Heimische Pflanzen statt sterile Rasenflächen

Pflanzen, Kräuter, Wärmeliebende Arten
Heimische Pflanzen statt sterile Rasenflächen Spezialisten auf

Feld-Thymian überzeugt nicht nur in der Gewürzmischung, sondern auch auf sonnigen Flächen. Er ist gut gewappnet, um mit Trockenheit zurecht zu kommen. (Foto: Christoph Buchen)

Spezialisten auf den naturnahen Flächen trotzen der Hitze

Mosbach. (pm) Wer über die Gestaltung seines Gartens nachdenkt, sollte eine Abkehr von den in den letzten Jahrzehnten angesagten sterilen Rasenflächen und einzelnen überzüchteten Dekopflanzen erwägen. Kurz gehaltenes Gras, nicht-heimische Pflanzen und überall „saubere“ Ecken schaden nicht nur Insekten, sondern in der Folge Wildvögeln, Igeln und anderen Kleinsäugern und Amphibien.

Was heimische Pflanzen in naturnahen Bereichen bei großer Hitze hingegen leisten können, zeigt sich z.B. auf den „Natur nah dran-Flächen“ der Stadt Mosbach. Denn hier kann man beobachten, wie spezielle Wildpflanzen mit Trockenheit klarkommen. Die grünen Hitzehelden trotzen Sonne und Dürre – und bieten gleichzeitig Insekten wertvollen Lebensraum.

Im Projekt „Natur nah dran“ hat die Stadt Mosbach 2018 Flächen im Stadtpark, in der Waldstadt, am Nicolaus-Kistner-Gymnasium und am Auguste-Pattberg-Gymnasium sowie rund um dem Bahnhof Neckarelz mit Wildpflanzen umgestaltet.

Die naturnah gestalteten Flächen dienen in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt bei den Insekten – sie bieten Nektar und Pollen für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Dass sie besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen als konventioneller Rasen, ist ein toller Nebeneffekt. Zudem sind die Flächen bei hohem Bewuchs kühler als mit kurz gehaltenem Gras und man spart Zeit und Geld bei der Bewässerung.

Selbst wenn Pflanzen vertrocknen, erholen sie sich von allein, ohne aufwändige Bewässerung. Damit sind die naturnahen Grünflächen ein Beispiel für zukunftsorientierte Stadtgestaltung. Mosbach schaffte mit der Teilnahme am Projekt „Natur nah dran“ ökologisch wertvolle Lebensräume, von denen Tiere ebenso wie das lokale Klima langfristig profitieren.

Beispiele für nützliche heimische Pflanzen sind die Zypressen-Wolfsmilch, die rundblättrige Glockenblume, auf die zwölf Wildbienen-Arten spezialisiert sind, die anspruchslose Kartäuser-Nelke, die Färber-Resede, der perfekt für Trockenheit gerüstete Wiesen-Salbei, der kleine, bodendeckende milde Mauerpfeffer, die Tauben-Skabiose, die bis in den Oktober hinein blüht, sowie der Feld-Thymian, der nicht in der Gewürzmischung, sondern auf sonnigen Flächen überzeugt.

Hintergrund:

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Milder Mauerpfeffer ist klein, aber oho und ein richtiger Hitzespezialist, der besonders gut an trockene Standorte angepasst ist. (Foto: Katja Wörner/NABU)

Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und Land wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Von 2022 bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 haben 136 Kommunen mehr als 290.000 Quadratmeter naturnah umgewandelt.

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