Gläsernes Bioenergiedorf Siebeneich besucht

Unterstützen Sie NOKZEIT!

(Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Zu einem Besuch in Bretzfeld-Siebeneich, dem „ersten gläsernen Bioenergiedorf in Deutschland“, hatte Uwe Ristl von der EnergieAgentur Neckar-Odenwald-Kreis (ean) eingeladen. 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vertreter der kommunalen Politik waren dieser Einladung gefolgt und erlebten einen informativen Tag in Siebeneich, das nach Kupferzell-Füßbach das zweite Bioenergiedorf in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) ist.

Aktuell werden in Siebeneich 85 Prozent der Heizenergie aus Biomasse gewonnen mit steigender Tendenz. Strom wird sogar weit über den eigenen Bedarf aus Biomasse und mit Photovoltaik produziert: Zusätzlich zu den 80 Haushalten im Dorf könnten weitere 320 Haushalte damit versorgt werden. Diese Zahlen kommen nicht von ungefähr; in den letzten Jahren wurden im Dorf rund 2,8 Millionen Euro in regenerative Energien investiert.


Vor Ort begrüßte Ortsvorsteher Reinhold Brück die Gäste, für die er sich den ganzen Tag Zeit genommen hatte. Erste Station war ein Bullenmastbetrieb mit 400 Mastbullen, auf dem eine Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk und Nahwärmenetz betrieben wird. Der mittels Gülle und Maissilage produzierte Strom wird zu rund zehn Prozent auf dem Betrieb verbraucht, der Rest wird eingespeist und vergütet.

Die Wärme versorgt über ein Nahwärmenetz inzwischen 15 Gebäude mit 25 Haushalten, eine Erweiterung ist geplant.


Günther Banzhaf baut Miscanthus (Chinaschilf) an und sein Betrieb war die zweite Anlaufstelle. Dort wird mit Miscanthus geheizt, ein Hektar dieser Pflanze soll dem Energiegehalt von 6000-7000 Litern Heizöl entsprechen. Banzhaf berichtet über seine Erfahrungen und verschwieg auch Rückschläge und Nachteile nicht, die ihn aber grundsätzlich nicht an seiner Entscheidung für diese Pflanze zweifeln ließen.

In seiner Besenwirtschaft jedenfalls wurde nach der Besichtigung der Felder und der Heizanlage ausgiebig über Vor- und Nachteile diskutiert, bevor es am Nachmittag wieder zurück nach Mosbach und Buchen ging.

Artikel teilen:

Werbung

Zum Weiterlesen: