„Sie ist auch ein bisschen Enkeltochter“

Carolin Wetzel geht in ihrer Aufgabe auf: Ihre offene Art kommt in der AWO-Hausgemeinschaft sehr gut an. (Foto: Andreas Lang)

Mit ihrer offenen Art und guter Unterstützung schaffte Carolin Wetzel es auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Dallau.  (pm) In der Schule hat Carolin Wetzel zusätzliche Unterstützung benötigt, denn das Lernen fiel ihr nicht leicht. Nun unterstützt sie selbst andere Menschen.

Die lebenslustige junge Frau aus Mosbach hat es geschafft: vom Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Johannesberg Schule über berufsbegleitende Maßnahmen an der Augusta-Bender-Schule bis auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Seit wenigen Monaten arbeitet Carolin Wetzel als festangestellte Mitarbeiterin in der AWO-Hausgemeinschaft Elztal-Dallau, sehr zur Freude der dort lebenden Seniorinnen und Senioren.

Der Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fällt vielen Menschen mit Unterstützungsbedarf schwer. Um die Festanstellung von Carolin Wetzel zu ermöglichen, arbeitete ein ganzes Team Hand in Hand. Finanzielle Unterstützung gab die Agentur für Arbeit, Beratung kam vom Integrationsfachdienst, praktische Begleitung am Arbeitsplatz vom Jobcoach der Johannes-Diakonie Jens Bernhard.

Vor allem aber fand Carolin Wetzel in der AWO-Hausgemeinschaft eine Arbeit, die ihr rundum Spaß macht. Wichtiger Rückhalt kommt von den anderen Mitarbeitenden und von ihrer Chefin, der Einrichtungsleiterin Tanja Götzinger. Diese sieht in der neuen Mitarbeiterin eine echte Bereicherung. „Mit Carolin haben wir einen guten Griff gemacht.“

Zunächst bewährte sich Wetzel nach der Schule bei einem längeren Praktikum in der AWO. „Ich wusste durch meinen Opa schon etwas über ältere Menschen“, so erklärt sie, weshalb ihr die Entscheidung für das Praktikum leichtgefallen sei. Rasch lernte sie dank Jens Bernhard, die praktischen Hürden des Arbeitsalltags zu nehmen, etwa das Pendeln mit der Bahn oder wechselnde Arbeitszeiten.

In der AWO-Hausgemeinschaft unterstützte sie Bewohnerinnen und Bewohner auf den Wohngruppen, machte ihre Sache gut und hatte Spaß am Arbeiten: „Ich habe mich auf den Job eingelassen, und dann hat er mir eben gefallen.“ Schließlich war die feste Anstellung sicher. Selten hat Jens Bernhard so einen glatten Wechsel in die Festanstellung erlebt: „Es hat von Anfang an sehr gut geklappt.“

Abwechslungsreich findet Wetzel ihren Arbeitsalltag. „Ich spiele mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, gehe mit ihnen spazieren oder bringe ihnen das Essen und freue mich, wenn sie zufrieden sind“, erklärt sie. Doch unabhängig von ihrer Arbeitsleistung weckt ihr sonniges Wesen bei den Menschen in der AWO-Hausgemeinschaft viele Sympathien. „Ihre fröhliche, offene Art kommt sehr gut an“, sagt Tanja Götzinger über Carolin Wetzel. „Für viele ist sie nicht nur AWO-Mitarbeiterin, sondern auch ein bisschen Enkeltochter.“

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