„Ich werde meine Patienten sehr vermissen“

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Dr. Mathias Schmidt, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin der GRN-Klinik Eberbach, geht am 31. Juli in Ruhestand. (Foto: pm)
Eberbach. (pm) In der GRN-Klinik Eberbach endet am Freitag, 31. Juli, eine Ära. Dr. Mathias Schmidt (65), Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, geht nach 33 Jahren in Diensten der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH in seinen wohlverdienten Ruhestand. 1987 trat er seinen Dienst an der GRN-Klinik an, 2007 wurde der gebürtige Gerlachsheimer, der in Eberbach aufwuchs, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin.

Seitdem sorgt er in Zusammenarbeit mit den Ober- und Fachärzten dafür, dass der Aufenthalt der Patienten in der GRN-Klinik Eberbach möglichst ohne Angst und Schmerzen verläuft. Das gilt von der Aufklärung vor dem Eingriff über die Operation und den Aufwachraum bis hin zur schmerztherapeutischen Nachsorge. Bei der Palliativmedizin begleitete er Patienten und Angehörige. „Ziel war es immer, die Lebensqualität unserer Palliativpatienten so zu verbessern, dass sie möglichst bald wieder nach Hause zurückkehren können“, so Schmidt.

Apropos Patienten: „Die werde ich sicherlich sehr vermissen. In den vergangenen Jahren hat sich zu vielen Patienten ein ganz besonderes Verhältnis aufgebaut.“ Ob Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin oder Palliativmedizin, Schmidt hat nach eigener Aussage alle Fachgebiete mit dem gleichen Engagement ausgeübt. „Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können. Abwechslung war immer garantiert.“

Bereits 1983 hatte Schmidt gemeinsam mit einem Kollegen das Schmerzzentrum an der Anästhesiologischen Uniklinik Heidelberg aufgebaut. Beim Wechsel nach Eberbach 1987 richtete er eine Schmerzambulanz ein und erweiterte das schmerztherapeutische stationäre Behandlungsspektrum.

Im Rahmen der engen Zusammenarbeit beider Kliniken bildete er seit 2007 jedes Jahr einen Facharzt der Universität Heidelberg zum Schmerztherapeuten aus. „Mir lag es immer sehr daran, junge Ärzte mit Potential zu fördern“, so Schmidt. Einige seiner „Auszubildenden“ genießen heute einen weltweit erstklassigen Ruf. „Das macht mich schon ein wenig stolz.“

In seiner Zeit wurden in Eberbach die Dialyse und vorübergehend ein Platz für eine Rechts-Herzkatheteruntersuchung installiert, die der Untersuchung der rechten Herzkammer und der Lungenschlagader diente. Andere Optionen zur Klinik in Eberbach habe es für Schmidt in seiner Laufbahn mehrfach gegeben. Doch die Verbundenheit zu seiner Heimat, zu Eberbach und zur Rhein-Neckar-Region sei immer größer gewesen.

Jetzt freut Dr. Schmidt sich auf einen fließenden Übergang. Mit Dr. Daniel Unger steht sein Nachfolger bereits fest. Unger wird zum 01. August seine Position übernehmen. „Ich werde ihm eine gut funktionierende Abteilung hinterlassen“, verspricht Schmidt, der sich als Teamplayer sieht.

Langweilig wird es ihm sicher nicht werden. „Ich habe künftig mehr Zeit für meine Familie und fahre gerne an den Tegernsee in Urlaub.“ Für seinen Vorschlag, noch einmal als Notarzt aktiv zu werden, konnte er seine Frau nicht begeistern. Ein typisches Rentnerdasein kann sich Schmidt allerdings auch nicht vorstellen. „Gut möglich, dass ich als Honorararzt tätig sein werde. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

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