Ochsenkopf-Beschluss „ist schlechter Witz“

Heidelberg.  (pm)  Gestern hat der Heidelberger Gemeinderat über den Bau des neuen RNV-Betriebshofs am Standort Großer Ochsenkopf entschieden. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 25 zu 24 Stimmen setzten sich die Gegner der Bebauung der Fläche im Westen Bergheims durch (NZ berichtete).

Ausschlaggebend war die Stimme eines Stadtrats der Satirepartei „Die Partei“, der sein Votum dem sogenannten „Welde-Orakel“ überließ und seine Entscheidung mit dem Kronkorken einer Bierflasche fällte. „Wir sind zugegebenermaßen enttäuscht vom Ergebnis der Entscheidung des Gemeinderats“, sagt Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer der RNV. „Es ist ein schlechter Witz, dass ein Kronkorken jetzt das Zünglein an der Waage war. Eine ernste, für die Stadt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RNV so wichtige Entscheidung hat einen solchen Klamauk nicht verdient.“

Nachdem beim Bürgerentscheid am 21. Juli 2019 das erforderliche Quorum von 22.057 Stimmen nicht erreicht wurde und dadurch formal keine Mehrheit gegen eine Verlagerung des Betriebshofs an den Großen Ochsenkopf zustande kam, lag die Entscheidung nun beim neu konstituierten Heidelberger Gemeinderat. Dieser beauftragte die RNV in der gestrigen Sitzung damit, den Ausbau des Standorts in der Bergheimer Straße zu prüfen.

Konkret geht es um die Machbarkeit der Erweiterung des aktuellen Betriebshofareals bis zur Czernybrücke unter Berücksichtigung des beschlossenen Entwicklungskonzepts Bergheim West. „Damit haben wir zumindest einen klaren, aber auch gleichzeitig sehr anspruchsvollen Planungsauftrag, den wir nun zügig gemeinsam mit unserem Eigentümer, der Stadt Heidelberg, angehen werden“, so in der Beek.

Fest stehe, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Heidelberg schnell wachsen müsse, so die RNV. Neue Stadtteile wie die Konversionsflächen und auch Orte im Umland bräuchten einen Anschluss an das Straßenbahnnetz. Zudem sei ein leistungsfähiger Nahverkehr unabdingbar, wenn Luft- und Lebensqualität in der Stadt erhalten werden sollen. All dies sei nur mit einem zeitgemäßen Betriebshof machbar. Man werde sich daher auch weiterhin in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg für eine sinnvolle und zukunftsfähige Lösung einsetzen, so die Stellungnahme des Verkehrsunternehmens.

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