Brücke wird um 130 Meter verschoben

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Die Strombrücke, Teil des neuen Neckartalübergangs der A6, wird um rund 130 Meter Richtung Westen verschoben. (Foto: pm)

Autobahn A6: Zweitletzter Verschub der Strombrücke

Heilbronn, Neckarsulm. (pm) Nur noch zweimal: Dann ist das stählerne Bauwerk an Ort und Stelle. Die Strombrücke, die künftig zusammen mit der Vorlandbrücke das Neckartal bei Heilbronn auf einer Länge von 1,3 Kilometer überspannt, steht für den dritten und damit vorletzten Taktverschub bereit. Das passiert ab Donnerstag, 24. September.

Die mehrere Tausend Tonnen Stahl werden per Hydraulik Richtung Westen verschoben, um genau 130 Meter. Das passiert zwar im Schneckentempo mit maximal 20 Zentimeter in der Minute, dennoch ist die spektakuläre Aktion gut zu sehen. Dann ist im so genannten Taktkeller, also der Baustelle für die Stahlbrücke vis-á-vis zum Neckarsulmer Gewerbegebiet „Klauenfuß“, wieder genügend Platz für den letzten Kraftakt: Hier wird die Stahlbrücke fertiggestellt – sie misst dann 511 Meter und wird nach aktueller Planung vor Weihnachten in ihre endgültige Position geschoben.

„Die bisherigen Arbeiten sind prima gelaufen, die nächsten großen Stahlteile für die Neckarbrücke stehen schon zum Abruf bereit“, erklärt Udo Töben. Der Oberpolier der Bauarbeitsgemeinschaft (BauArge) von Hochtief und Johann Bunte begleitet den Bau der Neckartalbrücke – bei ihm laufen die Fäden für das Großvorhaben zusammen. Abgestimmt sind die Verschubarbeiten natürlich mit den Betonbauern: Die Brückenpfeiler müssen exakt ausgerichtet sein, „wir liegen selbst bei den mächtigen Betonpfeilern bei einer Genauigkeit im Millimeterbereich“, erklärt Töben voller Stolz.

Per Schwertransport kommen die Brückenteile aus Plauen/Vogtland nach Heilbronn und werden hier millimetergenau zusammengefügt, Schweißprofis sind hier gefordert. Damit das alles auch problemlos passt, haben sich die Einzelteile der aufwendigen Brückenkonstruktion bereits einmal gesehen. Das heißt, sie wurden im Werk Plauen nach ihrer Fertigstellung zur Kontrolle provisorisch schon einmal zusammengestellt.

Für die A6-Brücke über den Neckar wird u.a. S 460 verwendet, ein thermomechanisch gewalzter Feinkornbaustahl. Er ist durch eine gute Schweißbarkeit und Sprödbruchsicherheit gekennzeichnet und ist prädestiniert für hochbeanspruchte Schweißkonstruktionen im Brücken- und Stahlbau. Verwendet wird für die Neckarbrücke übrigens ausschließlich Stahl aus deutscher bzw. österreichischer Produktion, erklärt Töben.

Die Stahlbrücke auf der südlichen Hälfte der A6 wird die künftige Richtungsfahrbahn Nürnberg mit drei Fahrstreifen mit genügend Platz auch für große Brummis und Familienkutschen. Doch das dauert noch etwas. Auf die Stahlbrücke kommen im nächsten Jahr dann Beton-Fertigelemente für die neue Fahrbahn – mehr als 1000 Stück, die aufwendige Abdichtung und schließlich der Fahrbahnbelag aus Asphalt.

Die zweite Hälfte der Brücke – die Fachleute sprechen von Teilbauwerk – ist ja schon fertig. Über sie rollt aktuell der Verkehr. Allerdings gibt es hier zum Ende des A6-Bauprojekts die größte Herausforderung: Sie wird „rübergeschoben“ – um über 20 Meter. Das passiert im Frühjahr 2022. „Das wird absolut spannend“, freut sich Udo Töben schon jetzt.

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