Fußball-Sommermärchen in Uganda

(Foto: privat)

Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe durch Fußball

Götzingen.   (jm) Dass man mit nachhaltigem Bemühen und „Dranbleiben“ auch zunächst unerreichbar scheinende Ding doch realisieren kann, durfte man kürzlich beim Verein „HELP! Sommermärchen-Team“ registrieren. Just während die Region Fastnacht feierte, erreichte den Verein die Meldung über ein kleines Fußball-Sommermärchen in Uganda, für das sich die Verantwortlichen jahrelange bemüht hatten.

Über einige Jahre trug man sich mit der schon visionären Idee, begleitend zur Unterstützung des Waisenprojektes in Bukuumi/Uganda, das mit Unterstützung der Pfarrgemeinde Seckach realisiert wurde, auch auf sportlichem Sektor ein gemeinsames Projekt zu realisieren. Den ersten Schritt dazu wagte man bereits im Jahre 2016, als man in Zusammenarbeit mit den Fußballerinnen des TSV Götzingen in Bukuumi das Fußballcamp „. . . you’ll never walk alone!“ für Kinder und Jugendliche arrangierte.

Aus dieser Idee wurde aller Skepsis zum Trotz ein durchschlagender Erfolg. An zwei Spieltagen nahmen jeweils über 500 Kinder teil. Auch von der Bevölkerung erfuhr das Projekt großen Zuspruch. Dabei war nicht nur Logistik, Organisation und Finanzierung von den Ideengebern zu stemmen, durch Spenden von Fußball-Schuhen und -Trikots sowie Fußbällen von befreundeten Sportvereinen wurde das Projekt erst möglich. 2017 wurde das Fußballcamp mit ähnlichem Verlauf und Zuspruch wiederholt. Die dritten Fußballtage 2019, ergänzt durch ein Volleyball-Turnier, wurden in Bukuumi sehnlichst erwartet. Die drei Tage wurden zu einem regelrechten Volksfest und Jahreshöhepunkt, mit Festgottesdienst, von DJs begleitet und auch durch die lokalen Medien ausführlich kommentiert (NZ berichtete).
 
Diese bisherigen Erfolge ermutigten und motivierten zum nächsten Schritt. So wurde parallel dazu ein Fußball-Turnier in der 100.000 Einwohner zählenden Distrikts-Hauptstadt Hoima organisiert. Sechs Vereine nahmen daran teil und trugen quasi eine Stadtmeisterschaft aus. Es war ein lokales Grußereignis mit über 1.000 Zuschauern – ein absolutes Novem in dieser Stadt.

Und hier schließt sich der Kreis zum „Fußball-Sommermärchen“ als Nachweis dafür, dass „Hilfe-zur-Selbsthilfe“ erfolgreich und nachhaltig sein kann. Die im letzten Jahr in die Organisation mit eingebundenen lokalen Fußballvereine organisierten das zweite Turnier zur Fußball-Stadtmeisterschaft in Hoima eigenverantwortlich unter der Schirmherrschaft und Betreuung von Karl-Heinz Dörsam, dem langjährigen Koordinator der Partnerschaft mit der Parish Bukuumi.

Natürlich bekamen die Organisatoren Unterstützung durch Beratung, Finanzhilfe und Kleidungsspenden, die dem Verein „HELP! Sommermärchen-Team“ dank der Unterstützung durch Sportvereine der Region ermöglicht wurde. Besonderer Dank gilt den Familien Seibold aus Schlierstadt für die Stiftung des „Seibold-Wanderpokals“. Zehn Fußballvereine aus Hoima nahmen an dem verantwortlich durch den Soccer-Club Ruyanja-Hoima ausgerichteten Turnier teil, das über 5.000 Zuschauer anlockte. Sieger des dreitägigen Turniers wurde der SC Kibanjwa und bekam den Wanderpokal durch Schirmherr Karl-Heinz Dörsam unter dröhnendem Beifall der begeisterten Zuschauer überreicht.
 
Als Fazit dieses schon etwas außergewöhnlichen Sportereignisses darf wohl festgestellt werden, dass dieses die Bedeutung des Slogans „Fußball verbindet!“ eindeutig unter Beweis stelle. Das volksfestartige Fußballturnier, durchgehend begleitet von DJ-Musik und kommentiert durch Presse, Funk und Fernsehen, ging in typisch afrikanischer Manier in toller Stimmung und sagenhafter Atmosphäre über die Bühne, ohne jede Beleidigung oder Beeinträchtigung durch Kommerz oder Mäzenatentum wie im Profifußball leider immer mehr.

Der Fußballsport wird hier erfreulicherweise noch in seiner ursprünglichen Form als Volkssport betrieben. Das dokumentiert sich deutlich in der lautstark und überschwänglich gezeigten Freude einer Bevölkerung, die das besondere Spektakulum als Abwechslung losgelöst vom tristen Alltagstrott einfach mit großer Begeisterung genoss. Und als Tüpfelchen auf dem „i“ werten die hiesigen Initiatoren die aktuell aus Hoima bekundete Absicht, dass man dieses Turnier zur dauerhaften Einrichtung etablieren will. Dabei wird der Verein die Organisatoren in ihrem Bemühen selbstverständlich auch künftig unterstützen. Kann man sich als Ideengeber überhaupt eine bessere und erfreulichere Entwicklung wünschen? jm    
 
 
 
 

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