Im ersten Landesligaspiel in der Vereinsgeschichte bot der SV Germania Obrigheim den Zuschauern in der Neckarhalle einen spannenden Krimi, der am Ende jedoch nicht mit den ersten Punkten belohnt wurde. (Symbolbild: Pixabay)
SV Obrigheim – HABO Bottwar SG 2 – 27:28
Von Sandra Wolf
Obrigheim. Die erste Landesliga-Partie in der Vereinsgeschichte des SV Germania Obrigheim endete denkbar bitter. In einer umkämpften und bis in die letzten Sekunden spannenden Begegnung mussten sich die Germanen der HABO Bottwar SG 2 in der heimischen Neckarhalle knapp mit 27:28 (12:15) geschlagen geben.
Die Germanen gingen hochmotiviert in die Partie und waren bereit, vor den eigenen Zuschauern in der gut besuchten Neckarhalle die ersten Punkte einzufahren.
Gäste erwischen den besseren Start
Dabei erwischten zunächst die Gäste den besseren Start und gingen schnell mit 0:2 in Führung. Obrigheim fand jedoch rasch in die Partie und stellte durch einen Doppelschlag von Julius Eyermann auf 3:3. Bis zum 6:6 blieb die Begegnung völlig offen, ehe sich die Gäste erstmals etwas absetzen konnten. Beim 6:10 nach gut 20 Minuten lagen die Gastgeber zum ersten Mal mit vier Toren zurück. Nun drohte das Spiel durch zu viele Ballverluste früh aus den Händen zu gleiten.
Der SVO hielt jedoch dagegen und konnte bis zur Pause um einen Treffer verkürzen. Mit einem 12:15-Rückstand ging es in die Kabinen.
SVO dreht die Partie nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die SG zunächst in Führung und erhöhte auf 14:18. Doch dann begann die stärkste Phase der Germanen: Angetrieben von einer immer besser stehenden Defensive und einem glänzend aufgelegten Arianit Mustafa im Tor kämpfte sich der SVO Tor für Tor zurück.
Paul Zimmermann erzielte in der 40. Minute zunächst den Ausgleich zum 18:18. Lukas Halder glich wenig später erneut zum 19:19 aus, ehe Pascal Bauer beim 20:19 erstmals die Führung für Obrigheim besorgte. Die Neckarhalle war nun endgültig auf Betriebstemperatur, und die Gastgeber waren drauf und dran, das Momentum vollständig auf ihre Seite zu ziehen.
Der SVO legte nach: Über 21:20 und 22:20 stellte Pascal Bauer knapp elf Minuten vor dem Ende auf 23:20. Kurz darauf bot sich sogar die Chance zum 24:20 per Tempogegenstoß, doch diese blieb ungenutzt.
Partie in der Schlussphase entschieden
Stattdessen kamen die Gäste wieder vermehrt zum Zug und glichen acht Minuten vor Schluss zum 23:23 aus. Nun entwickelte sich ein wildes Hin und Her, bei dem Obrigheim vier Minuten vor dem Ende erneut auf 26:24 davonziehen konnte.
Geschwächt durch zwei Zeitstrafen in der entscheidenden Phase unterliefen den Hausherren jedoch wieder einige Fehler, und das Spiel kippte erneut. Beim 26:27 lagen die Gäste 58 Sekunden vor Schluss plötzlich wieder in Führung.
Nach einer Auszeit von SVO-Coach Robert Filipovic gelang Niklas Pfleger der Ausgleich zum 27:27. Doch die Freude währte nur kurz: Im direkten Gegenzug erzielten die Gäste das entscheidende Tor. Beim Stand von 27:28 ertönte die Sirene in der Neckarhalle.
Mut für die kommenden Aufgaben
Damit blieb die große Belohnung bei der historischen Landesliga-Premiere zwar aus, verstecken müssen sich die Germanen nach dieser Leistung jedoch keineswegs. Besonders die starke Reaktion nach dem Rückstand und die zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit zeigten, dass der SVO auch auf dem neuen Niveau mithalten kann.
Am Ende fehlten nur wenige Sekunden zum ersten Punktgewinn in der Landesliga – entsprechend bitter ist die Niederlage. Nach diesen umkämpften 60 Minuten waren zwei Punkte definitiv möglich, verdient hätte die Mannschaft mindestens einen Zähler gehabt. Gleichzeitig macht die gezeigte Leistung Mut für die kommenden Aufgaben.
Die nächste Chance auf Punkte haben die Germanen am Sonntag, den 4. Oktober, erneut um 18 Uhr in der Neckarhalle. Auch dann zählt die Mannschaft wieder auf die lautstarke Unterstützung der Fans.
Für den SV Germania Obrigheim spielten Pascal Bauer (7 Tore/3 Siebenmeter), Niklas Pfleger (6), Paul Zimmermann (3), Lukas Halder (3), Julius Eyermann (2), Albin Mustafa (2), Robert Filipovic (1), Arthur Kistner (1), Christian Scheu (1), Gabriel Filipovic-Matanovic (1), Kevin Bieler, Dennis Fieger, Fabian Kümmel und Marc Didszum. Im Tor standen Arianit Mustafa und Maximilian Irouschek.

