Brüderle: Metropolregion gut aufgestellt

MRN verfolgt breiten Ansatz gegen Fachkräftemangel

Heidelberg. Mehr als 80 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung informierten sich heute in der Heidelberger Print Media Academy über Möglichkeiten zur Vereinfachung der Verwaltungspraxis im Ausländerwesen sowie über Ansätze zum Ausbau einer offenen Willkommenskultur für internationale Fach-und Führungskräfte. Ein¬geladen zur Veranstaltung „Deutschland – ein attraktiver Standort für internationale Fach-und Führungskräfte?“ hatten die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV e.V.) und die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN GmbH). Aus Berlin war der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, angereist, um einerseits die Sicht der Bundesregierung darzulegen und sich andererseits über die gemeinsamen Aktivitäten von AWV e.V. und MRN GmbH sowie die regionalen Maßnahmen gegen den drohenden Fachkräftemangel zu informieren.

Bundeswirtschaftsminister Brüderle sagte, die deutsche Wirtschaft habe im letzten Jahr ein tolles Comeback hingelegt. Einen großen Anteil daran habe der Südwesten Deutschlands. Der Beschäftigungsaufschwung stelle Deutschland aber vor eine neue Herausforderung: die Sicherung des Fachkräftebedarfs. Im Sinne einer Doppelstrategie geht es laut Minister Brüderle darum, zum einen das inländische Potenzial an Arbeitskräften besser zu nutzen – insbesondere das große Potenzial der Frauen. Zum anderen be¬nötige Deutschland auch hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland. Hier seien Politik, Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam gefordert. „In der Metropolregion Rhein-Neckar hat man das erkannt und ist bereits aktiv geworden. Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung arbeitet man gezielt an einem einfacheren Verfahren bei der Anwerbung ausländischer Bewerber. Die Region sendet damit bereits ein deutliches Willkommenssignal in alle Welt“, so Minister Brüderle.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Brüderle: Metropolregion gut aufgestellt“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9011″] Beeindruckt zeigte sich Brüderle von der Qualität der Zusammenarbeit zwischen AWV und MRN: „Die Verwaltung ist bereit, ihren Beitrag zur Vereinfachung der Verfahren zu leisten. Die Unternehmen zeigen, wo sie der Schuh drückt. Diese Zusammenarbeit garantiert praxisnahe Lösungen“. Daher dankte der Minister allen, die an der bisherigen Arbeit aktiv beteiligt waren und schloss – anknüpfend an das Motto der Veranstaltung – mit einer Aufforderung: „Deutschland muss ein attraktiver Standort für internationale Fach-und Führungskräfte sein! Solche Initiativen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung“.

Detaillierte Einblicke in die regionale Projektarbeit gab zuvor PD Dr. Dorothee Karl, Leiterin des Arbeitsbereichs „Vitaler Arbeitsmarkt“ der MRN GmbH. Die regionale Strategie im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt ruht auf zwei Säulen: regionale Potenziale besser ausschöpfen und ausländische Fachkräfte für die Region gewinnen. Mit dem bundesweit beachteten Modellprojekt „Kooperatives Übergangsmanagement Schule-Beruf. Hauptschultalente für die Metropolregion“ beispielsweise können junge Menschen direkt im Anschluss an den Abschluss äußerst erfolgreich in das Berufsleben integriert werden. Die vielfältigen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie der Betrieb einer regionalen Kinderbetreuungsdatenbank, fördern die Integration junger Eltern in das Erwerbsleben.

Als zentrale Plattform für den regionalen Erfahrungs- und Informationsaustausch zum Thema „Internationale Fach-und Führungskräfte“ wurde bereits im Jahr 2009 ein gleichnamiges Netzwerk ins Leben gerufen, dem rund 80 Akteure aus Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Ausländerbehörden, Arbeitsagenturen, Kammern sowie internationale Betreuungs-und Bildungseinrichtungen angehören. Das seit 2008 bestehende, englischsprachige Internetportal www.wishyouwerehere.de liefert ausländischen Fach-und Führungskräften sowohl wertvolle Tipps von der Jobsuche bis zur Schulbildung als auch praktische Hilfestellungen für den Alltag. Noch im ersten Quartal 2011 wird eine mehrsprachige Informationsbroschüre erscheinen, in der Menschen, die aus dem Ausland in die Region gekommen sind, über ihre Erfahrungen berichten.

Gemeinsam mit dem Arbeitsbereich „Verwaltungsvereinfachung/ E-Government“ der MRN GmbH konnten zudem weitere wichtige Vorhaben umgesetzt werden. So nutzen bereits 15 Ausländerbehörden aus der MRN ein einheitliches Antragsformular. Gemeinsam mit Sprachwissenschaftlern aus Germersheim wurden Englischkurse speziell für Mitarbeiter in Ausländerbehörden entwickelt. Im Rahmen des Modellvorhabens „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“ soll unter Federführung des hessischen Innenministeriums das Verfahren zur Aufenthaltsgenehmigung mittels IT-Unterstützung erleichtert werden. Kooperationspartner ist der Nationale Normenkontrollrat.

„In der Metropolregion Rhein-Neckar wird eine offene Willkommenskultur gelebt. Als Modellregion wollen wir zeigen was möglich ist, wenn Akteure über drei Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten“, fasste Karl abschließend zusammen.

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