„Historische Schulweg“ ist gefährlich

(Foto: Fink)

Wilhelmsfeld. (fi) Der „Historische Schulweg“ zwischen Unterdorf und Mitteldorf ist bestens ausgeschildert und weist den Weg, den die Schüler zu früheren Zeiten zwar beschwerlich über Stock und Stein, aber dennoch relativ ungefährdet zurücklegen mussten. Aber, er gehört eben der Vergangenheit an. Mit der aktuellen Situation des Schulweges im Besonderen, aber auch der Verkehrssicherheit für Fußgänger befasste sich die Grüne Initiative Wilhelmsfeld GIW. Sie hatte dazu auch die frischgebackene Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel (B90/Grüne) zu einer Begehung eingeladen, denn die Hauptverkehrsader ist eine Landesstraße.

Die Johann-Wilhelm-Straße ist die Landesstraße L536, demzufolge auch der „Hauptverkehr“ aus motorisiertem Individualverkehr und ÖPNV besteht. Für Marie-Luise Rexforth-Höhn vom Ortsverband „ein Ärgernis seit Jahrzehnten, ohne dass bisher Abhilfe geschaffen wurde“. Eltern, Mitglieder des Fördervereins der Christian-Morgenstern Grundschule, Interessierte und GIW-Mitglieder hatten sich vor der Schule getroffen und sind zusammen mit Schneidewind-Hartnagel dem Schulweg gefolgt.

Ein Großteil der 101 Kinder der Grundschule muss den Weg entlang der Hauptverkehrsader nutzen, bislang sind alle Versuche gescheitert, den Schulweg sicherer zu machen. Einen „rollenden Schulbus“, also die betreute Begleitung morgens zur Schule, gibt es in Wilhelmsfeld nicht. „Für den größten Teil der Schüler ist die Nutzung oder die Überquerung der L536-Ortsdurchfahrt nicht vermeidbar“, so Ulla Egert.

Doch nicht nur die Grundschüler aus dem Luftkurort sind Betroffene. Erwachsene, Mütter mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator müssen an Engstellen besondere Vorsicht walten lassen, wie Jürgen Traub der Abgeordneten erläuterte. Die Planung der Ortsdurchfahrt stamme aus den 70-er Jahren, wo Fußgänger kaum eine Rolle spielten und sich dem Auto unterzuordnen hatten.

Der motorisierte Verkehr habe ständig zugenommen, nach dem Ausbau der Landstraße zwischen Wilhelmsfeld und Altneudorf wird mit einer Erhöhung der Verkehrsdichte gerechnet, nach Fertigstellung des Branichtunnels in Schriesheim werde sich die Situation weiter verschärfen, wie die GIW-Mitglieder der Landtagsabgeordneten vortrugen. „Wir setzen unsere Hoffnung auf die neue Landesregierung und auf unsere Abgeordnete im Wahlkreis“ stellte Gemeinderätin Laura Egert fest.

Die hat die Lage nun augenscheinlich erfasst und will mit der Verkehrsministerium reden. Ein sogenannter „Abgeordnetenbrief“ an das Ministerium soll die Situation schildern und für Verbesserungen sorgen. Dies könnte eine Beruhigung auf Tempo 30 bedeuten, die heute nur für den Schwerlastverkehr gilt, sichere Fußgängerüberquerungen und Entschärfung von Problemzonen. Die bestehen zusätzlich bei den frequentierten Bushaltestellen, wo es keine gesicherten Überwege gibt.

„Wir dürfen feststellen, dass die Mobilität außerhalb des Autoverkehrs zunimmt, alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt, deshalb muss auch hier in Wilhelmsfeld eine Lösung gesucht werden“, stellte Charlotte Schneidewind-Hartnagel fest.

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Bei der Ortsbegehung. (Foto: Fink)

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