„Hospiz lebt vom Miteinander“

MdL Hauk und MdL Rüeck besichtigen Odenwald Hospiz in Walldürn – Vorsitzender der Landtags-Enquetekommission: beispielhaft fürs Land

Walldürn. (pm) Ein eindrucksvoller Besuch bot sich CDU-Landtagsabgeordneten Peter Hauk und seinem Kollegen aus Schwäbisch Hall, MdL Helmut Rüeck, dem Vorsitzenden der Landtags-Enquete-Kommission „Pflege“ im Odenwald Hospiz in Walldürn. Im gemeinsamen Gespräch mit Verantwortlichen vor Ort Geschäftsführer Thomas Oberst, stellv. Geschäftsführerin Michaela Kobold und Pflegedienstleiterin Magdalena Baier wurde die Einrichtung, die seit einem halben Jahr in Betrieb ist, bei einem Rundgang im Haus zu Beginn vorgestellt.

Schnell wurde den Anwesenden klar, dass hier der Mensch im Mittelpunkt steht. Thomas Oberst betonte, dass alles im Hospiz auf die Person ausgerichtet ist, sodass der Mensch seine letzten Tage in Würde in Walldürn verbringen kann. Pflegedienstleiterin Magdalena Baier erläuterte den anwesenden Gästen die Rituale der Verabschiedung, die bei jedem Verstorbenen durchgeführt werden, um der Person zu gedenken und um sie gleichzeitig nicht zu vergessen. „Die Blume der Erinnerung symbolisiert den Menschen, der von uns gegangen ist. Zweimal im Jahr halten wir hier eine Gedenkfeier ab, um an die Verstorbenen zu erinnern“, so Baier.

Im anschließenden Gespräch zwischen Heimleitung, Abgeordneten und dem Vorsitzenden des Hospizvereins Herbert Killian und dem Vorsitzenden des Fördervereins  Helmut Greulich wurden die zentralen Problemfelder angesprochen. MdL Helmut Rüeck war es ein besonderes Anliegen zu erfahren, welche politischen Maßnahmen Pflegeheimen weiterhelfen können. Großen Zeitaufwand nimmt die Dokumentationspflicht ein, die laut Heimleitung mittlerweile nicht mehr in Relation zum dokumentierten Arbeitsschritt steht. Rüeck verwies auf die hohen „Burn-out“-Zahlen im Pflegebereich, die er durch die ständige Dokumentationspflicht forciert sieht. Zeitintensiv gestalte sich auch die Abrechnung mit dem Kostenträger, denn jede Krankenkasse hat unterschiedliche Methoden.

Großen Verdienst am reibungslosen Ablauf im Hospiz haben die zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Vorsitzender des Hospizvereins Herbert Killian betonte, dass die Ehrenamtlichen die Arbeit rund um das Hospiz bewerkstelligen und somit einen erheblichen Beitrag leisten. Trotz der ehrenamtlichen Hilfe bereitet dem Odenwald Hospiz die Finanzierung der Einrichtung, die zu 10 Prozent aus Eigenmitteln getragen werden muss, großes Kopfzerbrechen. Helmut Greulich vom Förderverein sprach hier den Spendern große Dankbarkeit aus, verwies aber auch auf die schweren Bemühungen die nötig seien um weitere Unterstützer zu finden.

MdL Peter Hauk erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Menschen erkennen müssen, welch wertvolle Arbeit in Walldürn geleistet wird, auch vor dem Hintergrund, dass das Odenwald Hospiz im Umkreis von 60 Kilometern die einzige Einrichtung dieser Art sei. „Es muss ein Interesse im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis vorhanden sein, eine solche Einrichtung zu unterstützen. Heruntergebrochen auf das Einzugsgebiet, das über unsere Kreisgrenzen hinausgeht, wären das keine 50 Cent pro Einwohner und Jahr.“

Zum Abschluss hielt Hauk fest, dass sich der Leitspruch des Hospizvereins „Hospiz lebt vom Miteinander“ Eins zu Eins in der Einrichtung und den Personen, die es tragen, widerspiegelt. Die Abgeordneten nahmen wertvolle Informationen und nachdenkliche Eindrücke über die Arbeit im Odenwald Hospiz in Walldürn mit. 

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(Foto: pm)

Infos im Internet:

www.odenwald-hospiz.de

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