Mit dem JBO Waldbrunn beginnt das Jahr

Das JBO Waldbrunn unter der Leitung von Dirigent Thomas Schäfer zeigte sich in der musikalischen Leistung deutlich gereift.(Foto: Hofherr)

Junge Musiker für Leistung und aktive Mitgliedschaft geehrt

Fand das Winterkonzert des JBO Waldbrunn bis vor wenigen Jahren in der Adventszeit statt, konkurrierte dabei mit vielen anderen Weihnachtskonzerten, beschloss der damaligen Vorstand die Verlegung in den Januar. In diesem Zeitraum gab es lediglich den Neujahrsempfang der Gemeinde und ansonsten keine weiteren Veranstaltungen. So hatte das Jugendblasorchester einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen exklusiv für sich.

Die Übersättigung beim potentiellen Publikum war und die Planer konnten den Termin frei wählen. Die Vorfreude bei den Zuhörern auf den Jahresbeginn des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens war groß, stand doch die Zeit zuvor im Fokus der Familie. Beim Winterkonzert traf man Freunde und Bekannte, meist das erste Mal seit längerer Zeit, sodass man entsprechend viel Neues auszutauschen hatte. Entsprechend viele Gefühle prägten somit das Winterkonzert bereits im Vorfeld.

Somit lag es sehr nahe, das Konzert mit einem Stück zu eröffnen, bei dem Komponist Peter Schaars und JBO Waldbrunn unter der Leitung von Dirigent Thomas Schäfer ihren angestauten Gefühlen mit der „Butterfly Ouvertüre“ freien Lauf lassen durften. Sina Konrad und Laura Schum, die erneut gekonnt charmant durchs Programm führten, erinnerten im Nachklang an die Gefühle beim Verliebtsein, eben mit Schmetterlingen im Bauch. Auch ein gutes Motto für den Beginn eines neuen Konzertjahres.

Es folgten die „Symphony of Hope“ von Kurt Gäble und „Concerto d´amore“ von Jakob de Haan. Beiden Stücken merkte man an, dass es eine besondere Bewandtnis mit dieser Literaturwahl hatte. Nicht nur Kenner, sondern auch der musikalische Laie bemerkte, dass sich die einzelnen Musiker und mit ihnen das gesamte Orchester im Verlauf der letzten Monate enorm weiter entwickelt haben. Das Zusammenspiel der einzelnen Register verdeutlichte, dass das JBO auch anspruchsvollen Werken voll und ganz gerecht wird und somit vom Publikum früh mit ersten Bravo-Rufen belohnt wurde.

Zu beiden Stücken gibt es vonseiten der Waldbrunner Musikern ganz besondere Erlebnisse. So nahm eine große Zahl von JBO-Musikern an einem Workshop mit Kurt Gäble teil, wo die „Symphony of Hope“ ein zentraler Baustein war. Das erworbene Wissen und Können wurde von diesem Musikern dann auf dem Winterhauch weitergereicht. Die Verbundenheit zu dem „Concerto d´amore“ hängt damit zusammen, dass es mit Elementen aus Barock, Pop und Jazz eines der erklärten Lieblingsstücke des JBO ist, berichteten die Moderatorinnen.

Bevor „Priority“ von Martin Scharnagl die Prioritäten wieder auf die Musik setzte, ehrten Präsident Herbert Münkel vom Blasmusikverband Odenwald-Bauland, sowie das Vorstandsteam des JBO, Klaus Konrad, Mathias Back, und Elke Joksch, junger Musikerinnen für die Erlangung von Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) sowie langjährig aktive Mitglieder.

Das JMLA in Silber ging in diesem Jahr an Mara Konrad und Elisa Schulz (beide Klarinette). In einer kurzen Laudatio hob Präsident Münkel die enormen Anforderungen in Theorie und Praxis hervor, die von den Jungmusikern zu erbringen sind.
Vonseiten des Vereins wurden Dennis Joksch (Saxophon), Katharina Weis (Querflöte), Philipp Wäsch (Trompete) und Bruno Böhm (Posaune) für zehnjährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet. Sogar schon seit 15 Jahren hält Schlagzeuger Lucas Hehl dem JBO die Treue, wofür er ebenfalls eine Urkunde sowie ein Präsent erhielt.
Nach dem bereits erwähnten Stück „Priority“ durften sich Musiker und Zuhörer in der Pause mit einem Imbiss und Getränken stärken.

Nach dieser Unterbrechung nahmen die jungen Musiker ihr Publikum mit dem Stück „New York Ouvertüre“ von Kees Vlak mit auf eine musikalisch anspruchsvolle und ausdrucksstarke Stadtrundfahrt durch „Big Apple“, die Stadt die niemals schläft. Auch für diesen Vortrag wurde das Orchester mit rhythmischem Beifall und anhaltenden Bravo-Rufen gefeiert. Ein besonderes Highlight lieferte der jüngste Schlagzeuge Janik Erb, der mit seinen Klanghölzern Pferde durch den Central Park bzw. die Winterhauch-Halle reiten ließ.

In der „Glenn Miller Story forever“ ließ das JBO den bereits 1944 unter mysteriösen Umständen im zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Jazzmusiker wieder auferstehen. So lebendig und begeisternd setzten die jungen Musiker das Stück um, dass sie erneut mit frenetischem Beifall gefeiert wurden.

Das vierköpfige Quintett bestehend aus (v.re.) Thomas Schäfer, Johannes Krahl, Stefanie Robens und Lukas Bachert überraschen das Publikum mit dem Stück Bohemian Rhapsody. (Foto: Hofherr)
Danach gab es die musikalische Überraschung, die Laura Schum und Sina Konrad bereits zu Beginn versprochen hatten. Angekündigt als Quintett tauschte Dirigent Thomas Schäfer seinen Taktstock gegen eine Trompete, Lukas Bachert mit dem Tenorhorn gehörte ebenso zu den vierköpfigen Quintett, wie Neuzugang Stefanie Robens, die eine seltene Baritonklarinette spielte. Der vierte Kopf Johannes Krahl spielte mit Saxophon und Klarinette gleich zwei Instrumente, weshalb aus dem Ensemble ein vierköpfiges Quintett wurde. Jeder Teilnehmer hatte den Welthit „Bohemian Rhapsody“, der erste Song der britischen Rockband Queen, um den exzentrischen und früh verstorbenen Leadsänger Freddie Mercury, der auf dem ersten Platz der Hitparade landete, selbst gesetzt. Für diesen mehr als ungewöhnlichen und in der Tat sehr überraschenden Auftritt gab es ebenfalls den verdienten Applaus.

Mit „Nessaja“ aus Tabaluga von Peter Maffay und Rolf Zuckowski sowie dem „Tanz der Vampire“ präsentierte Dirigent und Musiker ein eindrucksvolles Finale, das mit rhythmischem Beifall sowie Bravo- und Zugabe-Rufen gefeiert wurde. Um ihre Begeisterung für den Auftritt zum Ausdruck zu bringen, erhoben sich die Zuhörer von ihren Sitzen. Natürlich durften die obligatorischen Zugaben danach nicht fehlen. Mit dem „Banner Lied“, bei dem das Publikum textsicher mitsang endete das Winterkonzert 2019, das sicher in vielen begeisterten Zuhörern noch den ganzen Abend nachklang.

Die geehrten Mitglieder des JBO Waldbrunn mit Präsident Herbert Münkel (li.) vom Blasmusikverband Odenwald-Bauland, Dirigent Thomas Schäfer (2.v.re.) sowie das Vorstandsteam des JBO Klaus Konrad (2.v.li.) und Mathias Back (re.). (Foto: Hofherr)

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