Festabend zum Gemeinde-Jubiläum

 Ein Gemeindejubiläum erfordert ein besonderes Erinnerungsstück. Der Fotograf Erich Tschöpe hatte im Jahre 1968 aus einem Doppeldeckerflugzeug heraus alle Ortsteile aufgenommen. Die Bilder zeigen die Ortskerne sowie markante Gebäude. Zum Jubiläum wurden nun Fotos aus der jeweils identische Perspektive aus dem Jahre 2022 aufgenommen und im Jubiläumsbuch gegenüber gestellt. (Foto: pm)
Zimmern.  (lm)  Zweifelsfrei wurde am Festabend zu 50 Jahre Gemeinde Seckach sehr deutlich, wie gut sich die Gemeinde Seckach nach dem Zusammenschluss von Großeicholzheim, Seckach und Zimmern und glücklicherweise auch dem Kinder- und Jugenddorf Klinge in diesem halben Jahrhundert entwickelt hat.

In Grußworten kam vor allem Lob, Hochachtung und Dankbarkeit für diese grandiose Entwicklung in den Fokus.

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste hielt Bürgermeister Thomas Ludwig einen Rückblick seit dem Zusammenschluss von Seckach, Großeicholzheim und Zimmern am 01. Januar 1972.

Gerade der heutige Ortsteil Seckach hatte durch das Durchgangslager „Teufelsklinge“ nach dem Krieg den prozentual größten Bevölkerungszuwachs in ganz Nordbaden zu verzeichnen gehabt und durch das Kinder- und Jugenddorf Klinge ein Alleinstellungsmerkmal erhalten. Aber auch in Großeicholzheim und Zimmern verlief der Strukturwandel in der Zeit des Wirtschaftswunders rasant, was für die Kommunen mit einem riesigen Aufgabenzuwachs verbunden war.

Neubaugebiete, Schulen, Kindergärten, Gewerbegebiete, Sport- und Kulturstätten usw. wurden benötigt und dementsprechend musste auch die Verkehrsinfrastruktur, die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung ständig den gestiegenen Anforderungen angepasst werden.

So wurde die Gemeindereform 1968 eingeleitet und sollte bis spätestens 01. Januar 1973 vollzogen sein. Erst nach vielen Gesprächen, die das Landratsamt unterstützte, kam das heute noch zutreffende Ergebnis zustande, weil der damalige Großeicholzheimer Bürgermeister Peter Knoche und die Mehrheit von Zimmern dies wünschte, Schlierstadt so lange wie möglich selbständig bleiben wollte und sich für Osterburken entschied und Bödigheim am Ende zu Buchen kommen „musste“, als Ausgleich für den sich abzeichnenden Verlust des Kreissitzes.

Vom Vereinbarungsentwurf im November 1971, über die offiziellen positiven Abstimmungen im Dezember danach und der Genehmigung des Regierungspräsidiums nach weiteren vier Tagen! sowie das Inkrafttreten nach einer weiteren Woche zum 1. Januar 1972.

Peter Knoche wurde im März zum neuen Gemeindeoberhaupt gewählt und der Nachholbedarf in allen Bereichen der Infrastruktur war riesig. Erst Jahre nach dem Zusammenschluss verbesserte sich die finanzielle Situation, nachdem die Landesregierung die Situation begriffen hatte und für die ländlichen Räume strukturpolitische Maßnahmen ergriff, woraus auch der Regionale Industriepark Osterburken entstand.

Durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) und weitere Förderungen wurden Baumaßnahmen geplant. Das erste Großprojekt war der Neubau der Großeicholzheimer Mehrzweckhalle. Grundlage für die Gemeindeeinheit war gegenseitiges Vertrauen, das Ekkehard Brand nach seiner Wahl zum Bürgermeister 1978, mit dem ersten Straßenfest 1979 und dem ersten Neujahrsempfang 1980 inspirierte.

Und das mit so großem Erfolg, dass beide Veranstaltungen bis heute rotierend durch alle Ortsteile als unverzichtbare Höhepunkte im Veranstaltungskalender gelten.

Bis heute werden alle Ortsteile gemäß ihren Bedürfnissen gleichmäßig entwickelt. Fazit des Bürgermeisters: „Die Entscheidung vor 50 Jahren war richtig. Wir sind in den vergangenen fünf Jahrzehnten gleichermaßen zusammen gewachsen und zusammengewachsen.

Ermöglicht wurde dieser Erfolg in allererster Linie von den Menschen, Institutionen und Organisationen, die hieran mitgewirkt haben.“ Entsprechend ausführlich fiel sein Dank aus an alle, die an diesem Zusammenwachsen mitgewirkt haben.

Der musikalische Rahmen des Abends lag in den Händen von Felicia Stromberger und Robin Dietl von der Musikschule Bauland sowie bei einem Melodienstrauß für den Frieden mit dem Projektchor „Singen verbindet“.

Als Überraschungsgruppe zeigte die neue Seckacher Ärztin Ruiz Gonzales mit Landsmänninnen Folkloretänze aus ihrer Heimat Kolumbien mit den besten Wünschen zum 50. Geburtstag der Gemeinde Seckach.

(Foto: Liane Merkle)

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