„Overkill“ kostet zwei Leben

Erst Mutter erstochen, dann selbst getötet

Boxberg-Schweigern. Am Mittwoch, den 21.09.2011, waren in einem Anwesen in Boxberg-Schweigern zwei Leichen entdeckt worden (NZ berichtete). Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Tauberbischofsheim und DNA-Analysen ergaben, dass es sich bei den aufgefundenen Leichen um die Körper einer verwitweten Rentnerin sowie ihres 45 -jährigen Sohnes handelte. Beide hatten zu Lebzeiten in dem Anwesen gewohnt.

Die durchgeführte Obduktion beider Leichen durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität Würzburg hat die Richtigkeit der ursprünglichen Annahmen zum Tathergang bestätigt. Danach ist von folgendem todesursächlichen Geschehensablauf auszugehen:


Zu einer nicht mehr genau feststellbaren Zeit zwischen dem 17.09.11 und dem 21.09.11 wurde die Geschädigte von ihrem Sohn mit einem am Tatort vorgefundenen finnischen Klappmesser mit einer Klingenlänge von 22 cm erstochen. Bei der Obduktion der Getöteten fand sich eine Vielzahl von Stichverletzungen. Bei den insgesamt rund 60 Stichen gegen den Körper wurden mehrere tödliche Verletzungen gesetzt, darunter Durchtrennung in der linken Drosselvene, der linken Wirbelsäulenschlagader und mehrere Eröffnungen des Herzens.

Das Verletzungsmuster deutet in seiner Gesamtheit auf einen so genannten „Overkill“ hin, der sowohl bei sogenannten Beziehungstaten, aber auch dann beobachtet wird, wenn der Täter an einer psychischen Erkrankung leidet, die tatbestimmend gewesen ist. Der Grund für die grausame Tat ist trotz der detaillierten Ermittlungsarbeit im Dunklen geblieben, da weder genauere Erkenntnisse zu dem konkreten Anlass der Tat, noch beweissichere Feststellungen zu Art und Ausmaß einer etwa tatauslösenden psychischen Erkrankung des Sohnes gewonnen werden konnten. Ein „Abschiedsbrief“ wurde nicht aufgefunden.

Nach der Tat tötete sich der Sohn selbst. Im Hinblick darauf, dass der Täter verstorben ist, war das Ermittlungsverfahren einzustellen.


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