Notärzte mussten häufiger ausrücken

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 Gerade für die Versorgung im ländlichen Raum ist eine gute Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften der Luftrettung sehr wichtig. (Foto: pm)

2.184 Einsätze in der ersten Jahreshälfte – Rettungsdienste stehen und um die Uhr bereit

Neckar-Odenwald-Kreis.  (pm) Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist. Im ersten Halbjahr 2021 wurden die Notärztinnen und Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 2.184-mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert, die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt. Dies entspricht im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020 mit 2.071 Alarmierungen einem Anstieg um 113 Einsätze oder 5,5 Prozent.

Bei durchschnittlich 12,1 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärztinnen und Notärzte genau 700-mal alarmiert wurden (3,9 Einsätze pro Tag, im 1. Halbjahr 2020 653 Einsätze). Am Notarztstandort Buchen wurden im ersten Halbjahr insgesamt 431 Einsätze absolviert (2,4 pro Tag, 2019: 447), am Standort Hardheim 329 (1,8 pro Tag, 2020: 323). Seit mittlerweile über einem Jahr rücken auch die Notärzte in Asbach und Osterburken rund um die Uhr aus, in der ersten Jahreshälfte gab es 422 bzw. 302 Alarme (2,3 bzw. 1,7 pro Tag, 2020: 361 bzw. 287).

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen damit gemeinsam mit den Einsatzkräften des DRK-Kreisverbandes Mosbach und dem Malteser-Hilfsdienst die Notfallversorgung an den insgesamt fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher. Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Infarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen.

Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle. Bei etwa jedem 40. Einsatz werden Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen – durch die Medienberichterstattung werden diese Einsätze aber in der Öffentlichkeit naturgemäß viel mehr wahrgenommen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen“, so Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

Die Notfallversorgung in der Fläche betrachtet er als unabdingbar, auch wenn „das gerade im ländlichen Raum eine große Herausforderung bedeutet“. Der DRK-Kreisverband Mosbach stellt die permanente Einsatzbereitschaft der Notarzteinsatzfahrzeuge und die personelle Besetzung in Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sicher, der Malteser Hilfsdienst ist für das Fahrzeug in Asbach verantwortlich. Rettungswagen des DRK sind im rund um die Uhr in Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken einsatzbereit, dazu kommt noch ein Fahrzeug von 7 bis 19 Uhr täglich in der Kreisstadt und ein weiterer Rettungswagen an Werktagen von 8 bis 20 Uhr in Oberneudorf.

Die Rettungswagen wurden im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 5.435-mal alarmiert (2020: 5.328). Auch hier zeigt sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein leichter Anstieg der Einsatzzahlen, der allerdings weniger deutlich ausfällt als im Notarztbereich: die Differenz von 107 Einsätzen entspricht 2%.

Landrat Dr. Achim Brötel freut sich, dass in den letzten Jahren die Notfallversorgung im Landkreis weiter optimiert werden konnte: „Bezüglich der Einhaltung der Hilfsfristen haben wir deutliche Verbesserungen erreicht, wobei die Besetzung der Schichten an den mittlerweile sechs Standorten der Notfallrettung sich nicht immer einfach gestaltet und ohne externe Unterstützung nicht machbar wäre.“

Er betont, dass es neben der professionell organisierten Hilfe ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis bei medizinischen Notfällen zählen dürfen: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“

Die sogenannten HvO (Helfer vor Ort) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Integrierten Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird, und können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen – im ersten Halbjahr bereits 649 mal.

Zusätzliche Hilfe bei Patienten mit Kreislaufstillstand bringt seit Oktober 2018 die Smartphone-basierte Alarmierung von derzeit 260 qualifizierten Helfern mit der App „Mobile Retter“.

Wichtigstes Glied der Rettungskette bleiben aber die Ersthelfer, die als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen. Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden.

Dazu gehört auch die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche mittlerweile im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz an über 270 Standorten im Landkreis verfügbar gemacht wurden, um die Versorgung bei Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern. Kurse für Jedermann werden durch das DRK regelmäßig angeboten, können bei Interesse aber auch für Gruppen und Vereine vor Ort organisiert werden.

Ganz wichtig ist allen Verantwortlichen ein Hinweis: sowohl bei den Rettungsdiensten als auch in den Kliniken werden unabhängig von den derzeit erfreulich niedrigen Inzidenzen alle Maßnahmen ergriffen, um eine Infektionsausbreitung zu verhindern.

Bei Bewusstlosigkeit, akuten Herzschmerzen, bei Atemnot, bei Anzeichen eines Schlaganfalls oder anderen akuten Erkrankungen sollte umgehend Hilfe über die Notrufnummer 112 angefordert werden. Dies aus Angst vor einer Infektion zu unterlassen, kann fatale Folgen haben.

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