Mudau steht vor teuren Sanierungsmaßnahmen

Gesamtstädtisches Entwicklungskonzept erstellt – Bürgerbeteiligung gefordert – Ortsteile wollen attraktive Bauflächen –


(Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm) In naher Zukunft stehen für die Gemeinde Mudau zwei äußerst finanzintensive Sanierungsmaßnahmen an. Um dabei von zusätzlichen Förderprogrammen der Landesbank Baden-Württemberg profitieren zu können, war die Erstellung eines umfassenden gesamtstädtischen Entwicklungskonzeptes durch das Ingenieurbüro für Kommunalentwicklung (IfK) unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger notwendig geworden.

Auf vergangenen Mittwoch waren die Bürger der Gesamtgemeinde eingeladen, sich im Bürgersaal des Rathauses über die ersten Ergebnisse dieser Planung zu informieren und eigene Ideen einzubringen. In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, dass man mit der sehr guten Entwicklung, die die Gemeinde im Miteinander mit den Bürgern – auch schon unter seinem Vorgänger Wilhelm Schwender –  in den letzten Jahren gemacht habe, außerordentlich zufrieden sein könne.

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Weiter hob er die gute Grundversorgung und die Vorzeigeobjekte Rathaus und Odenwaldhalle hervor, die ihren herausragenden Status durch die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erhalten sollen.
Das hatte auch Priorität in der Liste der Leitprojekte von Betram Roth, der das gesamtörtliche Entwicklungskonzept (GEK) Mudau als Vertreter der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH vorstellte. Da dieses GEK Perspektiven für die nächsten 10 bis 15 Jahre aufzeigen soll, hat sich sein Büro bereits sehr intensiv mit den Themen Demographie und Flüchtlinge, Miteinander leben, Kinderbetreuung und Bild, Gesundheit und Tourismus, Wohnen, Städtebau, Sanierung, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Mobilität und Technische Infrastruktur, Energie und Umwelt beschäftigt, wobei man für Anregungen der Bürgerschaft außerordentlich dankbar wäre. 

Im Großen und Ganzen stellte Roth fest, dass Mudau in all den genannten Themen bereits gut aufgestellt und auf einem hervorragenden Weg in die Zukunft sei. So standen u.a. die vielfältige Vereinslandschaft und die noch hervorragende ärztliche Versorgung sowie die großartigen Sportstätten im Fokus seiner Lobeshymnen. Langfristig könne man sich jedoch vorstellen, die genannte Liste der Leitprojekte u.a. noch zu ergänzen wie folgt: Entwicklung des Areals Sägewerk, ein neues Sanierungsgebiet Ortskern Mudau, die Entwicklung der ehemaligen Straßenmeisterei, teilgebundene Ganztagsgrundschule ab 2018, die Option auf ein sog. Bildungshaus, Ausbau der Mountainbike-Strecken im Naturpark, E-Bike-Lade- und Servicestationen, Ausbau von Wohnmobil-Stellplätzen. Grundsätzlich sollte in allen Ortsteilen die Innenentwicklungspotenziale aktiviert und das Angebot an Arbeitsplätzen, Unterkünften, Touristik, Gesundheit und Grundversorgung erhalten und möglichst ausgebaut werden.


Aus allen Ortsteilen kam der Wunsch, das Angebot an Bauflächen attraktiv zu halten. Donebach/Ünglert wünscht sich die Neuordnung und –gestaltung des Ortskerns sowie die Förderung des Tourismus. Langenelz möchte seine Aula als Veranstaltungsort gesichert sehen, Mörschenhardt benötig Bauflächen. Mudau fragt sich, wie man mit den denkmalgeschützten Gebäuden umzugehen gedenke. Reisenbach will seine Baulücken schließen. Rumpfen wünscht sich vernünftige Grundlagen und eine passable Infrastruktur, damit die Vollerwerbsbetriebe lebensfähig bleiben. Scheidental setzt auf die Vollendung der Flurbereinigung und in Schloßau hat der Erhalt der Schule mit Lehrschwimmbecken ebenso Prorität wie der Erhalt der medizinischen und der Lebensmittel-Grundversorgung. Steinbach legt dagegen großen Wert auf ein funktionierendes Dorfgemeinschaftshaus in der Alten Schule, das man durch einen Generationen-Dorfplatz erweitern will.

Dem ausführlichen Informationsvortrag von Betram Roth folgte ein lebhafter Austausch mit den Bürgern an den aufgestellten Plänen aller Ortsteile der Gesamtgemeinde Mudau.

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