Buchen: Bindung – Kraft der Geborgenheit

Gut besuchter Vortrag im Mehrgenerationentreff – Referentin Heidrun Vogel, Präventive Fachberatung für Kindertagesstätten der Diakonie Neckar-Odenwald

Buchen. (pm) „Gipfelstürmer brauchen ein Basislager“, hob Heilpädagogin Heidrun Vogel zu Beginn ihres aufschlussreichen Vortrages im Mehrgenerationentreff Buchen hervor. Die sichere Bindung sei mit ausschlaggebend für eine positive Entwicklung von Lebenskompetenzen, das wurde sowohl bei ihren Ausführungen, als auch beim Austausch mit den rund 20 Teilnehmerinnen, allesamt Frauen und Mütter, deutlich.

Sozialpädagogin Ingrid Scheuerer begrüßte zur Veranstaltung im Mehrgenerationentreff und zeigte in einer Kurzvorstellung das vielfältige Programm der Einrichtung auf. Sie war erfreut über die gute Resonanz und darüber, dass auch viele Erzieherinnen und Tagesmütter der Einladung gefolgt seien und lud alle ein, den Treff als Gestaltungsort zu nutzen und zu besuchen. Neue Ideen und Angebote seien jederzeit willkommen, mitmachen und mitgestalten ausdrücklich erwünscht.

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Bindung sei ein dauerhaftes emotionales Band zu wichtigen Bezugspersonen, welche über Raum und Zeit hinweg bestehe, so die Referentin, welche Bindung beim Einstieg in das Thema als ein menschliches Grundbedürfnis bezeichnete. Heidrun Vogel ging auf die Bindungstheorie nach John Bowlby ein. Die emotionale Bindung sichere demnach das Überleben des Säuglings, sei gewissermaßen der „sichere emotionale Hafen“ bzw. die Basisstation. Insbesondere in Gefahrensituationen stelle eben die Bindungsperson die sichere Basis dar.

Die Referentin erörterte das Bindungsverhalten. Dieses sei genetisch vorprogrammiert, bestehe zum Beispiel aus Lächeln, Schreien und Festklammern und werde aktiviert durch den Wunsch nach Nähe oder bei Gefahren- oder Stresssituationen. Prägend für das Bindungsverhalten seien die abgespeicherten Erfahrungen mit den Bezugspersonen – nicht nur der frühen – Kindheit. Wichtig sei es, dass Kinder wissen, ihre Bezugspersonen sind für sie da, wenn sie diese brauchen und dass diese sich feinfühlig auf die Kinder einlassen können.

Durch Feinfühligkeit der Bezugspersonen entstehe ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Urvertrauen. Es komme darauf an, auch unmerkliche Signale der Kinder zu erkennen, richtig zu interpretieren und dementsprechend darauf zu reagieren. Dass dies nicht immer einfach sei und gelinge, sei klar. Umso wichtiger sei es, dass ein Kind mehrere Bezugspersonen hat, die sich positiv ergänzen. Kinder merken: „Ich kann anderen vertrauen. Ich bin wertvoll und liebenswert!“. Sichere Bindungsbeziehungen wirken sich beispielsweise auf soziale Kompetenzen, Einfühlungsvermögen oder Stressbewältigung aus.

Nach dem Motto „Hilf mir es selbst zu tun!“ sollten Kinder so früh wie möglich die Erfahrungen machen, dass sie selbst etwas bewirken können. Solche Erlebnisse stärken das Selbstwertgefühl, unterstrich die Referentin und beendet ihren Vortrag mit dem Bild von einem gut gewachsenen Baum: Um im Leben gut zurecht zu kommen, brauchen wir Menschen stabile und fest verankerte Wurzeln.
Diese Wurzeln entstehen durch sichere emotionale Beziehungen zu den Menschen, bei denen sie aufwachsen. Bindung sei für das Leben letztendlich so grundlegend wie die Luft zum Atmen und die Ernährung, betonte die Referentin abschließend ausdrücklich.

Infos im Internet:

www.mehrgenerationentreff-buchen.de.

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