungen, die Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Mosbach zu schließen. Künftig soll die bestehende Entbindungsstation mit Beleghebammen am Standort Buchen – 30 Kilometer von der Kreisstadt Mosbach entfernt – die Versorgung der Frauen aus dem gesamten Landkreis übernehmen.

Dazu regt sich breiter Widerstand. Neben Unterschriftensammlungen und einem Fragenkatalog des Mosbacher Gemeinderats an Landrat Dr. Achim Brötel, meldet sich nun auch die grüne Bundestagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel zu Wort.
Nachdem der Aufsichtsrat sich inzwischen für die Schließung ausgesprochen hat droht die medizinische Versorgung von Frauen im Neckar-Odenwald-Kreis in eine Schieflage zu geraten, befürchtet Schneidewind-Hartnagel. „Was hier
als „kostensparende Lösung“ propagiert wird, ist gleichbedeutend mit einer Absage an eine gleichwertige Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, zu Lasten der Frauen“, so die grüne Abgeordnete.

„Viele Bürgerinnen und Bürger protestieren gegen diese Pläne, weshalb Innerhalb kürzester Zeit 9.000 Unterschriften gesammelt und eine Demonstration organisiert wurde“, weist die Abgeordnete auf den Willen der Bürger hin. Dennoch habe bisher kein Umdenken stattgefunden. Auch
Änderungsanträge im Kreistag seien ignoriert worden, bedauert Schneidewind-Hartnagel.

„Daher drohen werdenden Müttern weite Wege, Geburten im Auto oder im Rettungswagen, Abweisungen und Verlegungen wegen Überfüllung an andere „erreichbare“ Standorte. Die
Situation wird sich für werdende Mütter, aber auch für Väter, Hebammen, Ärztinnen und Ärzte deutlich
verschlechtern“ , bedauert die Bundespolitikerin.

„Wohnortnahe Geburtshilfe ist ein wichtiges Element gleichwertiger Gesundheitsversorgung im
ländlichen Raum, auch und gerade an Standorten mit weniger als 800 Geburten im Jahr. Geburten und Hebammen auf wenige Standorte zu verteilen, bedient vielleicht die gesundheitspolitischen Theorien der Krankenkassen, in der Praxis haben größere Häuser aber Schwierigkeiten, alle Geburten wegfallender Landkrankenhäuser aufzunehmen. Das zeigt sich deutlich am Beispiel von Heilbronn, von wo aus bislang bei Überfüllung Frauen nach Mosbach verlegt wurden.“

„Als zuständige Bundestagsabgeordnete und als Frauen- und Sozialpolitikerin habe ich mich von
Anfang an für den Erhalt beider Geburtsstationen in Mosbach und Buchen ausgesprochen und unterstütze alle Initiativen dazu. Ich halte die Entscheidung des Kreistags und des Aufsichtsrats für einseitig und falsch.
Sie steht im Widerspruch zu den Interessen aller Frauen im Neckar-
Odenwald-Kreis, den langfristig droht bei Nicht-Erreichen der prognostizierten Geburtenzahlen in Buchen auch dort die Schließung. Trotz aller Notwendigkeiten, Kosten zu reduzieren, kann es nicht sein, dass der ländliche Raum bei der Gesundheitsversorgung als erstes bei der Frauengesundheit spart. Gleichwertige Lebensverhältnisse müssen für alle Geschlechter gelten“, fordert MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel.

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