Wegen Putin ins Home-Office

​​Hochbehälter „Mutschere“in Großeicholzheim wird umgebaut. (Foto: Liane Merkle)

Gemeinde Seckach senkt Temperaturen- Rathaus-Bediensteten müssen möglicherweise zuhause arbeiten

Seckach. (lm) Die Arbeitsvergabe zum Einbau einer Phosphor-Elimination an der Kläranlage war nur eine von mehreren Investitionsbeschlüssen des Seckacher Gemeinderatsgremiums unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Ludwig gleich bei der ersten öffentlichen Sitzung nach der Sommerpause in der Seckachtalhalle.

Diese geplante Investition in den Gewässerschutz war dem Gremium bereits vor einem Jahr erläutert und ein Förderantrag mit Baukosten inkl. Baunebenkosten in Höhe von 270.000 Euro fristgerecht eingereicht worden. Der Förderbescheid für diese Bausumme liegt seit Dezember 2021 vor.

Im Ergebnis wurde, nach Abklärung der Mehrkostenförderung, das Baugeschäft Reiner Müller aus Großeicholzheim mit 37.870 Euro mit den Tiefbauarbeiten und die Likusta Umwelttechnik GmbH aus Lich mit 261.233 Euro mit den die Anlagen- und Elektrotechnik beauftragt.

Nachdem Bauhofleiter Tristan Serr bereits im November letzten Jahres zur Erneuerung der teilweise total überalterten Gerätschaften seine Fahrzeugkonzeption für den Gemeindebauhof vorstellte und man daraufhin einen Kommunalschlepper mit Winterdienst- und Mulchausrüstung bestellt und seit August erfolgreich im Einsatz hat, beschloss das Gremium nun die weitere Umsetzung des Konzepts mit dem Kauf eines Kleintransporters mit Kipppritsche zum Angebotspreis von 26.810 Euro bei der Firma Eugen Unkauf GmbH & Co KG aus Abstatt.

Außerdem beschäftigte sich der Gemeinderat mit der erneuten Beantragung der Fachförderung zur Ausbaustufe 3 der Gemeinde-Wasserversorgungskonzeption, die den Bau der Doppelleitung Seckach-Großeicholzheim mit Umbau des Hochbehälters „Mutschere“ und des Pumpwerks „Kohlplatte“ beinhaltet.

Für dieses Jahr stehe man zwar auf der Nachrückerliste, aber es ist nicht sicher, dass die dem Regierungspräsidium Karlsruhe zur Verfügung stehenden Fördermittel hierfür ausreichen werden. Aufgrund der rd. 20-prozentigen Preissteigerungen seit Juni 2021 rechne man für das Vorhaben inzwischen mit Kosten in Höhe von 4.326.550 Euro, und mit Fördermitteln in Höhe von 2.843.280 Euro bei einem Eigenanteil der Gemeinde von 1,48 Mio.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung den Fachförderantrag mit den aktualisierten Kosten erneut fristgerecht einzureichen.

Als Folge des  Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Kostenexplosionen auf dem Energiemarkt hat sich auch die Gemeinde Seckach intensiv mit Energiesparmaßnahmen beschäftigt und das Ergebnis nahm das Gemeinderatsgremium nach Vorstellung durch Leonie Röderer vom Rechnungsamt zur Kenntnis. Demnach wird die Raumtemperatur im Rathaus auf 19°C, in Sporthallen auf 16°C und in Schulen auf 20°C gesenkt, die Warmwasserbereitung fürs Händewaschen wird abgestellt.

Die Straßenbeleuchtung wird in Seckach und Großeicholzheim um 22 Uhr, in Zimmern um 23 Uhr abgeschaltet und in allen Ortsteilen erst um 5 Uhr eingeschaltet und so bald wie möglich auf energieeffizientere Leuchten umgestellt.

Die Wiedereröffnung des Hallenbades bleibt weiterhin das feste Ziel der Gemeinde; angesichts der für diesen Winter zu erwartenden Gasmangellage wird die Öffnung nun für das Frühjahr 2023 angestrebt. Sollte aufgrund des Gasmangels die Beheizung verschiedener Gemeindegebäude nicht mehr möglich sein, müssen die Wasserleitungen entleert werden. Ein Teil der Rathaus-Bediensteten müsste dann ins Home-Office wechseln.

Über die tatsächliche Umsetzung weiterer Maßnahmen entscheidet jedoch die Verwaltung im Benehmen mit dem Krisenstab. Ergänzend führte Bürgermeister Ludwig noch aus, dass das Thema Energiemanagement bereits seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Verwaltungsarbeit ist.

Interessiert nahm das Gremium die Ausführungen der Vertreter der Projektgruppe „Rebhuhnschutz im Schefflenztal“, Ornithologe Dr. Elmar Werling und Andreas Sigmund als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, zur Kenntnis, die dieses Projekt mit einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern auf den Gemeindegebieten von Schefflenz, Billigheim, Elztal und Seckach vorstellten.

In dieser Region befindet sich das größte noch verbliebene Verbreitungsgebiet des sehr bedrohten Rebhuhns im gesamten Regierungsbezirk Karlsruhe (NZ berichtete). Das Projekt besteht seit Herbst 2021. Rebhühner sind Bodenbrüter und haben aufgrund ihres Lebenszyklus sehr differenzierte Ansprüche an ihren Lebensraum.

Um ihren Bestand zu stabilisieren und langfristig zu vergrößern, sollen auch mit Hilfe der Gemeinden die geeigneten Habitatmaßnahmen in Angriff genommen werden. Abschließend der umfangreichen Tagesordnung beschloss das Gremium die Annahme einer Spende in Höhe von 100 Euro zur Förderung der Erziehung in der Seckachtalschule.

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