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Adelsheim. (kf) Nach fast 30 Jahren bei der JVA Adelsheim und mehr als 26 erfolgreichen Dienstjahren verabschiedete die Jugendvollzugsanstalt zum Ende des Septembers 2026 ihren Werkdienstleiter Uwe Trabold.
Vom Auszubildenden zum Oberwerkmeister
Nach seinem Realschulabschluss begann der damals 16-jährige Walldürner als externer Auszubildender eine dreijährige Mechanikerausbildung in der JVA Adelsheim. Nach deren Abschluss im Jahr 1986 arbeitete er zunächst in Buchen als Maschinenschlosser. Anschließend leistete er seinen Grundwehrdienst und bildete sich Anfang der 1990er-Jahre an der Fachschule für Technik in Mosbach zum Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik fort.
Danach war Uwe Trabold in verschiedenen Autohäusern tätig, teilweise in Bayern und Hessen. Dabei verlagerte er seinen Schwerpunkt zunehmend in den kaufmännischen Bereich. Im Oktober 1999 kehrte er zur JVA Adelsheim zurück und nahm seine Ausbildung im Werkdienst auf. Diese schloss er zum 1. April 2001 erfolgreich als Oberwerkmeister ab. Bereits ein Jahr später wurde er auf Lebenszeit verbeamtet – quasi das „Lebenslänglich“ im Beamtentum. Möglich war dies insbesondere durch die Anrechnung seiner Zeit als externer Auszubildender und seine von Beginn an überzeugenden Leistungen.
Verantwortung im Werkdienst und in der beruflichen Bildung
Von 2004 bis 2007 war Uwe Trabold als Betriebsleiter im Metallbereich eingesetzt. 2005 übernahm er zusätzlich die Aufgabe des Qualitätsmanagementbeauftragten, die er bis 2011 innehatte. In diesem Jahr wurde er mit der Koordination der beruflichen Bildung beauftragt. Diese Aufgabe erfüllte er aus persönlicher Verbundenheit zur Zentralen Gewerbeschule in Buchen mit großem Engagement und zum Nutzen der qualifizierenden Beschäftigung der Insassen.
Von 2003 bis 2006 absolvierte er berufsbegleitend bei der IHK Buchen eine Weiterbildung zum technischen Betriebswirt, die er mit der Note „gut“ abschloss.
Im März 2007 wurde Uwe Trabold zum stellvertretenden Werkdienstleiter berufen; damit war seine erste Beförderung verbunden. 2010 und 2015 folgten weitere Beförderungen im mittleren Dienst. Während seiner gesamten beruflichen Laufbahn zeigte er sich wissbegierig und vielseitig interessiert. Er absolvierte zahlreiche Fortbildungen im technischen Bereich, unter anderem zum Ausbilder von Gabelstaplerfahrern und zum Ausbildungsleiter. Außerdem qualifizierte er sich für Fachprogramme wie SAP, in dem er als Key-User tätig war, sowie für das vollzugseigene Programm „ELIS“. Auch im Bereich der überfachlichen Kompetenzen bildete er sich weiter, beispielsweise in Pädagogik, Stressbewältigung und Kommunikation.
Werkdienstleiter und verlässlicher Ansprechpartner
Bis zu seiner Pensionierung blieb Uwe Trabold dem technischen Dienst treu und war dort ein äußerst kompetenter Ansprechpartner. 2017 übernahm er die Funktion des Werkdienstleiters. In dieser Rolle trug er die Endverantwortung für rund 50 Angehörige des Werkdienstes, die in etwa 15 Betrieben eingesetzt waren. Dazu gehörten auch Betriebe, in denen Gefangene ausgebildet werden, sowie arbeitstherapeutische Angebote.
2020 gelang Uwe Trabold der Aufstieg in den gehobenen technischen Dienst, verbunden mit der Beförderung zum Technischen Oberinspektor. Die nächste Höherstufung folgte bereits 2021: Er wurde zum Technischen Amtmann ernannt. Im Januar 2023 erhielt er seine Ernennung zum Amtsrat und erreichte damit das sogenannte Endamt seiner Laufbahn.
Trotz seiner steilen Karriere im Vollzug blieb Uwe Trabold über die Jahrzehnte bescheiden und stets loyal. Dank seiner hohen Auffassungsgabe und seiner unermüdlichen Bereitschaft, sich weiterzubilden und Verantwortung zu übernehmen, wurde er zu einem wichtigen Funktionsträger der Anstalt. Zugleich war er ein ruhender Pol, wenn es – wie so oft – hektisch und herausfordernd zuging. In Zeiten ständiger Veränderungen und großer Belastungen für das geschlossene System des Vollzugs ist das besonders wertvoll.
Mit dem Camper nach Spanien
Nun möchte es Herr Trabold etwas ruhiger angehen lassen, den Wecker abstellen und mit seiner Frau im Camper die Welt bereisen. Als erstes Ziel steht Spanien auf dem Plan des frisch gebackenen Pensionärs. Der JVA wird er jedoch nicht vollständig den Rücken kehren: Wie zu Beginn seiner Laufbahn wird er als Externer in die Anstalt kommen – künftig als IHK-Prüfer. Anstaltsleiterin Katja Fritsche bemerkte bei seiner Verabschiedung schmunzelnd, sie hoffe auf wohlwollende Prüfungen und erfreuliche Ergebnisse der Prüflinge.
Uwe Trabold war bereits bei der Geburtsstunde des vollzuglichen Arbeitswesens vor genau 25 Jahren dabei und hat dieses mitgeprägt. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, im November zum 25-jährigen Bestehen des VAW ins Ministerium zu kommen und das Jubiläum zu würdigen.
Abschied mit Dank und guten Wünschen
Der großzügige Ausstand, den Uwe Trabold an seinem letzten Arbeitstag gab, bot dem Geschäftsführer des VAW, Cem Eligül, eine gute Gelegenheit, sein Lebenswerk zu würdigen und ihm herzlich zu danken. Der gelernte Metaller wurde emotional, als er auf seiner eigens für ihn in der Anstaltsschreinerei angefertigten Rentnerbank Platz nahm.
Die neue Leitung im Werkdienst stand bereit, und Uwe Trabold übergab ihr symbolisch einen hölzernen Stab. Mit dem Appell „Haltet zusammen“ verabschiedete er sich von seinen Kollegen. Die gesamte Werkdienstmannschaft und die Anstaltsleitung wünschten Uwe Trabold alles Gute – vor allem Gesundheit, die ihm neben seiner Familie am wichtigsten ist.



