Robotic-Lab-Eröffnung im IPAI. Mit dabei waren (v.li.) Martin Eggensperger (W. Gessmann GmbH), Michael Köhnlein (FSTI), Paul Herbst (FSTI), Marc Hutsch (EY), Heiner Lasi (FSTI), Manuel Rieger (FSTI), Ellen Roth (ROTH Gruppe), Andreas Grabnar (IPAI), Jens Lachenmaier (FSTI). (Foto: pm)
Roboter flexibel und sicher einsetzen – Projekt des Ferdinand-Steinbeis-Instituts gestartet
Heilbronn. (pm) In den Labs des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn hat sich ein Ökosystem, bestehend aus sechs Partnerunternehmen zusammengefunden, das ein gemeinsames Ziel verfolgt: Robotik ohne große Aufwände für den deutschen Mittelstand zugänglich machen.
Dabei werden sowohl Sicherheitsaspekte als auch betriebswirtschaftliche Abläufe berücksichtigt und über digitale KI-Services abgedeckt. Noch bis mindestens Dezember erprobt das Konsortium, welches das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) zusammengebracht hat, auf der Lab-Fläche den realen Einsatz der Leihroboter und digitalen Services.
Robotik wird vielfach als Hoffnungsträger für die deutsche Industrie gesehen. Vor allem die rasante Entwicklung KI-unterstützter humanoider Roboter birgt das Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu verbessern. Durch eine flexible Nutzung von Robotern in Produktion und Logistik könnten kleine und mittlere Industrieunternehmen deren Einsatz zunächst erproben und später „auf Bestellung“ zum Beispiel dynamische Rahmenbedingungen wie Lastspitzen oder Verfügbarkeit von Fachpersonal, abfedern.
Bevor jedoch Roboter in Produktion und Logistik eingesetzt werden können, sind in der Regel mehrere Barrieren zu überwinden: Hohe Investitionskosten beim Kauf der Roboter, unerwartete Kosten bei der Miete von Robotern, hohe Integrationsaufwände für die Einbindung der Roboter in die unternehmensinterne IT, Sicherheit von Betriebsabläufen auch bei wechselnden Aufgaben und schließlich unklare steuerliche Handhabung bei der Miete von Roboter, erschweren bisher den Einsatz.
Um diese Hürden zu überwinden und damit Robotik deutlich einfacher und flexibler für Unternehmen zugänglich zu machen, ist nun ein Konsortium angetreten. Es vereint verschiedene Fähigkeiten, um gemeinsam Robotik zu einer standardisierten, hersteller-unabhängigen und flexibel buchbaren Ressource zu machen. Das erklärte Ziel: Die Nutzung eines Roboters soll so einfach werden, wie der Einsatz von Zeitarbeitnehmenden.
Zur Erreichung dieses Ziels erarbeiten und erproben das Ferdinand-Steinbeis-Institut, EY (Ernst & Young), W. Gessmann GmbH, ROTH Gruppe, TÜV Süd und Wandelbots GmbH aktuell in den Räumlichkeiten des IPAI innovative Konzepte und digitale Dienste an echten Robotern verschiedener Hersteller.
Informationstechnische Grundlage ist die Datenerfassung und Simulation der Robotikaktivitäten in digitalen Zwillingen, auf deren Basis die Parter digitale KI-Services entwickeln. Die KI-Services unterstützen später unter anderem die Angebotserstellung, Dokumentation, Sicherheitsbewertung, Prüf- und Genehmigungsprozesse sowie die Abrechnung. Ergänzend setzt sich das Ferdinand-Steinbeis-Institut mit den Auswirkungen des vereinfachten Robotik-Einsatzes auf Unternehmen und Gesellschaft (z.B. auf Sozialversicherungssysteme) kritisch auseinander.
Das sagt Projektleiter Prof. Jens Lachenmaier, Professorial Fellow am FSTI zum aktuellen Projektstatus: „Seit Projektbeginn arbeiten wir daran, die Roboter unserer Projektpartner im IPAI in Betrieb zu nehmen und aufeinander abzustimmen. Dies ist bereits erfolgt. Darüber hinaus haben wir einen Demonstrator einer Art Buchungsplattform entwickelt, der den Ablauf einer Roboterbuchung von Angebot bis Rechnung abbildet.“



